Zart, zerbrechlich, mundgeblasen

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Vorsichtig und sorgsam werden die Teile unter ständiger Bewegung über einem Brenner auf mehr als 500 Grad erhitzt. Fotos: Tom
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In der „Sommerschule Glasblasen“ gewährt Bernhard Meyer-Geugis Interessierten Einblicke in die uralte Kunst des Glasblasens.

Schwäbisch Gmünd

Glas ist ein Gebrauchsgegenstand, der nicht mehr wegzudenken ist und sich in allen Bereichen des Lebens findet. Die Kunst des Glasblasens ist eines der ältesten Handwerke, erklärt Bernhard Meyer-Geugis, der mit seiner Frau Angelika Geugis in der Gmünder Bocksgasse die Galerie „Glashart“ betreibt. Bereits vor mehr als 9000 Jahren entdeckten die Menschen das Glas als Werkstoff für sich, zumindest sind aus jener Zeit die ersten Funde dokumentiert. Vor etwa 5000 Jahren fertigten die Ägypter in kleinen Manufakturen Gefäße und Schmuckstücke aus Glas an.

Was über die Jahrtausende und Jahrhunderte immer weiter verfeinert wurde, ist bei „Glashart“ in einzigartigen gläsernen Kostbarkeiten zur Perfektion gereift. Bei „Glashart“ findet man feinsinnig gestaltete Unikate aus Glas. Bernhard Meyer-Geugis bläst in seiner Galerie außergewöhnliche Glas-Kollektionen. Filigran gearbeitete Phiolen und Flakons, zarte Kelche, Becher, kleine Löffelchen sowie Mörser mit Pistillen sind neben gläsernen Schmuck- und Dekorationsartikeln im Atelier in der Bocksgasse und im Atelier in Hussenhofen zu finden.

Bis zu ihrer Fertigstellung benötigen die Werkstücke eine Arbeitstemperatur von annähernd 1400 Grad Celsius. Jedes Teil ist handgearbeitet, erklärt Bernhard Meyer-Geugis, und daher einzigartig und individuell.

Mit der „Sommerschule Glasblasen“, die Meyer-Geugis nun anbietet, kann die spannende Herstellung von Heiß-Glas-Objekten in kleinen Workshops erlebt und erlernt werden, meint der Künstler und lässt sich bei der Entstehung eines Glasgefäßes über die Schulter blicken. Auf die zukünftigen Kursteilnehmer warten die vorbereiteten „Halbmaterialien“: bereits gezogene Glasspitzen mit aufgeblasenem Kelch. Dabei hat nur eine der seitlichen Glasspitzen eine Öffnung, die später in die gewünschte Größe „aufgeblasen“ werden kann.

Unter ständiger Bewegung

Um der bereits vorhandenen „Glasblase“ im vorbereiteten Halbmaterial die Spannung zu nehmen, erhitzt der Glaskünstler das Werkstück sorgsam über einem Brenner auf über 500 Grad. Die Temperatur ist in dem Moment erreicht, wenn sich der entstandene Ruß wie durch Zauberhand vom Glas entfernt. Um eine Öffnung für das Gefäß zu erhalten, wird jetzt vordere Teil des Objektes zu einer hauchzarten Glasblase aufgeblasen, die im Anschluss entfernt wird. Jetzt befindet sich nur noch der „Glasbauch“ am Glasträger. Für die gewünschte Öffnung des zu erschaffenden Gefäßes wird die vorhandene Öffnung mit nassem Buchenholz bis zur gewünschten Größe „aufgetrieben“. Zum Abschluss erhitzt Meyer-Geugis eine Glasstange und veredelt den Rand des Gefäßes mit kleinen „Glasperlen“. Von einer Messingzange gehalten, wird zum Ende hin der hintere Glasteil vom Gefäß abgetrennt. Bei all diesen Vorgängen muss das Werkstück in ständiger und gleichmäßiger Bewegung gehalten werden.

Sommerkurse

Am Donnerstag, 18. August, Freitag, 19. August, sowie Donnerstag, 25. August, bietet das Künstlerehepaar als Einsteigerkurs die Sommerschule Glasblasen „Flame-worked Glass“ an. Dort erhalten Heiß-Glas-Beginner die Gelegenheit, einen Blick auf die verwendeten heißen Glas-Arbeitstechniken zu bekommen. Der Schwerpunkt wird sein, unter fachlicher Anleitung selbst praktische Erfahrungen mit Glas an der Flamme zu sammeln. In einer lockeren, inspirierenden Atmosphäre können in der Folge auch eigene Vorstellungen ausprobiert werden. Ob am Ende ein Kelch, ein Becher, eine Schale oder eine mundgeblasene Weihnachtskugel entsteht, ist den Teilnehmern überlassen.

Unter www.glashart.com/workhop finden sich weitere Informationen und auch die Termine für die Aufbaukurse. Vorgespräche für Interessierte finden am Samstag und Sonntag, 12. und 13. August, von 14 bis 18 Uhr in der Galerie GLASHART in der Bocksgasse 26 statt.

Mehr Bilder finden Sie im Internet auf www-tagespost.de.

Einzigartige, weil von Hand gefertigte Stücke.
Glashart Sommerschule Glasblasen Foto: Tom
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Das eigentliche Glasblasen ist nur ein Teil der Kunst.
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen
Glashart Sommerschule Glasblasen

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