E-Roller für Gmünd, grüne Fassaden, mehr Solarstrom

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Ein Baustein der Gmünder Klima-Anstrengungen: weiterer Ausbau von Photovoltaikanlagen.
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Motor, Impulsgeber, Denkfabrik: 100 Tage „Amt für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung“. Was alles geplant ist.

Schwäbisch Gmünd

Eine Flotte von E-Rollern für die Stadt, begrünte Fassaden, Fördergeld für Bürger zum Kauf von Lastenrädern und eine „Task Force“ für den schnellen Neubau von Ladesäulen – das sind Projekte, die in den nächsten Monaten in Gmünd angepackt werden sollen. Franka Zanek stellte diese und weitere Ideen vor, die Gmünd beim Klimaschutz weiterbringen sollen. Seit 100 Tagen ist sie im Amt als Leiterin des neuen „Amts für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung“.

An dynamischen Begriffen für Zaneks Arbeit fehlt es nicht bei der Stadtverwaltung. „Motor und Impulsgeber“ soll das neue Klima-Amt sein, und „Think tank“, etwas wie eine Denkfabrik also. Nachgedacht und untersucht wird reichlich im Moment: „Es laufen ganz viele Analysen und Studien“, sagte Zanek. Einige Stadträte mahnten an, nicht nur Studien zu machen, sondern auch Aktionen. „Bei dem Thema ist Handlungsdruck da“, meinte etwa Sebastian Fritz von der Linken-Fraktion. „Parallel legen wir die Hände nicht in den Schoß“, versicherte Zanek.

Dabei ist die Amtsleiterin vielfältig auf Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung angewiesen: „Allein geht überhaupt nichts, es ist ein Querschnittsthema geworden.“ Stadtrat Peter Vatheuer (FW/FDP) wollte „den Vorrednern teilweise widersprechen“: „Gut Ding braucht Weile und keine überstürzten Schnellschüsse. Und wir müssen vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage immer auf Kosten-Nutzen-Relation sehen.“

Wie ein Kind Schulfächer hat, so hat das neue Klima-Amt Hauptaufgaben: Wärme, Strom, Mobilität, Planung und Forst. Zu diesen „Bausteinen“, wie es Zanek formulierte, sollen noch drei dazukommen: Konsum/Ernährung, Klimaanpassung und Bürgerbeteiligung. Die großen Brocken, bei denen man in der CO2-Einsparung deutlich vorankommt, sind für die Stadtverwaltung Mobilität und Wärmeplanung. „Gebäude und Verkehr sind sehr, sehr wichtig“, betonte Oberbürgermeister Richard Arnold.

Ums schnelle Vorankommen ging es Grünen-Stadtrat Karl Miller: „Das ist schon seit 25 Jahren ein Thema im Gemeinderat. Wir haben ausreichend diskutiert, was jetzt wichtig ist, sind Maßnahmen – wenn wir unsere eigenen Ziele ernst nehmen.“ Gmünd will klimaneutral werden bis 2035. Sieben Doppelhaushalte gebe es noch bis 2035, so Miller. „Dann müssen wir mit jedem Haushalt 15 Prozent besser werden.“

Stadtkämmerer René Bantel nannte die Summe von 1,5 Millionen Euro im nächsten Doppelhaushalt, die für Klimaprojekte eingeplant seien. „Viele davon sind in Förderprogrammen, darum ist das Volumen eigentlich bei drei Millionen Euro“, so der Kämmerer. In der Summe ist es noch mehr, argumentierte OB Arnold: „Wir haben viele Projekte im Haushalt zur Gebäudesanierung, das sind alles klimarelevante Sanierungen. Der eigentliche Haushalt für das Thema Klima ist viel größer.“

Was aktuell alles geplant ist

Förderung für Lastenräder: Die Stadt Gmünd will, zusätzlich zur Förderung von Land und Bund, ein kommunales Förderprogramm für den Kauf von Lastenrädern auf den Weg bringen. Außerdem soll es Leihmöglichkeiten für solche Räder geben.

E-Roller für die Stadt: Zusammen mit dem Rechts- und Ordnungsamt wird ein „E-Scooter-Leihsystem“ für Gmünd entwickelt, das im Frühjahr 2022 starten soll.

Viel mehr Ladesäulen: Noch 2021 soll eine „Task-Force öffentliche Ladeinfrastruktur“ starten, bei der Verwaltung und Stadtwerke zusammenarbeiten, Ziel ist der schnelle Bau von weiteren Ladesäulen.

Grüne Fassaden: Ein „Pilotprojekt innerstädtische Fassadenbegrünung“ soll bis zum Ende des Jahres auf den Weg gebracht werden, weil solche Pflanzen der Überhitzung einer Stadt entgegenwirken.

Weitere Projekte: Radwege – Ausbau von Hauptrouten; Strategieworkshop für mehr ÖPNV; Fußverkehrs-Check (läuft bis 8. Dezember), Photovoltaik-Offensive durch „digitales Konfigurationssystem“, Ausbau der Energieberatung, „Gmünder Gärten für morgen“: Beratung für Gartenbesitzer, Konzeption zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude, Bewertungsschema Flächennutzungsplan, Kommunale Wärmeplanung (mehr dazu auf Seite 11), Stärkung der Agenda-21-Gruppen mit einem „Klimarat“.

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