In der Sport-Infrastruktur liegt viel im Argen in Gmünd

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Elke Peischl und Werner Grimm wurden mit der Ehrenplakette des Stadtverbandes Sport ausgezeichnet. Von links: OB Richard Arnold, Ralf Wiedemann, Elke Peischl, Erich Kümmel, Werner Grimm, Sportbürgermeister Christian Baron.
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Gmünds OB Richard Arnold appelliert an den Gmünder Sport, den Weg zur Ansiedlung neuer Firmen mitzugehen. Elke Peischl und Werner Grimm mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.

Schwäbisch Gmünd.

Corona hat vieles ins Straucheln gebracht. Auch im Sport. Daraus machte der Vorsitzende des Gmünder Stadtverbandes Sport, Ralf Wiedemann, bei der ersten Mitgliederversammlung nach eineinhalb Jahren am Montagabend im Gmünder Prediger keinen Hehl. Und dennoch blickte er zuversichtlich nach vorne: „Das Licht am Ende des Corona-Tunnels wird heller.“ Elke Peischl und Werner Grimm wurden mit der Ehrenplakette des Stadtverbandes ausgezeichnet.

Ganz besonders betroffen von der Corona-Pandemie seien die Kindersportangebote gewesen. Vor allem der Gmünder Kinder-Sport-Spaß und die Kindersportschule KISS hatten während den vergangenen beiden Jahren hohe Teilnehmereinbußen zu verzeichnen. Es freue ihn, dass die Kurse nun wieder anziehen. Dass auch die Kündigung von Stadtsportlehrer Patrick Engel (Schwimmen) in diese Zeit gefallen sei, habe die Situation noch erschwert. Jetzt gelte es, zielstrebig an einer ohnehin vorgesehenen Neukonzeption für die Gmünder Stadtsportlehrer weiterzuarbeiten. Bei Lutz Dombrowski (Leichtathletik) und Helge Liebrich (Turnen) bedankte sich Wiedemann für die gute Zusammenarbeit.

Auf drei Säulen solle die Neuausrichtung der Stadtsportlehrerkonzeption fußen. Bewegungsförderung im Primarschulbereich, Sportförderung in der KISS und Talentförderung im Verein. Die Vereine forderte Wiedemann auf, sich an der Diskussion zu beteiligen und Vorschläge einzubringen, was bisher nur ungenügend geschehe. Auch von der Möglichkeit, die verschiedensten Fördertöpfe anzuzapfen, werde nur ungenügend Gebrauch gemacht.

Lob zollte Wiedemann den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Vereinen, ohne deren Einsatz diese Pandemiekrise nicht hätte gemeistert werden können. Mit insgesamt über 21000 Mitgliedern in seinen über 80 Sportvereinen ist der Stadtverband Sport die größte Interessensvertretung in Schwäbisch Gmünd. Deshalb freue er sich, dass mit Yannick Kohleisen (Schwimmverein) und Luca Krieger (SG Bettringen) zwei Sportvertreter im Jugendgemeinderat dabei seien.

Bei der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat bedankte sich Ralf Wiedemann, dass die Sportfördermittel trotz klammem städtischem Haushalt auch in 2020 und 2021 „in gleichem Umfang gewährt werden, wie vor Corona.“ Wiedemann: „Das muss auch weiter so bleiben. Denn besser kann man Geld gar nicht anlegen.“

Aber auch in die Infrastruktur des Sports muss weiter investiert werden. Die Vision eines Sportparks auf der grünen Wiese sei Teil der Gedanken zur Verbesserung dieser. "Stadt, Stadtverband Sport und die betroffenen Vereine müssen zusammenarbeiten. Eine solche Sportinfrastrukturplanung muss sofort gestartet werden." Jetzt gelte es auch, die wegen Einnahmeausfällen auch finanziell gebeutelten Vereine bei ihrem Bemühen, „den im Corona-Schlaf befindlichen Sportbetrieb wieder auf Normalbetrieb hochzufahren“, zu unterstützen. Der Startschuss sei mit dem Projekt „Los geht’s – Gmünd macht wieder Sport“ bereits gefallen. Denn: „Gemeinsam sind wir stärker als Corona.“ Dass sogar die Gmünder Profisportlergruppe um Alexander Zorniger ihre jährliche Förderung im vergangenen Jahr auf 20 000 Euro verdoppelt habe, das freue ihn besonders.

Kinder und Jugendliche sind die Leidtragenden

Dass die Kinder und Jugendlichen die "großen Leidtragenden dieser Corona-Pandemie" waren, betonte auch Oberbürgermeister Richard Arnold, der im Beisein von Sportbürgermeister Christian Baron den Dank der Stadt für eine gute Zusammenarbeit aussprach. Auch er sehe, dass in der Sportinfrastruktur "viel im Argen liegt." Im gemeinsamen Dialog mit dem Sportbeirat solle deshalb eine Strategie ausgearbeitet werden, "um Planungssicherheit zu bekommen für mehrere Jahre." Angesichts zu erwartender schwindender Einkommenssteuer- und Gewerbesteueraufkommen sei es wichtig, Ideen zu haben. Arnold: "Wir haben schon vieles verwirklicht auch mit wenig Geld." Es müsse gelingen, "die Transformation in der Wirtschaft hinzubekommen" und neue Firmen anzusiedeln. "Das wird nicht gehen, ohne dass wir dafür auf die grüne Wiese gehen", warb der Oberbürgermeister um Unterstützung.

In dieses Horn stieß für den Gemeinderat auch CDU-Stadtrat Hannes Barth: "Große finanzielle Sprünge können wir uns in den nächsten Jahren nicht leisten. Aber mit einer starken Stadtgemeinschaft können wir mehr schaffen als manche Gemeinde mit viel Geld."

In seinem Grußwort des Sportkreises und des Württembergischen Landessportbundes lobte WLSB-Vizepräsident Manfred Pawlita das "großartige Miteinander" des Sports und der Stadt. Und er wies unter anderem auf bevorstehende Aktionen hin, mit der der WLSB gezielt die Bewegung von Kindern fördern wolle. Im Sportstättenbau werde energetischeSanierungen und das Thema Klimaschutz immer wichtiger.

Ikone des Gmünder Sports

Die Verleihung der Ehrenplakette des Gmünder Sports an die ehemalige Rock’n’Roll-Weltmeisterin Elke Peischl (Pettycoat Straßdorf) und Werner Grimm (Schützengesellschaft Hussenhofen) zählte zu den Höhepunkten des Abend. „Eine solche Sport-Ikone muss mit der Ehrenplakette des Gmünder Sports ausgezeichnet werden“, begann Ralf Wiedemann seine Laudatio auf Elke Peischl, die als junges Mädchen über das Turnen zum Tanzsport gekommen ist und ihre Karriere 1989 mit dem Titel einer Mannschafts-Weltmeisterin und Vize-Europameisterin krönte. Auch in den Jahren danach blieb der Sport ihr Leben. Marathonsiege (unter anderem beim Gmünder Alb Marathon) und mehrere Teilnahmen beim Alb-Extrem-Radmarathon belegen ihr Multitalent. Und, betonte Ralf Wiedemann: „Elke war sich stets ihrer Verantwortung bewusst und hat gleich mehrere Trainerlizenzen in verschiedenen Bereichen erworben.“ Ihre vielfältige Kompetenz bringt sie seither in mehrere Initiativen ein (z. B.: Indoor-Cycling zugunsten des Kinderhilfswerks, Fit im Park). 2001 hat sie den RCC Petticoat gegründet, dessen Vorsitzende sie bis heute ist. Auch dem Stadtverband-Sport-Vorstand hat sie 18 Jahre angehört.

Viele Jahre landesweite Erfolge

Erich Kümmel hielt die Laudatio auf Werner Grimm, der viele Jahre als Sportpistolenschütze landesweite Erfolge erzielte und noch immer bei der Rundenwettkampf-Mannschaft der Hussenhofener Schützengilde an der Start geht. Von jung auf hat er sich auch als Funktionär in verschiedenster Weise eingebracht. Kümmel erinnerte an das vehemente Bemühen, in den 70er-Jahren, für einen Schützenhaus-Neubau sogar mit Bettringen und der Schützengilde Gmünd zu fusionieren. Die Genehmigung wurde letztlich doch versagt. 1978 feierte der Verein dann die Fertigstellung einer voll unterkellerten Schießhalle auf zwei Etagen mit 16 Luftgewehr-Schießständen. Auch dazu trug Werner Grimm entscheidend bei.

Nachdem Frank Ziegler Oliver Glass eine tadellose Kassenführung bestätigt hatte, holte Sportpionier Fred Eberle die einstimmige Entlastung des Vorstandes ein. Während Ralf Wiedemann (TC GW Straßdorf) als Vorsitzender sowie Oliver Glass (SG Bettringen / stv. Vorsitzender/Kassier), Dirk Häber (DJK Gmünd / Beisitzer Breiten-/Schulsport) und Ralph Riedel (TV Herlikofen / Beisitzer Vereins-/Mitgliederbetreuung) für weitere zwei Jahre gewählt wurden, übernimmt Ulrike Steeb (TV Wetzgau) die Nachfolge von Christine Wanner (TV Straßdorf), die das Amt der Beisitzerin für Sportstätten und Städtepartnerschaften abgegeben hat. Den Stadtverband-Sport-Vorstand komplettieren Erich Kümmel (SG Bettringen / stv. Vorsitzender Sport), Michael Hieber (TSB Gmünd / stv. Vorsitzender Allgemeine Aufgaben), Steffen Kregler (SV Gmünd / Beisitzer Öffentlichkeitsarbeit), Michael Guba (Normannia / Beisitzer Sportförderung/Leistungssport) und OB Richard Arnold (kraft Amtes).

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