Ideenwettstreit der Bürgermeisterkandidaten in Göggingen

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Vor einer großen Kulisse von mindestens 300 Göggingerinnen und Göggingern präsentierten sich die Bewerber um den Chefsessel im Rathaus.
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Drei der vier Kandidaten um den Chefsessel im Gögginger Rathaus präsentieren sich und ihre Ideen im pandemieverträglich bestuhlten Sportplatz. Was sie ihrem Publikum erzählen.

Göggingen

Na also. Im zweiten Anlauf hatten die Kandidaten um den Chefsessel im Gögginger Rathaus optimale Bedingungen, um sich und ihre Ideen zu präsentieren. Der vom SV Göggingen perfekt vorbereitete Rasen bot ausreichend Platz für die 256 Stühle, die die Mitarbeiter des Bauhofs in akkuraten Abständen aufgestellt hatten. Ums Spielfeld herum saßen und standen weitere Zuhörer - „ich schätze mal, es sind gut 300 Leute“, stellte Bürgermeister Walter Weber als Wahlleiter fest und freute sich, dass der öffentliche Termin nun doch noch gelungen sei, denn „nichts überwiegt den persönlichen Eindruck“.

Dem Eingang der Bewerbungen gemäß war dann das Mikro frei für Danny Kuhl. In den zwölf Wochen, seit er seine Bewerbung abgegeben hat, habe er sich ein gutes Bild über das Gemeindeleben machen können, sagte der 33-Jährige. Er ist in Aachen geboren und in einer Gemeinde in der Vordereifel aufgewachsen, die ähnlich groß sei wie Göggingen. Kuhl informierte über seine schulische Laufbahn, der zwölf Jahre Dienst bei der Bundeswehr folgten. Dort habe er unter anderem Transporthubschrauber betreut und im Zuge einer Umstrukturierung seine Vorliebe zum Verwaltungsberuf entdecken können.

Danny Kuhl ist 33 Jahre alt und Hauptamtsleiter.

Danny Kuhlstudierte an der Hochschule für Verwaltung in Ludwigsburg und arbeitete im Zuge dieser Ausbildung bei verschiedenen Behörden im Ostalbkreis - darunter die Stadt Schwäbisch Gmünd, der Verwaltungsverband Schwäbischer Wald, die Gemeinden Täferrot und Ruppertshofen. „Ich verfüge hier also über ein starkes Netzwerk in vielen Behörden.“

In Göggingen möchte Kuhl als Bürgermeister aktiv im Rathausteam mitwirken und gemeinsam mit den Bürgern in einem stets offenen Dialog einen zukunftsfähigen Ort gestalten. Das Haushaltsvolumen von über fünf Millionen Euro biete eine gute Grundlage, meinte er und will staatliche Fördermöglichkeiten nutzen und eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung aufbauen. Um den Ort weiter zu entwickeln, will er in neuen Konzepten denken, wozu auch ein Wochenmarkt gehören könnte. Weitere Punkte sind die Wirtschaftsförderung, schnelles Internet für alle und das Schließen von Baulücken. „Ich komme, um zu bleiben, und möchte ein aktives Mitglied ihrer Gemeinde werden“, betonte er abschließend.

Timo Maier beschreibt als gebürtiger Gögginger, der beruflich viel in der Welt unterwegs ist, wie die Corona-Zwangspause ihm den Stellenwert dieser wunderschönen Gemeinde bewusst gemacht habe. „Aus dem Ort für den Ort“ formuliert er seine Standortbestimmung und traut sich die Menschenkenntnis zu, anstehende Diskussionen sachlich zu steuern. Beruflich sei er es gewöhnt, Probleme kostengünstig und zeitnah zu lösen. Die fehlende Verwaltungskompetenz werde er sich erarbeiten.

Timo Maier ist 40 Jahre alt und Servicetechniker.

Sein Vorteil sei, dass er die gewachsenen Strukturen kenne, findet Timo Maier. Sein Augenmerk will er unter anderem richten auf einen guten Umgang mit der Landwirtschaft, den Erhalt des dörflichen Charakters, die zunehmenden Leerstände in der Ortsmitte und die energetische Sanierung der gemeindeeigenen Gebäude - alles in Abstimmung mit Betroffenen und Bürgern und unter Nutzung von Landesförderprogrammen. Dem Wohnungsmangel will er durch integrierten Geschossbau abhelfen, für die jungen Gögginger einen Jugendbeirat und eine Praktikavermittlung ins Leben rufen. Zugleich könne die ältere Generation von den Jugendlichen etwa den Umgang mit der modernen Technik lernen. Firmen will er ansiedeln mithilfe persönlicher Aktionen, aber auch über Headhunting. Er könnte sich vorstellen, dass Göggingen eine Start-up-Immobilie für Existenzgründer zur Verfügung stellt. „Sehr schön wäre ein weiteres Gasthaus vor Ort“, findet Timo Maier - ebenso ein gemeinsamer Gemüsegarten, ein Gemeindearchiv oder ein Gögginger-Geschichtslehrpfad für Jugendliche und Neubürger. „Das würde sicher durch das Leaderprogramm unterstützt“, schätzt er. Neue Ideen könnten in einer monatlichen Bürgermeistersprechstunde geäußert werden, zudem soll das Rathaus digitaler werden und Göggingen für Kinder und Senioren attraktiver.

Hans Majer erzählt seinen beruflichen Werdegang. Nach Abschluss der Meisterschule übernahm er die Glaserei Erhard und später auch den elterlichen Betrieb, den der 1958 geborene nun 32 Jahre erfolgreich geführt hat.

Was es in Göggingen zu verbessern gibt, das will er nach seiner Wahl in Gesprächen mit Gemeinderäten, Vereinen, Gruppen und Bürgern herausfinden. Wichtig für ihn ist es, die Gebühren konstant zu halten, Fördermittel zu bekommen, Kinderbetreuung anzubieten und einen Jugendraum aufzubauen. Bauplätze möchte er vorrangig für Gögginger anbieten, den Nahverkehr verbessern und mindestens einen Fahrdienst für Notfälle einrichten. Was gut ist, werde er fortführen, sagt Majer und kündigt an, dass er zur Sonnwendfeier am kommenden Samstag in Göggingen kommt und Bürgerfragen dann gerne beantwortet.

Hans Majer ist 63 Jahre alt und Glasermeister.

Simon Speitelsbach, der vierte Kandidat war nicht gekommen und hat sich nicht gemeldet.

Die Bürgermeisterwahl ist am Sonntag, 20. Juni, ab 8 Uhr. Wahllokale sind das Schulhaus Horn und die Gemeindehalle.

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