700 Eichen sollen Klimaschäden ausgleichen helfen

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Oberforstrat Jens-Olaf Weiher mit dem neuen Revierleiter Christoph Veile und Bürgermeister Peter Kühnl.
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Ruppertshofener Gremium hört den Waldbericht und begrüßt neuen Revierleiter.

Ruppertshofen. Christoph Veile heißt der neue Revierförster für Ruppertshofen. Der 24-Jährige übernimmt die Aufgaben seines Vorgängers Max Kronmiller und wurde jetzt vom Leiter der Forst-Außenstelle des Landratsamtes in Schwäbisch Gmünd, Jens-Olaf Weiher dem Gemeinderat vorgestellt. Weiher freute sich , dass die Revierförsterstelle „nahtlos“ neu besetzt werden konnte.

Weiher und Veile präsentierten dann den Zustandsbericht des Waldes. Der Klimawandel wirke massiv und schneller und intensiver als gedacht, resümmierte Weiher. Dieser Sommer habe dem Wald extrem zugesetzt. Es entwickle sich eine Dynamik, die sich „hochschaukeln“ könne und geschwächte Fichten weiter schädige und dem Borkenkäfer weiter Vorschub leiste. Die lange Trockenheit sei durch „rettende Gewitter“ abgeschwächt worden, hier sei der Forst „mit einem blauen Auge davongekommen“.

Zudem müsse man den Gedanken fallen lassen, dass eine natürliche Aussamung von Tannen und Laubbäumen die geschwächten Fichten ersetzen können. Die vorhandenen Schadflächen müssten nun „aktiv“ mit klimaresistenten Baumarten aufgeforstet werden.

Die Situation habe sich gewandelt, erklärte Oberforstrat Weiher auf Rückfrage von Bürgermeister Kühnl. Der bis in die Tiefe ausgetrocknete Boden mache der Tanne als Tiefwurzler zu schaffen. Die wenigen Regengüsse hingegen hätte der Fichte als Flachwurzler einigermaßen über die Runden geholfen. Nur „ein monatelanger Landregen könnte den durchgetrockneten Unterboden noch erreichen“.

Immerhin die ökonomische Komponente des Waldes mache Hoffnung: Der Holzmarkt habe sich erholt, momentan werden wieder gute Preise erzielt, die Unsicherheit der Preise im Bausektor schlage sich mit Sicherheit in der Zukunft auf die Bauholzpreise nieder.

Die Bedeutung des Waldes komme immer mehr in der Gesellschaft an. Die luftreinigende und klimaausgleichende Wirkung werde immer mehr wertgeschätzt. Der Bund habe mit einem eine Milliarden Euro starken Förderprojekt ein „mächtiges Paket für den Wald geschnürt“. Sobald weitere Details zum Programm bekannt seien, berate der Forst Kommunen und Waldbesitzer.

Veile informierte, dass Holzeinschlag nötig sei, um die Wälder anschließend aktiv mit entsprechenden Baumsorten klimastabil zumachen. Knapp 2000 Quadratmeter betrage die Fläche bei Birkenlohe mit geschädigten Fichten und „abgängigen“ Eschen, die nach einem kompletten Einschlag Raum für eine Baumpflanzaktion bieten würde.

Eine solche Pflanzaktion soll Ende November bei Hönig erfolgen, 700 Eichen sollen auf der 3500 Quadratmeter großen Freifläche gepflanzt werden, die Bäume seien eine Spende der ODR ENBW, das Projekt erfolgt in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft deutscher Wald, Schulkinder werden die Pflanzaktion aktiv begleiten. ⋌⋌⋌Andrea Rohrbach

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