So wird aus Wohnen Parken an der Stadtmauer

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Dieses Schild soll demnächst verschwinden, der Platz kann zum Parken genutzt werden. Für wie lange, ist bisher unklar.
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Noch ist unklar, wann ein seit Jahren erwartetes Bauprojekt an der Baldungstraße startet.

Schwäbisch Gmünd

In diesem Herbst sollten die Bauarbeiten für das Projekt „Wohnen an der Stadtmauer“ am östlichen Rand der Altstadt starten. Doch aus diesem Termin wird ganz offensichtlich nichts. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass der Baustart noch eine Weile auf sich warten lässt.

Davon ist nicht mehr die Rede

Inzwischen gehört die Fläche an der Westseite der Baldungstraße dem Unternehmen Activ Group in Schemmerhofen. Und das hatte in diesem Sommer die freie Fläche entlang der Straße, die von vielen Autofahrern als wilder, aber kostenloser Parkplatz genutzt worden war, absperren lassen. Prokurist und Projektentwickler Christian Neudeck nannte als Grund für diese Sperrung auf Anfrage der Tagespost, er gehe davon aus, dass schon demnächst der notwendige Abriss eines Hauses in der Hinteren Schmiedgasse erfolgen kann. Und dass noch in diesem Jahr die ersten sichtbaren Bauarbeiten kommen.

Doch davon ist nun nicht mehr die Rede: Rathaussprecher Markus Herrmann bestätigt, dass die Activ-Group die Stadt aufgefordert habe, die Fläche bis auf weiteres wieder freizugeben.

Die Stadtverwaltung setze darauf, so Herrmann, gerade in der Zeit vor Weihnachten zusätzliche Parkplätze für Kunden des Innenstadt-Handels und der -gastronomie anbieten zu können. Derzeit würden noch rechtliche Details geklärt, dann werde der Platz wieder geöffnet. „Rechtliche Details“ bedeutet: Die Fläche wird zwar befahrbar, aber nicht als offizieller Parkplatz ausgewiesen. „Parken geschieht dort auf eigene Gefahr“, beschreibt Herrmann die Lage.

Weshalb die Bauarbeiten an dieser Stelle nicht starten, das hätten wir gerne den Projektentwickler bei der Activ-Immobilien GmbH & Co. KG, Christian Neudeck gefragt. Doch auf vielfache Anfragen unserer Zeitung in den vergangenen Wochen ist er nicht erreichbar, Rückruf-Zusagen werden nicht eingehalten. Bislang ist der Kenntnisstand nach wie vor, dass die Activ-Group auf der Brachfläche zwischen der Hinteren Schmiedgasse und der Baldungstraße unter dem Titel „Wohnen an der Stadtmauer“ 28 Wohnungen schaffen will. Auf 2500 Quadratmetern sind ein Hauptgebäude und ein Wohnturm vorgesehen. Das Haus soll dem Verlauf der historischen Stadtmauer folgen und diese frühere Befestigung auch optisch nachempfinden.

Lange Geschichte

Obwohl die Bauarbeiten für das Projekt „Wohnen an der Stadtmauer“ noch nicht begonnen haben, hat es bereits eine lange Geschichte.

Ein Vorgängerprojekt war die Idee von Grüne-Stadtrat Alexander Schenk und Lukas Gundling, die Stadtmauer zwischen Schmiedturm und Rems-Parkdeck in voller Länge und in Originalhöhe wieder aufzubauen - und zwar mit Werkzeugen, wie sie im Mittelalter gebräuchlich waren. Es wird nicht weiterverfolgt.

Im März 2012 stellt der in Gmünd geborene und in Schorndorf aktive Unternehmer Gerald Feig erste Pläne für „Wohnen an der Stadtmauer“vor. Er möchte mit diesem und anderen Projekten „Zeichen für die Altstadt“ setzen.

Im Oktober 2015übernimmt die Activ-Group das Projekt von Feig. Christian Neudeck sagt, er könne sich einen Baustart im Sommer 2016 und eine Fertigstellung Ende 2017 vorstellen.

Im November 2016 stellen OB Richard Arnold und Baubürgermeister Julius Mihm geänderte Pläne vor.

Im September 2017 müssen die Stadträte schlucken, als der Leiter des Liegenschaftsamts, Gerhard Hackner, bekanntgibt, dass die Bauarbeiten erst im Frühjahr 2019 starten und dann während der Remstal-Gartenschau laufen.

Im März 2019 rechnet die Stadtverwaltung mit einem Baustart noch im gleichen Jahr.

Parken geschieht dort auf eigene Gefahr.“

Markus Herrmann,, Rathaussprecher

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