Stadträte für Pilotprojekt „Essbarer Wildpflanzenpark“

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Biologinnen der Stadt und der Pädagogischen Hochschule stellen im Verwaltungsausschuss das Konzept vor und ernten viel Zustimmung.

Schwäbisch Gmünd

Viele tolle Ideen und noch einige Fragezeichen“, so stellte die Rektorin der Pädagogischen Hochschule (PH), Prof. Dr. Claudia Vorst, am Mittwoch Stadträten des Verwaltungsausschusses den essbaren Wildpflanzenpark vor, den die PH mit der Stadt in der Oststadt auf die Beine stellen will. PH und Stadt wollen dafür Fördermittel des Sozialministeriums an Land ziehen und haben deshalb gemeinsam ein Konzept für den Wildpflanzenpark erarbeitet. Die Stadträte des Verwaltungsausschusses befürworteten dies.

Das Konzept des Parks stellten die Biologinnen Christine Waldenmaier von der PH und Christa Bareiß als Vertreterin der Stadt vor. Ein essbarer Wildpflanzenpark bestehe aus Wildkräutern, essbaren Stauden und Beeren. Der Park sei frei zugänglich, jeder könne dort hingehen und sich versorgen. Der Gmünder Park solle eine Kooperation zwischen Stadt und Hochschule werden. Er könne eine „wunderbare Plattform“ sein für Themenfelder wie Demokratisierung, Artenschutz, Klimaschutz, Quartiersarbeit, Biodiversität und Zivilgesellschaft, sagte Bareiß. Er soll in der Oststadt südlich der Werrenwiesenstraße unterhalb des Weltgartens entstehen und ist eingebunden zwischen Weleda im Himmelsgarten und Europaplatz auf dem Hardt auf der anderen Seite. Mit einer Skizze zeigte Bareiß Inhalte. Dazu gehören zum Beispiel ein See, Feuchtwiesen, Streuobstwiesen, eine Ackerbrache für Wildgemüse oder Wildgemüse-Stauden. Wichtig sei die Bürgerbeteiligung, sagte Bareiß. Die Anlage koste etwa 50 000 Euro pro Hektar. Der Löwenanteil fließe in Bäume. Etwa 90 Bäume sollen pro Hektar gepflanzt werden. Ein weiteres Ziel sei, möglichst wenig Fläche zu versiegeln. Für das Gmünder Konzept werde dringend ein Schulungshaus gebraucht, für Schüler, für Studierende. Zudem müsse der Park unterhalten werden. Dafür sollen Ehrenamtliche gewonnen werden.

Für die PH sei dies eine Chance, näher an die Stadt heranzurücken, sagte Waldenmaier. Ihr sind bei dem Projekt die Themen Beschäftigung mit Natur, Gesundheit, ökologische Kompetenz und das Erlernen von Nachhaltigkeit für Kinder wichtig. „Wieder raus und nicht nur in den Räumen“, brachte Waldenmaier dieses Anliegen auf den Punkt. Der essbare Wildpflanzenpark solle ein „bundesweites Leuchtturmprojekt“ sein. Denn ein solches Kooperationsprojekt zwischen Stadt und einer Hochschule gebe es noch nicht. Damit könne Gmünd bundesweit Vorreiter sein, sagte Waldenmaier. Bareiß wies zudem darauf hin, dass der Gmünder Park der erste in Baden-Württemberg wäre.

Wichtig sei, einzusteigen, ohne dass er die Stadträte um Geld bitten müsse, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold. Er setzt auch auf Unterstützung durch Stiftungen. Zudem sei er im Gespräch mit der Firma Weleda.

Bürgermeister Christian Baron wies auf den pädagogischen Wert des Projekts hin. Es sei ein Gemeinschaftsprojekt, ein Stadtentwicklungsprojekt, ein Projekt für Natur und Ökologie, ein Projekt, das Hardt weiterzuentwickeln und ein Projekt für Bildung. Gmünd wolle damit ein Pilotprojekt ins Leben rufen, wie Themen wie Natur und Ökologie vermittelt werden können. Der Park biete eine „grandiose Chance“ für die Grundschule Hardt.

Sprecher aller sechs Fraktionen lobten das Projekt. Einstimmig befürworteten die Stadträte, dass die Stadt und der Förderverein Oststadt gemeinsam einen Antrag beim Förderprogramm Quartierimpulse des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg einreichen.

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