Totalverzicht aufs Auto? Nein, danke - finden die meisten Gmünder Stadträte 

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ÖPNV und Totalverzicht aufs Auto? Eine Initiative wollte das Gmünder Stadträten nahelegen - mit geringer Resonanz.

Mangels Rückmeldungen: Aktion „Auto abGEHben“, die sich an Stadträte wandte, ist abgeblasen worden.

Schwäbisch Gmünd. Es war eine Idee des Arbeitskreises Mobilität: „Auto abGEHben“. Unter dem Motto hat AK-Sprecher Andrzej Sielicki sich an Gmünder Stadträte gewandt, mit dem Vorschlag für eine Woche aufs eigene Auto zu verzichten, indem sie ihren Autoschlüssel abgeben. Doch die Aktion ist abgeblasen worden – weil es nur wenige Rückmeldungen gegeben habe.

Alfred Baumhauer, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gmünder Gemeinderat, hat sich nicht angemeldet: „Bei den Spritpreisen derzeit überlegt sich doch jeder, ob eine Fahrt wirklich nötig ist, da muss man niemand animieren.“ Er versuche, wenn möglich zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren in der Stadt, fügt Baumhauer hinzu. „Dazu braucht es nicht zusätzlich eine Aktion.“ Sebastian Fritz, der Linken-Fraktionschef, wollte dabei sein und bedauert die Absage: „Es reicht nicht, nur für ökologische Verkehrsmittel zu werben. Kurz gesagt: Nicht nur schwätzen, sondern tun.“

Karin Rauscher von den Freien Wähler Frauen sagt, sie finde die Anregung im Grunde gut – „aber auch ein bisschen lebensfremd“. „Was ist, wenn ich jemand schnell zum Arzt bringen muss?“ Verzicht aufs Auto könne nicht von oben verordnet werden. „Es muss jeder selber in seinem persönlichen Alltag entscheiden, wie es reinpasst.“ Sigrid Heusel (SPD) sieht das ähnlich: „Ich versuche ohnehin Rad und ÖPNV zu nutzen und lasse mein Auto stehen, wenn ich es nicht für nötig halte.“

Peter Vatheuer (FDP/FW) sieht es so: „Das Experiment zeigt einmal mehr, dass sich eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens nicht einfach von oben herab verordnen lässt. Die Menschen müssen in den Alternativangeboten einen echten Mehrwert für sich erkennen. Allein ideologisch motivierte Beweggründe werden die Menschen nicht überzeugen.“ Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) sagt: „Es ist schwierig, weil Leute in diesem Raum teilweise aufs Auto angewiesen sind. Solche Aktionen werden nichts bringen.“ Gabriel Baum (Grüne) war am Freitag telefonisch nicht zu erreichen.

AK-Sprecher Sielicki will nicht aufgeben, er sieht die Aktion nicht als gestrichen an, sondern sagt „verschoben“. Diesmal sei die Idee recht spontan entstanden, vielleicht müsse man es „besser vorbereiten“. „Zum Beispiel, indem man beim nächsten Mal auch eine individuelle Mobilitätsberatung anbietet.“ ⋌mü

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