Pilot für einen Tag

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Pilot für einen Tag
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Was Flugbegeisterte beim Schnuppertag der Segelfliegergruppe Waldstetten auf dem Fluggelände am Hornberg erleben und was die Gruppe sonst noch plant.

Schwäbisch Gmünd

Nur Fliegen ist schöner“, mit dieser Einstellung geht die Segelfliegergruppe Waldstetten nahezu jeden Tag auf das Fluggelände auf dem Hornberg.

Kürzlich gaben die flugbegeisterten Waldstetter zehn Personen die Möglichkeit, selbst einmal „Pilot für einen Tag“ zu sein. Es seien genügend Anmeldungen eingegangen, um einen weiteren „Schnuppertag“ zu veranstalten, freuen sich Tosca und Sabrina Huber aus der Vorstandschaft.

Mit einem umgeschnallten Fallschirm auf den Rücken gilt es, in die Enge der 50 Jahre alten Schulungsmaschine vom Typ ASK 13 zu steigen. Mit Günter Kölle, einem erfahrenen Flieger mit 5000 absolvierten Flugstunden und Erfahrung aus 36 Jahren als Fluglehrer, können sich die Neuflieger sicher wie in „Abrahams Schoß“ fühlen, wenn auch nicht so bequem. Die Schalensitze aus Kunststoff, der umgelegte Vier-Punktgurt samt Fallschirm schränkten die Bewegungsfreiheit ziemlich ein.

Zum Bewegen ist aber niemand gekommen, alle Kursteilnehmer wollen einmal das Gefühl von der „grenzenlosen Freiheit über den Wolken“ erfahren. Die Plexiglashaube wird verschlossen, das Windenschleppseil angebracht und der leichte Flieger in eine waagrechte Position gebracht. Ein sanfter Ruck und die Winde beginnen ihren Dienst.

Nur wenige Meter Startbahn werden benötigt, dann geht das Segelflugzeug nebst Besatzung nahezu im Steilflug nach oben, „mit dem Windenstart erreicht das Flugzeug eine Flughöhe von 350 Meter“ erklärt Günter Kölle, bei einer Startgeschwindigkeit von knapp 100 Stundenkilometern ist diese Höhe schnell erreicht. Ein kurzer Ruck geht durch den Flieger, das Seil wird automatisch abgekoppelt, der Passagier empfindet ein kurzes Gefühl der Schwerelosigkeit und dann geht der Flieger mit seinen Insassen in einen leisen und ruhigen Gleitflug mit einer Reisegeschwindigkeit von knapp 80 Stundenkilometern über.

Die Welt liegt zu Füßen, der Blick in alle Himmelsrichtungen ist atemberaubend. „Leider bietet das Wetter keine ausreichende Thermik für Rundflüge an“, bedauern die Fluglehrer Kölle und Florian Seifert. Einige Runden geht es über das Fluggelände, dann senkt sich die Nase der ASK 13 sanft Richtung Erde, die kommt zügig näher und etwas holpernd setzt die Schulungsmaschine im Gras auf und rollt ein paar Meter bis zum Endpunkt.

In sicheren Händen

In der Zwischenzeit wird bereits das nächste Flugzeug, eine Duo Discus, mit den nächsten Gästen bestückt. Jugendleiter Marcel Klaus hat die Aktion nicht nur organisiert, er fährt auch unermüdlich mit dem kleinen, bunten Schlepper über das Gelände und bringt das Windenseil an seinen Bestimmungsort. In unregelmäßigen Abständen entlassen die Flugzeuge ihrer „Flugschüler“. Keiner ist dabei, dem nicht ein Strahlen ins Gesicht getackert ist. Flugschüler Markus ist begeistert: „Der Start und der Steigflug war das Beste.“ Alle Innereien seien noch an der richtigen Körperstelle zu finden, lacht er. Beim Flug mit dem mehrfachen deutschen Meister im Langstreckenflug, Kölle und seinen Waldstetter Fluglehrerkollegen, fühlen sich alle Flugschüler in absolut sicheren Händen, versichern alle Teilnehmer. Fliegen sei die schönste Sportart, versichert auch Marco Schmidt, der mit seinem Ultraleichtflugzeug, einer Dynamik WT9, gerne Passagiere für Rundflüge übers Ländle mitnimmt.

Für Segelflugbegeisterte und die, die es werden möchten, hat die Segelfliegergruppe bereits die nächste Aktion im Gepäck: „Take off now – und werde Pilot“. Für 250 Euro werden Interessierte bis zum ersten Alleinflug ausgebildet. Informationen und Kontakt dazu gibt es unter www.fg-waldstetten.de

Alle Innereien sind noch an der richtigen Stelle.“

Markus,, Flugschüler
Eng geht's zu in den Schalensitzen aus Kunststoff. Das vergisst aber jeder, wenn er erstmal in der Luft ist.

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