Ein halber Liter Blut in fünf Minuten

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Klaus Finster durfte sich bei der jüngsten Blutspenderehrung in Gschwend über ein Dankeschön für 150 Mal Blutspenden freuen.
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Der 62-jährige Klaus Finster aus Gschwend erzählt, warum er schon 150 Mal beim Spenden war, wie alles angefangen hat und warum man auch als Gebender profitiert. Von

Gschwend

Wie vielen Menschen hat er wohl schon das Leben gerettet? Das ist eine Frage, die sich Klaus Finster selbst manchmal stellt. Ohne die genaue Zahl zu kennen. Aber es dürften einige gewesen sein. Denn der 62-Jährige durfte sich jetzt über eine besondere Ehrung freuen: Er hat 150 Mal sein Blut für andere gespendet.

Wie schafft - und vor allem warum macht man das? Auf jeden Fall müsse man früh anfangen, antwortet der leidenschaftliche Halbmarathonläufer, der seit vielen Jahren mit seiner Frau in Gschwend lebt, lachend auf diese Frage. Gleich mit 18 Jahren, sobald es vom Alter her erlaubt ist, war Klaus Finster jedenfalls am Start. Damals in der kleinen Gemeinde Lülsfeld nahe Würzburg. Und dort waren offensichtlich Profis am Werk: „Die haben sofort die Vene gefunden und weh getan hat es auch nicht“, erzählt Finster von einer positiven Erfahrung. Und, dass es damals in Franken für jeden Spender eine Flasche Bocksbeutel zum Dank gab.

Noch verlockender war für ihn aber später der Tag Sonderurlaub, den es bei der Bundeswehr für jeden wehrdienstleistenden Blutspender gab. Viermal im Jahr war Spenden damals erlaubt. „Jedes Vierteljahr - das war bald ein fester Termin im Kalender für mich“, erzählt Klaus Finster. Sogar als er berufsbedingt nach Nordrhein-Westfalen umzog, hat er den Rhythmus beibehalten - und das, obwohl er damals für einmal Spenden extra einen neuen Spenderausweis beantragen musste.

Inzwischen hat Klaus Finster drei Spenderausweise in der Schublade - zum bayerischen gesellte++ sich nämlich auch noch der baden-württembergische dazu. Und da heute alle 56 Tage eine Blutspende erlaubt ist, kennt der festangestellte Großhandelskaufmann fast alle Blutspendemöglichkeiten zwischen Gschwend, Göppingen, Heilbronn und Ludwigsburg, wo sein Arbeitgeber jeweils Niederlassungen hat.

Vom guten Gefühl, etwas für andere getan zu haben, mal abgesehen - bringt das Blutspenden auch dem Geber etwas? Klaus Finster nickt wissend auf diese Frage, die immer mal wieder gestellt werde: „Ich habe das Gefühl, dass es meinem Körper hinterher immer sehr gut geht“, beschreibt er. Außerdem hält er es auch für einen Vorteil, wenn das eigene Blut so häufig gründlich untersucht wird. „Wenn da etwas nicht stimmt, dann findet das sicher einer“, ist Klaus Finster überzeugt.

Selbst die Pandemie konnte seinen Spendeneifer nicht bremsen - „für mich war das kein Grund, nicht zu gehen“, stellt der Geimpfte klar und schätzt mittlerweile die in der Coronazeit eingeführte Online-Anmeldung sehr. Früher habe man bei einem Spendetermin auch mal eine Stunde warten müssen. Das gebe es seitdem nicht mehr.

Hinzu kommt, dass Klaus Finsters Kreislauf gut ist und sein Blut deshalb flott in den Spendenbeutel fließt - „fünf Minuten, dann ist der halbe Liter voll“, sagt er lachend. Selbst das Vesper gebe es aktuell zum Mitnehmen. Auch das verkürzt die Zeit, die man für eine Spende einkalkulieren muss.

Und dass in so vielen Jahren beim Blutspenden mal was passiert ist? Nichts Wesentliches, erinnert Klaus Finster. Aber dann fällt er ihm doch noch ein, der Spendetermin an einem extrem heißen Sommertag: Damals sei ein junger Bursche neben ihm gesessen, der einfach den Tag über zu wenig getrunken habe. Und plötzlich umgekippt ist. Nichts Schlimmeres. Ein bisschen Füße hoch und trinken und alles war wieder gut, beschreibt Klaus Finster. Lustig sei nur der Domino-Effekt gewesen, denn als der junge Mann umgekippt ist, hätten es diesem innerhalb von wenigen Minuten fünf weitere Spender nachgemacht. „Da kam kurz ein bisschen Hektik auf“, sagt er schmunzelnd. Passiert sei niemandem etwas. Denn bei den Blutspendeterminen seien erfahrene Leute am Werk, erlebt Klaus Finster regelmäßig. Der Gschwender hat deshalb auch sicher nicht zum letzten Mal sein Blut für andere gespendet.

Das ist ein fester Termin im Kalender.“

Klaus Finster,, Mehrfachblutspender
  • Der nächste Blutspendetermin
  • Der nächste Blutspendetermin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen im Schwäbischen Wald ist am Dienstag, 7. Dezember, von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Gemeindehalle, Schulstraße 35, in Durlangen. Einen Termin kann man sich reservieren unter https://terminreservierung.blutspende.de

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