Bei der Kläranlage Horn naht die Entscheidung

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Die Verbandskläranlage bei Horn wird aktuell vom Zweckverband der Gemeinden Göggingen, Iggingen, Leinzell und Täferrot getragen. Dieser könnte Zuwachs bekommen. Foto: aks
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Das Gutachten zum möglichen Anschluss von Schechingen und Heuchlingen liegt vor. Eine öffentliche Beratung ist für Januar terminiert. Wie der weitere Zeitplan aussieht.

Leinzell/Schechingen

So langsam läuft die Uhr. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ab 2024 alle Kläranlagen mit einer Phosphatfällung ausgestattet sein müssen. Eschach hat deshalb vor wenigen Tagen eine knapp drei Millionen Euro teure Erweiterung gestartet. Andere - das benachbarte Schechingen und Heuchlingen direkt im Leintal - müssten auch investieren. Doch sie haben Alternativen und hatten deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das liegt jetzt vor.

Zunächst zum Hintergrund: Geschätzte 60 000 Euro waren vor einigen Jahren allein für die Phosphatfällung in der Schechinger Anlage im Gespräch. Und das wäre hier nicht die einzige notwendige Investition. Zudem: „Bei den aktuellen Preisen wäre es sicher deutlich teurer als die 60 000 Euro“, fürchtet Wilfried Binder, der Geschäftsführer des Verwaltungsverbandes, der als Kämmerer die Finanzen der Gemeinde betreut.

Schon deshalb ist es nicht verwunderlich, dass auch eine Alternative geprüft wird - nämlich der Beitritt zum Abwasserzweckverband Leintal und in der Folge der Anschluss an die Kläranlage bei Horn. Deren, auf den ersten Blick größter Vorteil: Eine Phosphatfällung gibt es hier bereits seit der jüngsten Sanierung. Weitere Vorteile legt die Argumentation des Landes Baden-Württemberg als Fördermittelgeber dar, auf die auch Schechingens Bürgermeister Stefan Jenninger hinweist: Bei größeren Kläranlagen lasse sich auch der Betrieb personell besser bewältigen. Verordnungen zum Arbeitsschutz schreiben zum Beispiel vor, dass bestimmte Arbeiten aus Sicherheitsgründen nur noch zu zweit ausgeführt werden dürfen.

Um die Katze nicht im Sack zu kaufen, hat Schechingen also beschlossen, sich gutachterlichen Rat einzuholen. Gemeinsam mit Heuchlingen, für das ein Anschluss ebenfalls infrage käme, haben die Beteiligten ein Gutachten in Auftrag gegeben, das seit Kurzem vorliegt und intern im Verwaltungsrat des Abwasserzweckverbandes bereits vorgestellt worden sei, erklärt der Verbandsvorsitzende Marc Schäffler auf Anfrage. Fünf Varianten seien in diesem Gutachten detailliert geprüft worden - ihre öffentliche Erörterung startet am Donnerstag, 19. Januar, mit einer Großveranstaltung in der Kulturhalle in Leinzell. Dann erläutern die Gutachter die Analyse und ihre Ergebnisse, sagt Schäffler, der mit einer mehrwöchigen Entscheidungsphase rechnet, bei der es nicht nur darum gehe, ob Schechingen und/oder Heuchlingen dem Zweckverband beitreten, sondern auch um die Dimension und Zukunftsfähigkeit des Projekts.

Und zum weiteren Zeitplan erklärt der Verbandsvorsitzende: Die Vorplanungen könnten bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Ausschreibungen wären dann ab 2024 möglich. Abschlossen sein könnte die Planung Ende 2024. Dann müssten auch die Fördergelder beantragt werden. Deren Bewilligung vorausgesetzt könnte der Baubeginn im Herbst 2025 sein. Umgesetzt wird das Projekt in mehreren Abschnitten mit einem voraussichtlichen Abschluss Ende 2029.

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