Jetzt Baustart für Prodi-Werkstatt

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Am östlichen Ortsausgang Bargaus wird schon ab Ende Januar die neue Prodi-Werkstatt gebaut. Der Standort ist Ersatz für die bestehende Einrichtung in Waldstetten.
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Die Einrichtung zieht von Waldstetten nach Bargau um.  Aus Platzgründen ist am derzeitigen Standort keine Weiterentwicklung möglich.

Schwäbisch Gmünd

Vor gut 30 Jahren war die Einrichtung eine kleine Sensation, hatte Modellcharakter im Land: Menschen mit psychischer Erkrankung und Menschen mit Sinnesbehinderung hatten erstmals die Möglichkeit, zurück ins Berufsleben zu finden. Die Stiftung Haus Lindenhof eröffnete die Prodi-Werkstatt in gemieteten Räumen in Waldstetten. Heute arbeiten dort 110 Menschen, die Einrichtung platzt aus allen Nähten. Deshalb wird nun neu gebaut.  „Wir hatten keine Möglichkeit, uns am Standort Waldstetten zu vergrößern“, sagt Direktor Hermann Staiber.

Auch an anderer Stelle auf Gemarkung Waldstetten gab es die nötige Fläche für einen Neubau nicht. Deshalb ist Hermann Staiber „dankbar für die Unterstützung durch die Stadt Schwäbisch Gmünd und den Ostalbkreis“. Gemeinsam wurde ein neuer Standort am östlichen Ortsausgang in Bargau gefunden. Dort soll nun schon in Kürze gebaut werden.

Offizieller Spatenstich ist am 28. Januar. Nach Planungen des Büros SSM-Architekten um Nicolas und Thomas Müller entsteht die Prodi-Werkstatt an einem strategisch günstigen Platz mit kurzem Weg zur Ortsumfahrung Bargau und mit einer „günstigen Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr“, so Hermann Staiber. Beschäftigte hätten nur wenige Schritte von der Werkstatt zur Bushaltestelle zu gehen. 

An den Baukosten im siebenstelligen Bereich beteiligen sich auch Zuschussgeber. Das auch, weil Schwäbisch Gmünd eine von fünf Modell-Kommunen der „Kommune Inklusiv“ ist, einer Initiative der Aktion Mensch, bei der sich die Stiftung Haus Lindenhof aktiv bei der Entwicklung von inklusiven und innovativen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung einbringt.

Das Raumprogramm: Die neue Werkstatt ist in einen Arbeitsbereich mit abgetrenntem Berufsbildungsbereich sowie einem Multifunktionsraum für Schulungen unterteilt. Lager und Arbeitsbereiche sind direkt miteinander verbunden, um einen optimalen Materialfluss zu ermöglichen. Weiterhin sind für das Gebäude ein Speisesaal mit Verteilerküche und Nebenräumen, die Verwaltungsräume, ein Ruheraum sowie die erforderlichen Sanitär- und Umkleideräume vorgesehen. Die eingeschossige Bauweise biete eine optimale interne Organisation der einzelnen Nutzungsbereiche, so Hermann Staiber. Auf den Speisesaal und die überdachte Außenterrasse in Südausrichtung hätten die Architekten großen gestalterischen Wert gelegt. Der Speisesaal ist vom Aufenthaltsbereich abgetrennt, eine Öffnung ist im Bedarfsfall möglich. Die Küche ist als reine Verteilerküche konzipiert, die Essensversorgung erfolgt über die Zentralküche der Stiftung Haus Lindenhof. 

Die Umwelt im Blick: Eine Photovoltaik-Anlage sorgt für einen effizienten Betrieb der Werkstatt, die auf dem Stand eines KfW-55-Effizienzgebäudes geplant ist. Bei der Erschließung habe man darauf geachtet, den Verkehr so wenig wie möglich in den Ort zu lenken. So läuft die Lkw-Anlieferung aus Richtung Norden von der Hans-Fein-Straße. Die Haupterschließung für Mitarbeitende, Beschäftigte und Besucher erfolgt über den Bucher Weg von Süden zum Haupteingang und den entsprechenden Stellplätzen.

  • Das ist die Prodi-Werkstatt
  • In der Prodi-Werkstatt werden Konfektionierungs- und Verpackungsarbeiten, Montagearbeiten und Elektromontage angeboten. Im Blick haben die Verantwortlichen dabei die schwankende Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Wo es möglich ist, bereitet die Werkstatt Menschen auf den Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vor. Derzeit arbeiten in der Prodi-Werkstatt 110 Beschäftigte.
     Die Lage im Gewerbegebiet eröffnet die Möglichkeit, bei Arbeitgebern vor Ort über Praktika und Außenarbeitsplätzen vorbereitende Maßnahmen für Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Stiftung Haus Lindenhof ermöglicht im Gmünder Raum an vier Standorten Teilhabe am Arbeitsleben für 460 Beschäftigte. ⋌kust

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