Kläranlage: Start fürs Großprojekt am Eschbach

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Hinten wird bereits gebohrt. Vorne beim Spatenstich für die Phosphatfällung (v.l.): Planer Johannes Haus, Statiker Andrej Lässig, Geschäftsführer Thomas Ebert, Ingenieur Matthias Strobel, Bürgermeister Jochen König, Harald Hägele und Ralf Sommer vom Bauhofteam . ⋌⋌Foto: aks
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Warum die Gemeinde Eschach jetzt 2,8 Millionen Euro in die Kläranlage investiert und was bei diesem Projekt eine besondere Herausforderung darstellt.

Eschach

So ist das bei Großprojekten: während vorne der offizielle Start gefeiert wird, haben im Hintergrund die Arbeiten längst begonnen. So ist das auch in Eschach, wo die Kläranlage um eine Phosphatfällung erweitert wird. Rund 2,8 Millionen werden dafür investiert, davon 700 000 Euro kommen vom Land, denn Baden-Württemberg hat beschlossen, dass bis 2024 alle Kläranlagen mit dieser zusätzlichen Reinigungsstufe ausgestattet sein müssen.

Begonnen hat Eschach deshalb schon 2020 mit der Planung. 2021 wurde der Förderantrag gestellt. Bei den Vergaben habe man den Zeitrahmen vergleichsweise weit gesteckt, um ernsthafte Angebote von den derzeit gut ausgelasteten Firmen zu bekommen, beschreibt Bürgermeister Jochen König die Strategie und ist zufrieden, dass die Firma Ebert den Zuschlag bekommen hat. Denn das von Knollenmergelhängen umgebene Kläranlagengelände tief unten im Wald am Eschbach stellt seine eigenen Herausforderungen.

Die werden übrigens schon beim Spatenstich offensichtlich: Nicht mal für die Reden kann der Bagger abgeschaltet werden. Zu groß ist die Gefahr, dass das gerade gesetzte Bohrloch mit Wasser und Schlamm vollläuft.

Neun Meter lang wird die Stützwand, 18 Bohrpfähle werden gesetzt, um den Hang zu stabilisieren und das neue Gebäude - in dem die Phosphatfällung als Kombinationsanlage zur Abwasserreinigung untergebracht ist - dauerhaft vor dem Druck zu bewahren, erklärt Ingenieur Matthias Strobel vom gleichnamigen Planungsbüro. Planer Steffen Treu ergänzt die Zahlen: 3200 Kubimeter Erde werden bewegt, 215 Kubikmeter Beton verbaut, 60 Tonnen Stahl als Bewehrung eingebracht. Außerdem erhält die Kläranlage ein neues Schlammsilo, das dann 400 Kubikmeter Schlamm, also 100 Kubikmeter mehr als jetzt, aufnehmen kann. Denn die Schlammmenge vergrößere sich um die Menge des Phosphats, das vom Fällmittel gebunden wird, erklärt Ingenieur Johannes Haus.

Warum ist Phosphat im Wasser schädlich

Phosphor kommt durch Wasch- und Reinigungsmittel ins Abwasser. Er wirkt in Oberflächengewässern als Nährstoff, der das Wachstum bestimmter Organismen fördert. Das kann zum Beispiel zu einer Massenentwicklung von Algen und Wasserpflanzen führen, was den Sauerstoffgehalt im Gewässer beeinflusst und damit auch die Arten, die überleben können.

In der Klärtechnik werden dem Abwasser Eisen- oder Aluminiumsalzen zugegeben, die sich mit dem Phosphat zu Flocken verbinden, die dann ausfallen.

Die Wasserrahmenrichtlinie der EU, die den Zustand der Fließgewässer vorschreibt, fordert den Phosphoreintrag aus Kläranlagen zu begrenzen.

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