Versüßt Wein und vertreibt Schmerz

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Bärbel Kenner
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: Mädesüß ist eine tolle Pflanze, sagt Kräuterexpertin Bärbel Kenner aus Durlangen über eines der besten pflanzlichen Schmerzmittel.

Durlangen

Der Name klingt verführerisch. Das Kraut ist es ganz offensichtlich auch. Denn Mädesüß ist genau das, was sein Name nahelegt: süß. Die Pflanze wurde dereinst verwendet, um Met, also den Wein, zu süßen. Wovon sie ihren Namen „Met-süß“ - bekommen hat. Darüber hinaus ist Mädesüß ein wertvolles Arzneimittel.

„Für mich“, sagt Kräuterexpertin Bärbel Kenner, „ist das Mädesüß eine tolle Pflanze, da sie, besonders wenn sie blüht, einfach wunderschön ist. Leider wird sie oft nicht beachtet. Dabei gehört sie in der Volksheilkunde zu einem der besten pflanzlichen Schmerzmittel.“ Denn Mädesüß enthält Vitamin C, Salicylsäure, Mineralstoffe, Ätherische Öle Gerbstoffe, Flavonoide. Vor allem dank der Salicylsäure wirkt Mädesüß schweißtreibend und zusammenziehend auf die Schleimhäute, was bei allen Erkältungskrankheiten und vor allem bei Kopfschmerzen und Migräne segensreich ist. Mädesüß wird hier als Tee oder Sirup getrunken. Menschen, die empfindlich auf Salicylsäure reagieren, sowie Asthmatiker und Schwangere sollten auf den Genuss von Mädesüß verzichten.

Das Kraut und die Blüten von Mädesüß können verarbeitet werden als Tee, als Tinktur, als Badezusatz, als Zutat von Dampfbädern, als Kräuterwein oder auch pur. In der Küche eignen sich die Blätter auch hervorragend für Salate oder als Gewürz für Fisch- und Wildgerichte. Man kann sie auch wie Spinat zubereiten. Zwei Rezepte hat Bärbel Kenner zusammengestellt:

Blütensirup

Zutaten: 2 Mädesüß-Blüten-Stängel, 4 Holunderblütendolden, 1 kg Zucker, Saft von 4 Zitronen, 1 l Wasser.

Zubereitung: Wasser, Zitronensaft und Zucker aufkochen, abkühlen lassen. Die Blüten zum Zuckerwasser geben, alles abgedeckt bei Zimmertemperatur 48 Stunden ziehen lassen, ab und zu umrühren. Danach die Blüten absieben, noch mal aufkochen und in Flaschen abfüllen. Flaschen sofort verschließen. Der Sirup wird im Sommer verdünnt mit Mineralwasser und Eiswürfeln. Im Winter passt er zum Tee.

Mädesüßkuchen

Mürbteig: 250 g Mehl, 125 g Butter, 60 g Zucker, 1 Ei, 1 EL Vanillezucker, 1 Prise Salz,

Für die Füllung: 4 Eier, 100 g Butter, 250 g Quark, 200 g saure Sahne, 125 g gemahlenen Haselnüsse, 80 g Honig, 100 g Zucker, 1 kleine Orange, etwa 6 Stängel Mädesüßblüten, 1 Päckchen Vanillepuddingpulver, 4 EL Quittengelee (kann auch jedes andere Gelee sein).

Zubereitung: Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel füllen und rasch verkneten, eine Kugel formen und 30 Minuten kühl stellen. Anschließend auswellen und eine Springform damit auslegen (26 cm).

Die Mädesüßblüten abzupfen und etwas klein schneiden. Die Eier trennen, das Eiweiß zu Schnee schlagen, dabei den Zucker langsam einrieseln lassen, zur Seite stellen. Die Butter in der Küchenmaschine mit dem Rührbesen schaumig schlagen, Eigelb unterrühren, dann Quark, Nüsse, Vanillepuddingpulver, Honig und die klein geschnittene Orange unterrühren. Zum Schluss die klein geschnittenen Mädesüßblüten und den steif geschlagenen Eischnee unterheben. Die Füllung auf den Mürbteig geben. Bei 180° ca 50 Minuten backen. Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit dem Gelee bestreichen und mit Mädesüßblüten bestreuen. Den Kuchen abkühlen lassen und erst dann aus der Form nehmen.

Info: Bärbel Kenner hat bei ihrer Uroma auf der Schwäbischen Alb die Kraft der Kräuter kennen und die Kostbarkeiten der Natur schätzen gelernt. Sie hat eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin BNE abgeschlossen, bietet Kräuterführungen, Kurse und Gewürzmischungen an und hat ihren reichen Erfahrungsschatz vor kurzen in dem Buch „Heimische Wildkräuter erkennen, fühlen, riechen, schmecken“ zusammengefasst, das im Einhornverlag erschienen ist.

Der Mädesüß-Sirup wird aus den Blüten hergestellt und hat schmerzlindernde Wirkung.
Unscheinbar und trotzdem begehrt: Die süßen Blütendolden.
Eine Köstlichkeit: der Mädesüßkuchen.

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