Viele Wünsche, wenig Spender

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Die Wunschbaum-Aktion ist gestartet, aber noch gibt es viel mehr Wünsche als Wunscherfüller.
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Die Aktion von „Gmünder machen Wünsche wahr“ lief am Samstag verhalten an. Noch zwei Wochen lang können Wünsche am Baum im Prediger abgeholt werden.

Schwäbisch Gmünd

Es ist kurz nach halb eins am Samstagmittag. Karin Maier blickt sorgenvoll auf die Kartons mit den vielen Zetteln: „Mir wird schon mulmig, wenn ich sehe, wie wenig Wünsche heute geholt wurden.“ Zusammen mit Rose Uhl und Petra Barth wartete die Ehrenamtliche von „Gmünder machen Wünsche wahr“ an diesem Vormittag erstmals am diesjährigen Weihnachtswunschbaum auf spendable Gmünder.

Der Baum steht auch in diesem Jahr nicht wie üblich im Rathaus, sondern im Refektorium des Kulturzentrums Prediger. Bereits 2020 hatte sich die Organisation aus Abstands- und Platzgründen dafür entschieden. 800 Zettel mit Wünschen von Kindern und Senioren wurden gesammelt. Und dieses Mal nicht an den Baum gehängt: „Damit sich keiner dort hin drängen muss, geben wir die Zettel aus den Kartons heraus an die Leute weiter“, erzählt Karin Maier.

Nur 130 Zettel bisher abgeholt

Auf dem Tisch an der Tür liegen hohe Stapel, sortiert nach Wünschen. Nur etwa 130 Zettel wurden bislang abgeholt: „Das ist ein sehr schleppender Start“, sagt Rose Uhl und erklärt: „Normalerweise ist am ersten Tag sehr viel los.“ Weil sich die Menschen den Wunsch heraussuchen wollen, für den sie am liebsten einkaufen gehen, mutmaßt Karin Maier. Gerade in diesem Jahr habe sie mit einem großen Ansturm am Anfang gerechnet: „Weil ja nicht klar ist, ob und wie die Geschäfte offenbleiben.“ Je früher man den Zettel besorgt, desto mehr Zeit habe man ja fürs Besorgen. Bis zum 11. Dezember brauchen die Ehrenamtlichen die Geschenke zurück. In der Woche darauf werden die Gaben verteilt. Wer sie bekommt, hatte sich seit Herbst anmelden können. „Wir legen unsere Flyer immer im Tafelladen aus, bei Hilfsorganisationen oder in der Sprechstunde der Wohngeldstelle oder des städtischen Amts für Familie und Soziales“, erzählt Maier. Nur sozial schwache Familien und Senioren werden berücksichtigt. Dass es diesen an Grundlegendem fehlt, zeigen die Wünsche: Eine Fünfjährige hätte gerne einen Pullover in Größe 110. Die kleine Maria wünscht sich eine Jacke und ein 16-Jähriger hat „Schuhe Nummer 42“ aufgeschrieben. „Zwei Drittel der Kinder wünschen sich Kleidung“, bestätigt Maier. Die Senioren hatten die Wahl zwischen einem Gutschein, etwa für die Apotheke, oder einer süßen oder herzhaften Überraschung. „Die Gutscheine überwiegen.“

„Uns geht es gut“

Ariane und ihre Tochter Feyh möchten ein Mädchen mit einer Uhr überraschen. „Uns geht es gut, deshalb wollen wir anderen einen Herzenswunsch erfüllen“, sagt die Mutter. Sie würden sich auch für andere Projekte einsetzen, ihnen sei das wichtig. „Hiermit ist es so einfach, etwas Gutes zu tun“, findet Robin. Der junge Mann und Freundin Carla nehmen acht Gutscheine mit: „Auch für andere, die heute nicht in die Stadt konnten.“ Beide arbeiten in der Kinder- und Jugendhilfe und machen schon das fünfte Jahr beim Wunschbaum mit.

Viele „Wiederholungstäter“

„Wir hatten heute hauptsächlich Wiederholungstäter“, erzählt Petra Barth. Ob es am Regen lag, dass so wenige gekommen sind, oder daran, dass kein Weihnachtsmarkt in die Stadt gelockt hat? „Wir hoffen jetzt einfach, dass in den nächsten zwei Wochen noch alles abgeholt wird.“ Falls nicht, gehe niemand leer aus: „Dann finanzieren wir die übrigen Geschenke aus Spendengeldern.“

  • Wunschbaum: So funktioniert's
  • Der Wunschbaum steht noch bis Samstag, 11. Dezember, im Refektorium des Predigers. Montags bis freitags besteht von 8.30 bis 16.30 Uhr die Möglichkeit, einen Wunsch abzuholen, samstags von 8.30 bis 13 Uhr. Bis spätestens 11. Dezember müssen die Geschenke wieder dort abgegeben werden, denn das Team wird sie am 13. und 14. Dezember austeilen. Der Richtwert pro Geschenk liegt bei 25 Euro.

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