Weleda: Investitionen senken Gewinn

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So soll das Logisitkzentrum der Weleda in Gmünd einmal aussehen, im Bild die Front des Verwaltungsgebäudes.
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Der Umsatz der Weleda war 2021 stabil, der Gewinn geht hingegen relativ stark zurück. Warum das aber kein Grund zur Sorge ist.

Schwäbisch Gmünd

Vor knapp drei Jahren hat das französische Gesundheitsministerium entschieden, dass homöopathische Mittel künftig nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden. Zuvor lag die Erstattung bei 30 Prozent, 2020 bei 15 Prozent – 2021 fiel sie dann komplett weg. Das bekam in den vergangenen Jahren auch die Weleda AG zu spüren. Nicht nur deshalb befindet sich der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln seit Jahren auf Sinkflug. Auch 2021 sind die Erlöse weiter geschrumpft, kein Geheimnis zudem, dass die kleinere der beiden Weleda-Sparten seit einiger Zeit rote Zahlen schreibt. Doch die weltweit weiterhin gute Nachfrage nach Naturkosmetik wetzt die Scharte mehr als aus.

Im vergangenen Jahr hat Weleda in Summe den Umsatz von 424 Millionen auf 425 Millionen Euro leicht gesteigert. Während der Gesamtumsatz der Naturkosmetik im Vergleich zum Vorjahr um rund 3 Prozent zulegte, verringerte sich jener mit Arzneimitteln um 10 Prozent. Während die Naturkosmetik in fast allen Märkten wuchs, erholten sich laut Weleda zwar in der Arzneimittelsparte einige Absatzgebiete, doch die Bedeutung des französischen Markts wiegt zu schwer für eine Kehrtwende zum Wachstum.

Als operativen Gewinn weist die Weleda rund 13 Millionen Euro aus, nach 22 Millionen Euro im Vorjahr ein starker Rückgang, den Weleda aber nicht nur mit den „Herausforderungen in der Arzneimittelsparte“ begründet, sondern auch mit guten Nachrichten zusammenhängt. Denn zum einen investiert die Weleda kräftig in die Märkte, zum anderen nimmt die AG höhere Abschreibungen durch Modernisierung und Ausbau der Produktionsanlagen vor.

Wie berichtet, errichtet Weleda auf dem Gmünder Gügling ein hochmodernes und dazu nachhaltiges Logistikzentrum, das Maßstäbe in der Vereinbarkeit von Natur und Wirtschaft setzen soll sowie gleichzeitig die bislang aufs Stadtgebiet verteilten Logistikstandorte an einem zentralen zusammenführen soll. Dafür investiert Weleda einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Laut Firmensprecher Tobias Jakob laufen die Bauarbeiten derzeit nach Plan, für Anfang Juli ist die offizielle Grundsteinlegung geplant. Die aktuelle Steigerung der Preise für Baumaterialien bereitet der Weleda aktuell noch keine Probleme, so Jakob: „Wir behalten die Entwicklung aber im Auge.“

Ebenso investiert das Unternehmen derzeit in den Stammsitz im schweizerischen Arlesheim. Dort soll die Produktion modernisiert und ausgebaut werden. Geld in die Hand nimmt die Firma weiters für Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie in Forschung und Entwicklung, sowohl in der Naturkosmetik als auch bei den Arzneimitteln.

Im vergangenen Jahr hat die AG in der Schweiz eine neue Tochtergesellschaft namens Weleda HealthCare AG gegründet. Wie Weleda schreibt, stelle die 100-prozentige Tochtergesellschaft „individuell verordnete Präparate her, sogenannte Rezeptur- bzw. Magistralpräparate“. Damit sichere man die Versorgung der Schweiz mit anthroposophischen Arzneimitteln. Weltweit betreibt die Gruppe 27 Gesellschaften und beschäftigt 2700 Menschen, rund 1000 davon am größten Standort in Gmünd.

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2022 will Weleda „keine Einschätzung“ über den Verlauf und die Entwicklung von Umsatz und Gewinn abgeben und begründet dies mit der „aktuellen Situation“. So beeinträchtigen das dritte Pandemie-Jahr mit teilweisen Lockdowns, steigende Inflationsraten und der Krieg in der Ukraine das Konsumverhalten und das Marktumfeld. Weleda bekommt dies bereits konkret zu spüren: Im ersten Quartal seien die Erlöse in Europa bereits teilweise zurückgegangen, was auch zweistellige Zuwächse in anderen Länden nicht kompensieren konnten. 

Wir behalten die Entwicklung im Auge.“

Tobias Jakob , Weleda

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