Ziel: Das Vertrauen gewinnen

Die Stadtväter haben die mobile Jugendarbeit neu definiert. Dafür wurden zwei Streetworkerinnen eingestellt, die am Donnerstag im Rathaus vorgestellt wurden: Alice Chlebosch (24) und Simone Kasper (27). Sie übernehmen diese Aufgabe, die bislang von der St. Canisius gGmbH ausgeführt wurde. Deren Schwerpunkt liegt künftig auf der Schulsozialarbeit.

Besonders interessant für die beiden Streetworkerinnen – Alice Chlebosch studierte Pädagogik und Sportdidaktik an der Uni Bamberg, Simone Kasper Erziehungswissenschaften in Tübingen – seien die "informellen Treffpunkte in der Innenstadt, im künftigen Fun- und Sportpark und den so genannten sozialen Brennpunkten wie Hardt, Oststadt, Rehnenhof-Wetzgau und die Weststadt", sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse bei der Vorstellung. Der Bereich mobile Jugendarbeit werde derzeit mit dem Kommunalen Ordnungsdienst, der offenen Jugendarbeit und anderen Institutionen vernetzt. Bläse lobte das Engagement der beiden Frauen, die trotz ihrer akademischen Qualifikation bereit waren, die auf ein Jahr befristete Stelle zu je 50 Prozent zu übernehmen. Aufgabe der Streetworkerinnen sei es, den Jugendlichen Hilfestellung bei ihren Problemen zu geben und Wege zu Institutionen und Treffpunkten weisen: "Wir wollen zeigen, wo sie hingehen können. Die Jugendlichen nur zu vertreiben, das ist zu wenig", sagte Bläse. Dazu brauche es auch von Seiten der mobilen Jugendarbeit Flexibilität. Daher sei nicht an Projektarbeit gedacht: "Je mehr Projekte man anbietet, desto immobiler wird man." Das Gesicht der mobilen Jugendarbeit sei, dass die Mitarbeiterinnen unterwegs sind. Wichtig für die Arbeit der Streetworkerinnen sei es, Beziehungen zu den Jugendlichen aufzubauen: "Sie müssen deren Vertrauen gewinnen." Auf neue attraktive Treffpunkte, die sich durch die Neugestaltung der Innenstadt ergeben, stelle man sich schon im Vorfeld ein. Durch "Platzierung" der Büros im Eule-Areal zum Beispiel und die Vernetzung der mobilen Jugendarbeit in der Innenstadt. Auch die Aufgaben wurden definiert. So liege ein Schwerpunkt bei der "Betreuung von obdachlosen Jugendlichen mit Migratrionshintergrund". Einen großen Teil des Projekts "Hilfe für junge Menschen in Wohnungslosigkeit" werde die mobile Jugendarbeit übernehmen. Nach ihren ersten praktischen Erfahrungen werden Alice Chlebosch und Simone Kasper mit der Landesarbeitsgemeinschaft "Mobile Jugendarbeit" in Stuttgart eine Konzeption für Gmünd erstellen.

Werner SChmidt

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