In vielen Wäldern rund um Gmünd rieselt der Kalk

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Wald-Kalkung
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Hubschrauber bringt ein Kalkgemisch aus, um den Säuregehalt der Böden zu senken. Aktion dauert mehrere Wochen.

Schwäbisch Gmünd

Ein Hubschrauber fliegt über den Wald bei Weiler, unter ihm ist scheinbar eine Qualmwolke über den Bäumen zu erkennen. Dieses Bild ist derzeit öfter über Wäldern rund um Schwäbisch Gmünd zu beobachten, Der Hubschrauber ist nicht unterwegs, um Flammen im Wald zu bekämpfen. Vielmehr soll der Pilot die Flächen, die er überfliegt, mit fehlendem Nährstoff versorgen: mit Kalk, genauer gesagt mit einer Mischung aus natürlichem Dolomitgestein und Holzasche. Das erläutert Jens-Olaf Weiher, Leiter der Gmünder Forst-Außenstelle des Landratsamtes,

Die Maßnahme hat im Raum Heubach begonnen, nun wird die Gegend rund um Gmünd im Uhrzeigersinn behandelt. Gekalkt wurden oder werden die Gewanne Hoch-, Mittelberg und Schorren bei Heubach, Rotenbühl und G´Häld bei Weiler i.d.B., Ledersberg und Bronnforst bei Waldstetten sowie die Gmünder Waldgebiete Neidling, Katharinenwald, Hespeler, Vogelhau, Näber, Schaubenwald, Orthalde und Hohberg.

Der Hubschrauber habe in der Regel mehrere Plätze, an denen er den Kalk-Kübel ablässt. Der werde dann befüllt, ohne dass der Hubschrauber dafür landen muss, erklärt Weiher.

Die Wälder, über denen der Helikopter seine Ladung verteilt, werden abgesperrt - aber nicht, weil von dem Kalkgemisch eine Gesundheitsgefahr ausgehe, sagt der Forstmann. Es solle vermieden werden, dass Spaziergänger durch mögliche kleinere Steine in dem Kalk verletzt werden. Der Kalkstaub werde mit dem Regen in den Boden gespült. Dort wird er gebaucht, denn immer mehr Säure, die aus der Luft in den Boden gelangt, führt dazu, dass der Säuregehalt im Boden steigt. Das ist kein guter Zustand für Lebewesen im Boden, Nährstoffe werden ausgewaschen. In der Folge, erläutert die Untere Forstbehörde beim Landratsamt, werden die Waldböden nicht nur als Lebensraum beeinträchtigt, sondern auch als Pflanzenstandort und Trinkwasserfilter.

Im Vorfeld der Kalk-Aktion wurden Bodenproben genommen und andere Daten erhoben, um genauer abzuklären, wo das Material benötigt wird. Auch Privatwaldbesitzer können ihre Waldbestände behandeln lassen. Übrigens weiß der Pilot nicht nur, auf welchen Flächen Kalk nötig ist, sondern auch, welche Flächen gegen Kalk empfindlich sind.

Baden-Württemberg ist eines der waldreichsten Länder im ganzen Bundesgebiet. 1,4 Millionen Hektar, das sind 38 Prozent des Ländles, sind von Wald bedeckt.

Ein Video und weitere Bilder finden Sie unter www.tagespost.de.

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Der Hubschrauber hat bei Weiler seinen Kalk-Kübel zu Boden gelassen, der dort für die nächste Runde beladen wird. Foto: Hientzsch
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