Bald mit Schechingen und Heuchlingen?

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Die Verbandskläranlage – unterhalb von Horn an der Lein gelegen.

Abwasserzweckverband Leintal peilt Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen für effiziente Abwasserbewirtschaftung an. Ein Strukturgutachten soll Klarheit bringen.

Göggingen

Seit Jahrzehnten üben Göggingen, Leinzell, Täferrot und Iggingen erfolgreich den interkommunalen Schulterschluss in Sachen Abwasserbewirtschaftung. Sprich, man hat sich damals in einem Abwasserzweckverband zusammengefunden und betreibt seit den 1950er Jahren gemeinsam die Kläranlage im Leintal. 1998 wurde sie modernisiert, später um eine Klärschlammtrocknung erweitert und 2019 dann um ein Fernwirksystem für alle Regenüberlaufbecken im Verbandsgebiet und deren technisch gesteuerte Leerung. Jetzt bescheinigt ein Energiegutachten, dass die Kläranlage "energieoptimiert" betrieben wird und diesbezüglich nirgends mehr gespart werden muss. "Sehr erfreulich", wie Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Göggingen, Walter Weber, findet.

Sein Problem ist allerdings, dass die komplette EDV aus dem Jahr 1998, also von der letzten Modernisierung stammt. "Wer hat heute noch einen 30 Jahre alten PC daheim laufen?", macht Weber deutlich, dass hier investiert werden muss. Auch habe sich bei der Energieuntersuchung gezeigt, dass die Leistungskapazität der Anlage ihre Grenze erreicht hat. Zwar könne man noch Baugebiete ausweisen, da die Betriebserlaubnis bis 2030 gilt. "Aber dann muss man was tun", kündigt Weber an. "Und das geht in die Millionen."

Das Land will zudem die Zahl der kleinen Kläranlagen verringern. Wirtschaftlichkeit sei nur bei großen Anlagen, etwa der des Abwasserzweckverbands Leintal, gegeben. "Da geht's um Phosphatfällung und mehr. Also um Umweltschutz. Und der darf nicht nur in Sonntagsreden vorkommen", erklärt Walter Weber.

Daher habe man Gespräche mit den Nachbarkommunen Heuchlingen und Schechingen aufgenommen, die je eine eigene, kleine Kläranlage betreiben. An denen auch Investitionen anstehen, da sie in die Jahre gekommen sind und sich die gesetzlichen Vorgaben immer mehr verschärfen.

Bürgermeister Peter Lang stellt hierzu fest, dass es die Aufgabe einer Verwaltung sei, bei jeder Investition Alternativen zu prüfen. Daher werde sich die Leintalgemeinde am Strukturgutachten beteiligen, das der Abwasserzweckverband in Auftrag geben will. "Nur so erhalten wir als Verwaltung und Gemeinderat eine Entscheidungsgrundlage für die Zukunft. Ob wir also unsere Kläranlage weiterhin selbst betreiben, oder eventuell beim Abwasserzweckverband Leintal auf dessen Anlage", argumentiert der Heuchlinger Schultes.

Walter Weber schlägt dieses Strukturgutachten vor, weil es die Zahlen auf den Tisch bringen soll. "Das Gutachten wird mit Sicherheit ein Jahr dauern", meint Weber und zählt die einzelnen Untersuchungen auf. Etwa den Zustand der Becken, der Klärungseinrichtungen. Oder auch, was eine Pumpleitung von Heuchlingen oder Schechingen zur Verbandskläranlage kosten würde. Hierbei merkte er an, dass eine Pumpleitung von Heuchlingen und Schechingen herführend mittlerweile technisch problemlos realisierbar wäre. Als Beispiel führt der Verbandsvorsitzende die Gemeinde Adelmannsfelden an, die mittlerweile an die Kläranlage in Abtsgmünd angeschlossen hat.

Das Land würde das Gutachten zu 50 Prozent bezuschussen. Am Montagabend soll sich in der Verbandssitzung zeigen, ob es in Auftrag gegeben wird. Heuchlingens Bürgermeister Peter Lang hat bereits grünes Licht für das Gutachten signalisiert. Mit Schechingen gebe es noch "Klärungsbedarf", da es einen Bürgermeisterwechsel gegeben hat, sagt Weber. "Aber wir führen Gespräche, ob sich die Gemeinde am Strukturgutachten beteiligt".

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