Für leuchtende Kinderaugen an Weihnachten auch im Kriegsgebiet

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Die Spenden kommen an und lindern die Not von Mensch und Tier. Viele, denen Olga Gerashchenko (mitte oben rechts) und ihr Team vom Gögginger Verein helfen konnten, haben Fotos aus der Ukraine geschickt.
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Warum die Gögginger Ukraine-Hilfe nun sogar noch einen achten Transport plant. Was an Hilfsgütern jetzt dringend benötigt wird und warum diesmal ganz besondere „Sachspenden“ dabei sein sollen.

Göggingen

Es ist ein Alltag, wie man ihn sich hierzulande kaum vorstellen kann. Immer wieder fliegen Geschütze über die Datscha nahe Charkiw, wo Olga Gerashchekos Eltern nach wie vor eine kleine Landwirtschaft mit etwa 50 Ziegen betreiben. Knapp sechs Kilometer entfernt ist neulich eine Granate eingeschlagen. „Wir haben über den Tod geredet. Sie fürchten sich davor nicht, aber sie sorgen sich um die anderen Menschen in der Umgebung. Sie helfen, wo es geht“, erzählt die gebürtige Ukrainerin, die vor 20 Jahren als Au-pair nach Gmünd gekommen ist und heute in Göggingen lebt.

Auch Olga Gerashchenko wollte und will helfen. Sofort als Russland den Krieg gegen ihr Heimatland angezettelt hat, hat sie mit ihrem Partner Markus Wittmann den Verein Ukraine-Hilfe Göggingen ins Leben gerufen, in dessen Vorstand auch Katrin Schabel und Jörg Roshau mitarbeiten. Unermüdlich werden seitdem Hilfsgüter gesammelt - inzwischen 51 Tonnen, die in bislang sieben Transporten direkt zu den Betroffenen gebracht wurden. Denn nach wie vor leben Familienmitglieder, Bekannte und Verwandte, die bei der Verteilung helfen, direkt in den Kriegsgebieten.

Dort herrscht - zusätzlich zur tödlichen Gefahr durch den Raketenbeschuss - ein Alltag, vor dem sich hierzulande viele fürchten: immer wieder Stromausfälle, keine funktionierende Heizung, eine schwierige Lebensmittelversorgung. All das treibt die Aktiven des Gögginger Vereins so sehr um, dass sie noch vor Weihnachten den achten Hilfstransport starten wollen. Hauptsächlich an Bord und deshalb als Sachspenden willkommen: warme Kleidung - Jacken und Hosen, Winterunterwäsche, Mützen, Schals, Handschuhe. Alles in einem Zustand, dass man es direkt anziehen kann. Decken, ISO-Matten, Schlafsäcke, Wärmepads für Hände und Füße. Aber auch lange haltbare Nahrungsmittel. Fertiges Essen in Dosen, das nicht gekocht werden muss; löslicher Kaffee und Tee, Gemüsebrühe und Brühwürfel, Energy-Snacks, Kekse und Süßigkeiten. Zudem Hygieneartikel, Windeln für Babys und auch für Erwachsene, Feuchttücher, Seife, Zahnpasta, Duschgel und Schampoo; Baby und Kleinkindnahrung, Schnuller und Flaschen, Milchpumpen und Stilleinlagen. Und schließlich Medikamente zur Selbstmedikation wie etwa Erkältungs-, Fieber- und Schmerzmittel, Erste-Hilfe-Sets und Verbandsmaterial. All das, versichert Olga Gerashchenko, werde direkt an Betroffene verteilt. Auf ihrem Handy hat sie viele Fotos von Menschen, die die Hilfsgüter im Empfang nehmen. Und von Tieren - hauptsächlich Hunde und Katzen - die von ihren Besitzern zurückgelassen werden mussten, und ohne die Futterspenden verhungern würden.

Der achte Hilfstransport, für den das Team in Göggingen zurzeit sammelt, wird aber ein ganz besonderer sein. Denn er wird kurz vor Weihnachten starten und das Gögginger Team will trotz der schwierigen Zeiten Kinderaugen zum Leuchten bringen. Als besondere Spenden stehen deshalb neue und gebrauchte Spielzeuge auf der Liste. Auch weihnachtliche Leckereien, Süßigkeiten, Deko und Kerzen - gerne auch gleich eingepackt und beschriftet. Willkommen ist aber auch Geschenkpapier. „Es ist einfach wichtig, dass die Menschen in dieser besonderen Zeit auch etwas für die Seele bekommen“, findet Olga Gerashchenko und hofft bis zum Abgabeschluss am 15. Dezember auf viele Geber. Ansprechpartnerin für die Aktion ist Karin Kudernatsch, erreichbar per sms oder WhatsApp unter 0157 8702 5614.

Was dem Verein immer hilft, sind Geldspenden, die für Medikamente oder jetzt für die Weihnachtsaktion genutzt werden. Die Kontonummer lautet: DE19 6145 0050 1001 3192 94 bei der Kreissparkasse Ostalb. Kontoinhaber: Ukraine-Hilfe Göggingen. Betreff: Weihnachten.

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