Viele Fragen zum Thema Zeitung

Wie lange dauert es, einen Text für die Zeitung zu schreiben? Wer bestimmt, auf welcher Seite er landet, und woher kommen die passenden Fotos dazu? Die Schüler der Klasse 9c des Parler-Gymnasiums haben viele Fragen an GT-Redakteurin Marie Enßle. Sie besuchte die Klasse im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Schule".

Über mehrere Wochen hinweg lesen die Neuntklässler des Gmünder Parler-Gymnasiums täglich die Gmünder Tagespost. Im Deutschunterricht mit Klassenlehrer Frank Fohmann schauen sie sich verschiedene Themen genauer an. Beispielsweise arbeiten sie die Unterschiede zwischen Textsorten wie Kommentar, Leitartikel und Bericht heraus. Marie Enßle erzählt vom Alltag in einer Lokalredaktion: von der Blattkritik am Morgen, bei der ein Redakteur die aktuelle Zeitungsausgabe besonders kritisch unter die Lupe nimmt, von der Terminvergabe und Themenfindung. Wie lange ein Redakteur an einem Text sitzt, will eine Schülerin wissen. Das komme aufs Thema an, erklärt die Redakteurin. Manches müsse sehr schnell gehen, da sei ein Text in 30 Minuten fertig. Bei aufwändigeren Themen schreibe ein Redakteur auch stückchenweise an mehreren Tage am selben Text. Auch die Recherche brauche Zeit, weil nicht immer alle Ansprechpartner sofort erreichbar seien. Bei einer gemeinsamen Konferenz – der Blattabnahme – entscheiden in der Regel alle Redakteure gemeinsam, welcher Text auf welcher Seite stehen soll. Für die passenden Fotos ist der GT-Fotograf zuständig. Der wird auch informiert, wenn es nachts brennt oder ein schlimmer Unfall passiert ist. Polizei und Feuerwehr rufen dann beim Fotografen an, und dieser fährt zum Unfallort. Am nächsten Tag fragen die Redakteure, was wo passiert ist und schreiben darüber einen Zeitungsbericht. Die Schüler der 9c wollen zudem wissen, ob die Redakteure täglich eigene Texte schreiben, welche Themen besonders spannend sind, ob es schon mal richtig Ärger gab mit bestimmten Texten und ob die Redakteure für jede Geschichte ihr "Baislager" verlassen oder ob auch vieles telefonisch erledigt werden kann. Auch der Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo interessiert die Schüler. Journalisten dürften sich nicht einschüchtern lassen und deshalb nicht anders schreiben als vorher, sagt eine Schülerin. Sie kritisiert auch, dass das Kölner Festkomitee den Bau eines Charlie-Hebdo-Wagens beim Rosenmontagsumzug in Köln gestoppt hat und plädiert dafür, zu seiner Meinung zu stehen. Einige Mädchen und Jungs interessieren sich auch dafür, wie man Redakteur bei einer Tageszeitung wird und welche Studiengänge sich besonders eigneten, um später in einer Redaktion arbeiten zu können. Die Praxiserfahrung sei das A und O, um ein Volontariat zu bekommen, erklärt Marie Enßle. So nennt sich die Ausbildung zum Redakteur. Einen speziellen Studiengang könne sie nicht empfehlen. Spannend, nie langweilig und vielseitig sei der Beruf, aber manchmal auch stressig und nicht planbar.

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