Gschwend: Letzte Ruhe soll ab Februar deutlich teurer werden

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Symbolbild Friedhof
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Der Gschwender Gemeinderat muss Gebühren für die Friedhöfe im Hauptort und Frickenhofen festlegen.

Gschwend. Gebühren waren ein zentrales Thema des Gemeinderats. So wurde nicht nur die Friedhofssatzung zum 1. Februar 2023 geändert, sondern auch die neuen Entgelte für die Gemeindehallen in Frickenhofen und Gschwend, die Mehrzweckhalle sowie für weitere Einrichtungen der Gemeinde beschlossen.

Mit der Neugestaltung der Friedhöfe in Gschwend und Frickenhofen ändert sich das bisherige Gräberangebot. Es gibt Reihen- oder Wahlgräber in verschiedenen Gestaltungsformen. Reihengräber werden der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der festgelegten Ruhezeit zugeteilt. Wahlgräber hingegen können mehrfach belegbar sein und nach 25 Jahren auf Antrag bis auf weitere 25 Jahre verlängert werden. In Gschwend gibt's zum Beispiel Erdrasengräber, Urnengräber in einer Urnengemeinschaftsanlage oder Urnenrasengräber - alle jeweils als Reihen- oder Wahlgräber.

Von der Gemeindeverwaltung war die Firma Allevo Kommunalberatung mit der Kalkulation einer neuen Gebührenordnung für die beiden Friedhöfe beauftragt worden. Firmenvertreter Jens Colberg erläuterte, dass die Gemeinde aus den Einnahmen keinen Gewinn erwirtschaften dürfe und trotz eines Gleichheitsgrundsatzes unterschiedliche Gebühren für die Benutzungsformen ansetzen könne.

„Als Sie uns die Zahlen gegeben haben, mussten wir schlucken“, gestand Bürgermeister Hald, da die Kalkulation auf eine deutliche Gebührenerhöhung hinausläuft. Denn trotz gleichbleibender Nutzungszahlen sind die jährlichen Gesamtkosten für Personalaufwand und Grabarbeiten zwischen 2015 und 2023 um 43 500 Euro auf aktuell 158 000 Euro gestiegen.

Dem Gemeinderat wurden drei Kalkulationsvorschläge vorgelegt, die einen Kostendeckungsgrad von 70, 85 und 100 Prozent zu Grundlage hatten und pro Jahr Kostenneutralität bei 100 Prozent Kostendeckung prognostizieren sowie 30 500 Euro Verlust bei 70 Prozent.

Bürgermeister Hald wies darauf hin, dass zur Orientierung auch Kostenentwürfe aus den Nachbarkommunen eingeholt wurden. Viele gingen auf 100-prozentige Kostendeckung, um Schwankungen auszugleichen. Weil die Gemeinden keine Gewinne machen dürften, müsste gegebenenfalls eine Rückerstattung ins Auge gefasst werden.

Gemeinderat Jürgen Haug meinte, dass die Preissteigerung bei einer 100-prozentigen Kostendeckung nur schwer vermittelbar sei. Florian Kaupp schlug vor, die Planungsintervalle für die Gebührenordnung wegen der zwangsläufigen Kosten-Unsicherheit zu verkürzen. Karl Altvater erinnerte daran, dass die Gemeinde bei Friedhofsarbeiten durch den Bauhof eventuell auch zur Umsatzsteuer herangezogen werde. Es sei ja geplant, dass die Pflege der Urnen-Gemeinschaftsanlagen zukünftig vom Bauhof übernommen wird. Sollte die Gemeinde ab 2025 zur Umsatzsteuer verpflichtet werden, sicherte Christoph Hald zu, eine Neubewertung der Kalkulation vorzunehmen.

Für eine volle Kostendeckung von 100 Prozent sprachen sich abschließend 16 Gemeinderatsmitglieder aus. ⋌Rainer Kollmer

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