Nur noch FFP2 und weniger Gesang beim Gottesdienst

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Welche Regeln in der aktuellen Alarmstufe für die Gottesdienste gelten und was die Dekanate dazu sagen.

Schwäbisch Gmünd. „Ja, es ist noch mal ein bisschen strenger geworden. Wir passen uns der aktuellen Situation an“, sagt Dekan Robert Kloker zur Ankündigung des Bistums Rottenburg-Stuttgart, dass die Gläubigen in Gottesdiensten künftig nur noch FFP2-Masken tragen sollen und sicherheitshalber nicht mehr die etwas leichtere OP-Maske. Wieder eingeschränkt wird zudem der Umfang des Gemeinde-Gesangs. Der Ostalb-Dekan und Münsterpfarrer glaubt aber nicht, dass das für die Christen ein Problem ist: „Wir sollten mit gutem Beispiel voran gehen“, findet Robert Kloker, so wie das in den Gottesdiensten im Grunde schon seit Beginn der Pandemie gehandhabt worden sei.

Bisher keine einzige Infektion

Selbst in den Zeiten, als das Infektionsgeschehen sich im moderaten Rahmen bewegt habe, seien die Abstandsregeln konsequent eingehalten, die Masken getragen und die Handhygieneregeln befolgt worden. Auch würden konsequent in allen Gottesdiensten Listen der Besucher geführt, so dass im Fall der Fälle eine Kontaktnachverfolgung möglich wäre. Doch das hat schon Bischof Dr. Gebhard Fürst in seinem Schreiben zur Neufassung der Regeln lobend angemerkt: Wegen der konsequenten Einhaltung der Schutzvorschriften kam es in den seither rund 250 000 liturgischen Feiern in Württemberg noch zu keiner Ansteckung mit Covid-19 während eines Gottesdienstbesuchs.

„Niemand wird ausgegrenzt“

Was dem Dekan aber wichtig ist: „Es soll niemand ausgegrenzt werden, der den Gottesdienst besuchen möchte.“ Deshalb werde weiterhin kein G-Nachweis gefordert und man halte für diejenigen, die nicht mit der richtigen Maske kommen, die nun vorgeschriebenen FFP2-Masken bereit. Bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen bis 17 Jahren genügt weiterhin die OP-Maske.

„Für uns ändert sich eigentlich nicht wirklich etwas“, analysiert Pfarrer Reiner Kaupp die aktuelle Lage für das evangelische Dekanat Schwäbisch Gmünd. Das Maskentragen im Gottesdienst sei seit Langem Vorschrift und die meisten Gläubigen trügen ohnehin eine FFP2-Maske, beobachtet er.

Anders als in der katholischen Kirche gab es bislang bei den evangelischen Gottesdiensten noch keinen Gemeindegesang - so dass es auch hier keine weiteren Einschränkungen gibt. Auf die Zeit, wenn das gemeinsame Singen wieder erlaubt ist, freut sich der Pfarrer sehr. „Das fehlt mir eigentlich am allermeisten“, gesteht Reiner Kaupp.

Begegnung ist schwieriger

Und natürlich wünscht er sich auch, nach dem Gottesdienst mit den Kirchenbesuchern bald wieder ohne Maske persönliche Gespräche führen zu können. Vor allem mit den älteren Menschen, die nicht mehr so gut hören und deshalb bei der Kommunikation auf die Mimik und die Lippenbewegung angewiesen seien, störe der Mund-Nase-Schutz bei der Begegnung, findet der Pfarrer. Und gesteht lachend, dass er dabei eigentlich lieber eine OP-Maske tragen würde als eine FFP2: „Denn wenn ich die anhabe, beschlägt obendrein auch noch meine Brille viel öfter.“ Was sich dann als echtes Hindernis für ein entspanntes Gespräch erweise. ⋌Anke Schwörer-Haag

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