Urban-Gardening-Projekt mit Gmünder Gastronomen

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Gastronom und Kräuterkümmerer: Ferdinando Ciancimino mit Gießkanne und Schere an seinem Hochbeet neben dem Kornhaus. Der Gmünder Gastronom macht mit beim Projekt „Gmünd macht Grün“
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Innenstadt: Kräuter und Gemüse aus der Stadt für die Stadt.

Schwäbisch Gmünd. Ferdinando Ciancimino steht neben einem Hochbeet am Kornhaus und schaut sich an, was er demnächst dort ernten kann: Der Gmünder Gastronom macht mit beim Projekt „Gmünd macht Grün“. Für ihn bedeutet das, mehrmals in der Woche mit zwei vollen Gießkannen quer über die Straße zu laufen, um Basilikum, Minze, Rosmarin und Petersilie mit Wasser zu versorgen. Dafür darf der Chef des Restaurants Passione é Gusto, der früheren Taverne, immer wieder eine Schere mitnehmen zum Beet, um dort die von ihm gepflegten Kräuter zu ernten.

In der Bocksgasse betreut Sabine Stephan von Café Oh mother zwei weitere Hochbeete: Auch bei ihr gibt’s Basilikum, Minze und Rosmarin, sogar ein kleines Tomatenpflänzchen steht im Beet. Die Minzblättchen etwa kriegen ihre Gäste bald in einem kühlen Getränk serviert. Die beiden Gastronomen berichten von schönen Reaktionen ihrer Gäste: „Es gibt ein paar Insta-Storys nach dem Motto: Wir sitzen direkt neben dem Kräuterbeet“, erzählt Sabine Stephan. „Das kommt cool an“, sagt Ferdinando Ciancimino.

„Gmünd macht Grün“ ist eine Initiative der Gmünder BIWAQ-Initiative, die in verschiedenen Teilen der Stadt das Mitmachen von Bürgern bei öffentlichen Projekten fördern will. „Es ging uns darum, verschiedene Akteure zu vernetzen“, sagt Projektleiterin Christine Hüttmann. Damit haben die Hochbeete, die bisher von den Landfrauen auf dem Kornhausplatz betreut wurden, nun neue Standorte und Pflegepaten gefunden. „Wir haben einfach überlegt: Was kann man mit den Hochbeeten Sinnvolles machen“, sagt Sabrina Hieber vom Stadtteilmarketing. In der Stadt anbauen, in der Stadt verzehren, das fanden die Macherinnen sinnvoll, darunter auch Inga Adam vom Amt für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung. „Es ist ein perfektes Beispiel für Nachhaltigkeit“, sagt Adam.

Kräuter und Gemüse aus der Stadt für die Stadt.

Um eines der Hochbeete am Kornhaus kümmert sich zudem das Weinmagazin. Weitere Hochbeete stehen in der Gmünder Weststadt in der Nähe der Stauferschule und auf dem Hardt beim Familien- und Nachbarschaftszentrum FuN. Das Stadtteilmarketing BIWAQ hat die vom Baubetriebshof restaurierten Hochbeete an den neuen Standorten aufgestellt und zum Auftakt bepflanzt, ab jetzt sind die zuständigen Gastronomen die jeweiligen Kümmerer.

Die Aktion soll nicht nur für ein Jahr gehen: „So lange das Interesse da ist, kann es stehen bleiben“, sagt Sabrina Hieber. Auch Nachahmerprojekte seien willkommen, findet sie.

Sabine Stephan vom Oh mother hat festgestellt, dass der Tisch direkt neben dem Hochbeet oft besetzt ist: „Der Platz ist tatsächlich sehr beliebt.“ Ihre Kräuter allerdings auch – auf eher unerfreuliche Art: „Zwei Pflanzen wurden schon gemopst.“

Info

Das BIWAQ-Projekt kooperiert mit dem Amt für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung sowie der Weleda AG. Im Rahmen der „kommunalen Klimapartnerschaft“ mit der äthiopischen Stadt Bahir sind auch dort Beete entstanden – „mit Mango und Avocado“, erzählt Inga Adam. Beteiligt ist auch MUNDI, die Bildungsinitiative für nachhaltige Entwicklung der Stadt Gmünd und der Weleda: Für die Hochbeete stellt MUNDI kleine Insektenhotels zur Verfügung, die von Kindern gebastelt worden sind.

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