Starkes lokales Bündnis gegen Gewalt

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Bild von links nach rechts: Ann-Katrin Lauer, Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd; Birgit Heilig, Club Soroptimist Schwäbisch Gmünd; Alexandra Kammerer, Zonta Club Schwäbisch Gmünd; Ingrid Berroth, Inner Wheel Schwäbisch Gmünd; Renate Bay, Frauen helfen Fr

Warum es den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gibt, warum er weltweit ein wichtiges Thema ist - besonders in diesen Pandemiezeiten und welche Gruppen sich in Schwäbisch Gmünd engagieren.

  • Der Verein Frauen helfen Frauen
  • In Schwäbisch Gmünd befasst sich seit über 30 Jahren der Verein Frauen helfen Frauen aktiv mit dem Thema Gewalt gegen Frauen. Die Beratungsstelle in der Lorcher Straße 22 ist ein wichtiger Anlaufpunkt für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen. Rita Mager und Renate Bay vom Vorstand des Vereins schätzen die lokalen, öffentlichkeitswirksamen Initiativen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und wünschen sich eine weite Verbreitung der Gmünder Hilfenummer 07171/39977.

Schwäbisch Gmünd

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist ein wichtiger Aktionstag in Deutschland. Initiiert von Terre des Femmes – die entsprechende Fahne weht bis Samstag, 27. November, am Rathaus und am Landratsamt als ein Zeichen, das die tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen anprangert.

Hintergrund für die offizielle Initiierung des Aktionstages 1999 durch die Vereinten Nationen (Resolution 54/134) war die Entführung, Vergewaltigung, Folterung und Ermordung der drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresia Mirabal im Jahr 1960 in der Dominikanischen Republik. Egal ob in Indien, Argentinien oder Deutschland: Körperliche und seelische Verletzung von Frauen sind weltweit Alltag – ebenso wie der Kampf von Frauen dagegen. Wie notwendig das ist, zeigen etwa auch Zahlen der WHO aus dem Jahr 2017 wonach 35 Prozent der Frauen in ihrem Leben Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt werden. Laut BKA-Statistik gab es im Jahr 2020 insgesamt 146 655 Fälle von Partnerschaftsgewalt. Es ging um Körperverletzung, Bedrohung, Stalking und Nötigung, aber auch um Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Mord und Totschlag.

Tatsächlich wurden im Jahr 2020 139 Frauen von ihren Männern ermordet. Alexandra Kammerer, Präsidentin des Gmünder Zonta Clubs konkretisiert das: „Es schockt mich, dass jeden 2. bis 3. Tag eine Frau an den Folgen von Gewalt durch ihren Ehemann, Lebens- oder Ex-Partner stirbt. Der Zonta-Club setzt Zeichen gegen ein Problem, dessen gesamtgesellschaftliche Tragweite noch unterschätzt wird.“

Die Corona-Pandemie erschwert vieles: Kontaktverbote oder Ausgangssperren zwingen Menschen, auf engstem Raum viel Zeit miteinander zu verbringen. Diese Isolation fördert häusliche Gewalt – und das eigene Zuhause ist ohnehin einer der gefährlichsten Orte für Frauen.

In Istanbul wurde deshalb 2011 das Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention formuliert und von der Türkei als erstem Beitrittsstaat ratifiziert. Neu in der Konvention war den Schutzbegriff auf präventive Maßnahmen auszuweiten.

Darauf, dass die Welt ein gefährlicher Ort für Frauen ist, machen die Orange Days aufmerksam. Das Engagement des Clubs Soroptimist Schwäbisch Gmünd zu den Orange Days steht aktuell unter dem Motto „Umsetzung der Istanbul-Konvention und Präventionsarbeit“ und der Club Schwäbisch Gmünd beteiligt sich mit einem Stand vor der Augustinuskirche. „Wir machen auf die Benachteiligung von Frauen und auf geschlechtsspezifische Formen von Gewalt aufmerksam“, sagt Birgit Heilig, Präsidentin im Gmünder SI-Club. „Geschlechterspezifische Gewalt hat unzählige Gesichter. Millionen Frauen und Mädchen sind betroffen. Sie beinhaltet körperliche und sexuelle Gewalt, Vergewaltigung, Genitalbeschneidung oder Menschenhandel. Auch seelische Gewalt, Gewalt im Internet und Ausgrenzung gehören dazu. Es ist wichtig, über ganz Deutschland und die ganze Welt hinweg auf diese Themen aufmerksam zu machen. Umso stolzer sind wir, dass wir hier in Schwäbisch Gmünd unseren Teil dazu beitragen können.“

Besonders mit lokalen Aktivitäten nicht nur zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Es ein aktives, sehr breit aufgestelltes Bündnis: mit Frauen helfen Frauen, mit den Frauen-Service-Clubs Soroptimist, Zonta und Inner Wheel und mit der Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd. Ingrid Berroth und Angela Löhrer vom Club Inner Wheel schätzen diese gemeinsame Aktion für ein großes Thema und haben Sorge, dass das Thema Gewalt gegen Frauen vernachlässigt werden könnte.

Nach dem Auftakt am Donnerstag sind noch geplant: Am Samstag, 27. November, 10 bis 11.30 Uhr, Gmünder Wochenmarkt bei der Augustinuskirche; Informationen und Hilfeangebote sowie von 11 bis 13 Uhr am Unteren Marktplatz ein Infotisch, um 12 Uhr eine Kundgebung und die Fotoausstellung „Es ist nicht meine Schuld …“

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