Göggingen stimmt kommunalem Wärmeplan zu

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Wie viel Energie jeder Straßenzug und jede Siedlung benötigt, wird jetzt auch in Göggingen erhoben.

Die Gemeinde wird sich beraten lassen, wie sie als Kommune bis 2040 klimaneutral sein könnte.

Göggingen. Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme hat der Gemeinderat entschieden, sich am Projekt Kommunalen Wärmeplanung zu beteiligen. Thomas Wolter von der Hochschule Aalen erläuterte in der Sitzung am Mittwoch das Konzept. Ziel ist, mit dessen Hilfe den Kommunen in Baden-Württemberg Strategien aufzuzeigen, wie sie ihren Energiebedarf bis ins Jahr 2040 klimaneutral erzeugen können.

„Wir können nicht mehr leugnen, dass wir im Klimawandel angekommen sind“, stellte Wolter fest. Statt wie bisher Strom über Verbrennung zu gewinnen, sei es deswegen an der Zeit, konsequent erneuerbare Energien für die Stromgewinnung zu nutzen. Aber welche? „Um darüber nachdenken zu können, brauche ich erst einmal Daten.“ Und zwar von jedem Gebäude im Ort. „Ein Planungsbüro bekommt die Daten vom Landeskatasteramt oder vom Schornsteinfeger und erstellt einen Bedarfsplan.“ Daran lasse sich ablesen, wie viel Energie welcher Straßenzug benötigt.

Wo Göggingen handeln könnte

Als zweiter Schritt werde das Potenzial analysiert, das die Gemeinde hinsichtlich erneuerbarer Energien hat. Ist Platz für Windräder, für Fotovoltaikanlagen oder gibt es Möglichkeiten, Abwärme zu nutzen? Insgesamt fünf Vorschläge bekomme die Gemeinde vorgelegt. „Was dann gemacht wird, entscheidet der Gemeinderat zusammen mit den zuständigen Netzbetreibern.“

46 von 56 Kommunen in Baden-Württemberg machen beim Projekt bisher mit, sagte Wolter. Die Orte werden im Konvoi betrachtet, Göggingen käme mit Eschach, Leinzell, Iggingen, Obergröningen, Schechingen und eventuell Heuchlingen zusammen.

Die Kosten für die Planung würden sich pro Kommune auf etwa 5000 Euro belaufen. Denn 80 Prozent fördere das Land. Seit Mittwoch sei sogar klar, dass der Bund das Landesprogramm übernehmen wolle. „Der Bund will sogar 90 Prozent der Kosten fördern.“

Was mit den Daten der Gebäudebesitzer geschehe, wollte Gemeinderat Wolfgang Kiemel wissen. „Kommt dann 2040 jemand auf die Besitzer zu und fordert sie auf, ihr Haus umzubauen?“ Nein, sagte Wolter, die Daten würden anonymisiert gespeichert. „Ohne die Daten wissen Sie nicht, wo Sie anfangen sollen.“

Planungshoheit sicher?

Ob die Planungshoheit ganz sicher bei der Gemeinde liege, hinterfragte Marco Ziegler. „Ja, Sie müssen nichts umsetzen, was Sie nicht wollen“, antwortete Wolter. Allerdings sei jede Kommune verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu handeln.

Bürgermeister Danny Kuhl meinte, dass es schwierig sei, vorauszusehen, was die Zukunft bringe. Er sprach sich für das Projekt aus: „Damit wir uns Gedanken machen können, was wir umsetzen könnten.“

In der Fragestunde erzählte ein Bürger, dass seine Frau und Kinder beim Spaziergang im Ofenloch von einem Hund angefallen worden seien. Verletzt wurde zum Glück niemand, aber der Schock sitze tief: „Was kann die Gemeinde tun, um die Leinenpflicht durchzusetzen?“ Bürgermeister Kuhl sagte, dass der Ordnungsdienst Sanktionen aussprechen könne, sollte der Halter des Hundes bekannt sein. Womöglich könne man zusammen mit der Hundesteuer auf die Leinenpflicht hinweisen. Aus dem Rat kam der Vorschlag, Hinweistafeln im Ortsgebiet anzubringen. ⋌⋌Cornelia Villani

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