Der neue Regionalplan wäre  „Der Tod der Gemeinde Eschach“

+
Die Gemeindeverwaltung ist alles andere als glücklich mit den Vorgaben, die der Regionalplan setzt. Foto: Archiv
  • schließen

Gremium moniert nicht zugewiesene Flächen für eine Erweiterung von Gewerbe- und Wohnungsbau.

Eschach. Der Entwurf des Regionalplans 2035 trieb Bürgermeister Jochen König am Montag die Zornesröte ins Gesicht. Der Regionalplan sei das „oberste Planungswerkzeug der Gemeinden“, werde alle paar Jahrzehnte neu aufgelegt und gibt damit den Gemeinden ihre Weiterentwicklung vor. Die im Regionalplan festgelegten Ziele seien bindend, Ausnahmen können nur durch einen sehr zeitaufwendigen und umfangreichen Zielabweichungsverfahren möglich gemacht werden.

Der Entwurf des fortgeschriebenen Regionalplans für Eschach sei „eine Frechheit ohne Gleichen“ ärgerte sich König. Dem Plan zufolge könne man meinen, „Eschach soll nicht weiter wachsen“. Bei näherer Prüfung des Planwerks in Zusammenarbeit mit Ingenieur Harald Wahl wurde seitens der Verwaltung und des Ingenieurs „schlampige“ Bearbeitung festgestellt. Zudem sei veraltetes Daten- und Kartenmaterial verwendet worden. Der so angefertigte Regionalplan mit Zielfestsetzung 2035 sei „der Tod der Gemeinde“.

Ingenieur Wahl stellte dem Entwurfsplan den von ihm überarbeiteten Plan gegenüber. Im Entwurf zu sehen sei, dass Eschach von landwirtschaftlichen Flächen umschlossen sei, die für eine bauliche Weiterentwicklung nicht genutzt werden können. An die, im Original aufbereiteten innerörtlichen, Flächen komme die Gemeinde nicht heran, da sich diese im Privatbesitz befinden. Viele als bebaubarer Grund ausgezeichnete Flächen seien bereits bebaut.

Heruntergerechnet kamen Verwaltung und Planer auf ein ernüchterndes Ergebnis, lediglich 3000 Quadratmeter Fläche würde Eschach für weitere Wohnbauten zur Verfügung stehen, und keine Fläche für gewerbliche Bauten. „Wir müssen hier eingreifen“, stellte der Bürgermeister klar, sonst sei die Gemeinde in ihrer Weiterentwicklung bis ins Jahr 2035 ausgebremst.

Das Gremium votierte einstimmig, dem Regionalverband die exakten Daten zukommen zu lassen und sich Potenzialflächen zur Überbauung hinterlegen zu lassen.

Baustellenzufahrt für Tann II

Das Baugebiet Tann II ist fertig, die Baufreigabe für die 14 Bauwilligen soll am 15. November erteilt werden. Die Baustellenzufahrt für die Erschließungsarbeiten erfolgte dazu über den Feldweg von Süden her über das Gewerbegebiet. Aus Sicht der Verwaltung gibt es keine vernünftige Alternative, als diese Zufahrt den Baustellenfahrzeugen, die von den Bauwilligen benötigt werden, weiterhin zur Verfügung zu stellen. Eine mögliche Zufahrt über die Steigäckerstraße, Vogelsangstraße berge ein zu hohes Unfallrisiko und eine massive Belästigung für die Anwohner. Das Gremium befürwortete die Baustellenzufahrt. Diese soll allerdings nur für landwirtschaftlichen Verkehr und Fahrzeuge über 3.5 Tonnen genutzt werden dürfen. Die Bauherrschaft soll darüber informiert werden. ⋌Andrea Rohrbach

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald

Kommentare