Wie schlägt sich der Gmünder Radring im Test?

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Klare Wegweisung: Abzweig am Altstadtring in der Gemeindehausstraße. Im Hintergrund die oft langwierige Querung der vielbefahrenen Königsturmstraße.
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Testfahrt auf dem neue ausgewiesenen Gmünder Radring Altstadt: von Tempozonen-Mischmach, bremsenden Querungen und einem altbekannten Flaschenhals.

Schwäbisch Gmünd

Mit rund 40 großen Bodenmarkierungen ist der knapp drei Kilometer lange Gmünder Radring Altstadt jetzt sichtbar gemacht worden – wir haben eine Testfahrt unternommen.

Gute Orientierung: Das neue Logo, das die Stadt Gmünd in Eigenregie entworfen hat, überzeugt. Groß genug, mit grüner Farbe analog zur Schrift auf baden-württembergischen Radweg-Schildern, mit zwei klaren Worten: „Radring Altstadt“.

Durch seine doppelte Badehandtuchgröße hat es Signalwirkung auch für andere Verkehrsteilnehmer (Achtung, hier sind Radfahrer!), für die Radler sorgen die Logos an jeder Ecke oder Abzweigung auf der Route schnell für Klarheit, wo’s lang geht. Was man auf Radwegen mitunter erlebt, gibt‘s hier nicht: rätselhafte Stellen, wo man sich den Weg suchen oder zusammenreimen muss.

Fünf Halte-Stellen: Flüssig vorankommen geht anders: Auf der Südspange des Rings, zwischen Uferstraße und Königsturmstraße, müssen die Radler auf dem City-Ring fünfmal vielbefahrene Straßen queren: die Königsturmstraße, Untere Zeiselbergstraße, die Sebaldstraße, Parlerstraße und die Uferstraße an der Kreuzung bei der Karl-OIga-Brücke.

Große Tempozonen-Vielfalt: Wer sich vorgenommen hat, genau auf die Verkehrsschilder zu achten, die das Tempo vorgeben, kommt auf den knapp drei Kilometern aus dem Schauen kaum heraus. Es ist alles dabei im Schilderwald: Zone 20 am Remspark und in der Schmiedgasse, Fußgängerzone mit Erlaubnis für Radler, 30-er-Zonen etwa in der Ledergasse, kombinierte Fuß-/Radwege wie am Schillersteg, Spielstraßen-Schilder am Marktplatz (also: Schrittgeschwindigkeit), und das gute, alte Tempo 50 gibt’s auch. 

Ein Auto im Nacken: Die längste klassische 50er-Zone auf dem Radring ist in der Uferstraße - prädestiniert, um ein vertrautes Radler-Gefühl auszulösen: Man fühlt regelrecht, wie man als Verkehrshindernis wahrgenommen wird. Dann, wenn Autos wegen Gegenverkehr hinter einem fahren müssen und nicht überholen können. Tempo 30 für alle kann die Anspannung auf beiden Seiten rausnehmen. Es besteht Hoffnung: Sollte das angedachte Geschwindigkeitskonzept kommen mit weitgehend Tempo 30 in der Innenstadt, wäre durch die Angleichung von Auto und Rad das Problem entschärft. 

Die überfüllte Gasse: Dass man die Kapellgasse auch Zu-viel-Gasse nennen könnte, wird einem bei fast jeder Durchfahrt bewusst. Fast immer kommt ein Bus entgegen - viele hundert sind es pro Tag, unzählige Telefonladen-Werbeschilder verengen den Weg, dazu viele Fußgänger und noch die Radfahrer. Das Problem ist nicht neu, die neuen Radring-Symbole dort das sichtbare Eingeständnis, dass die Stadt trotzdem keine andere Lösung sieht als den Flaschenhals so in Kauf zu nehmen. „Das ist eben auch Fußgängerbereich, auf dem Teilstück muss man Rücksicht nehmen“, sagt Mobilitätsmanagerin Anja Tamm.

Die Zukunft: Die abgeschlossene Phase der Markierung war nur Schritt eins, versichert Anja Tamm. Nach der Sommerpause soll sich die interfraktionelle Gruppe Rad zusammensetzen und sich die Strecke anschauen. „Dann geht es eher um Umbaumaßnahmen.“ Tamm nennt Stellen mit offensichtlichem Verbesserungsbedarf: eine „Bordsteinabsenkung“, die an der Ecke Uferstraße/Schillersteg hilfreich wäre, die Querung der Königsturmstraße, die knapp bemessene Mittelinsel an der Unteren Zeiselbergstraße.

Vielleicht wird ja sogar der „kürzeste Radweg Deutschlands“ umgebaut: die beiden nur wenige Meter langen Mini-Radspuren an der Einmündung Untere Zeiselbergstraße/Paradiesstraße.

Radweg Altstadtring Schwäbisch Gmünd.

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