Traktorschaufel als Logenplatz

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Auf dem Land kann‘s richtig cool zugehen: Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend war kein Konzert der Standard-Sorte.
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Zweimal ausverkauft war das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend am Sonntag. Aus der ganzen Region reisten die Fans in Dirndl und Krachledernen an.

Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend

Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend
Das „Dorfrocker Traktor Open-Air“ in Gschwend © Jan-Philipp Strobel

Gschwend

Mit aufwendigen Flechtfrisuren kamen die Damen, in zünftigen Krachledernen die Herren. Nicht in der Limousine wurde vorgefahren, sondern im Schlepper kam man nach Gschwend getuckert. Schließlich konnte man nur mit so einem landwirtschaftlichen Fahrzeug am „Dorfrocker Traktor Open-Air“ als Zuschauer teilnehmen.

„Eventmanager“ Rainer Bohn

Rainer Bohn von der Brennerei aus Eichenkirnberg war in die Rolle eines Eventmanagers geschlüpft und hatte die beliebte Band aus dem Fränkischen zum Konzert eingeladen. „Klasse Kulisse, klasse Publikum“, stellte Tobias Thomann, der mit seinen Brüdern Markus und Phillip die „Dorfrocker“ 2006 gegründet hatte, zufrieden fest.

Was er meinte war, dass er von der Bühne aus auf 140 Schlepper aller Art blickte, die mit den mitsingenden und mitklatschenden Besuchern bestückt waren. So war das Konzert allemal coronakonform. Auch gab es keine Verpflegungsstände, an denen sich hätten Warteschlangen bilden können. Nein, die Schlepperfreunde Gschwend und die Feuerwehr Oldtimerfreunde schlüpften in die Rolle von „fahrenden Händlern“ und tuckerten mit Traktoren samt Anhänger, auf denen sich Getränke und Speisen sowie Eis befand, durch die Fahrzeugreihen. Dabei waren hier Tim Hemminger und Nico Ellinger, die fleißig für Nachschub sorgten. „Einwandfrei. Das war klar, dass wir das unterstützen. Endlich ist hier mal wieder was los“, strahlten die beiden, während sie ihren Bewirtungsdienst verrichteten.

„Geil, Bürgermeister zu sein“

Rainer Bohn zeigte sich begeistert von der Kreativität der Konzertbesucher. Einige hatten es sich in ihrer Traktorschaufel gemütlich gemacht. Samt Polster und Sonnenschirm, und mit hochgezogener Schaufel hatten sie wahre Logenplätze beim Konzert. Und Christoph Hald stellte bei seiner Begrüßung fest: „Manchmal ist es richtig geil, Bürgermeister zu sein. Heute ist so ein Tag“, grüßte er das Publikum. Und erhielt für seine Aussage ein Hupkonzert als Beifall. Überhaupt war die Stimmung grandios. Viele sangen bei den Liedern mit, schwenkten die Arme oder klatschten. Mit E-Gitarre, Akkordeon und Gitarre trafen die drei Jung von „Dorfrocker“ den Nerv des Publikums. In ihren Texten, witzige Seitenhiebe auf die „Gesellschaft“ außerhalb der Landwirtschaft. „Wir brauchen kein Schicki-Micki“ wurde da gesungen. „Ihr habt Gucci und Prada, wir haben Engelbert Strauss“, hallte es über den Acker. Kaum ein Halten gab es beim neusten Hit der „Dorfrocker“, „The King“, in dem es um einen Bauern geht, der den Sitz seines Bulldog als Thron sieht.

Endlich ist hier mal wieder was los.“

Tim Hemminger, Nico Ellinger

Auch zu Coronazeiten nahmen die „Dorfrocker“ wieder ein neues, das nunmehr zehnte, Album im Studio auf. Und mit „The King“ landeten sie einen Hit. Denn viele Zuschauer zeigten sich textsicher, als das Lied auf der Bühne gerockt wurde.

„Gschwend ist klasse“, zeigten sich die Musiker begeistert über die Gastfreundschaft und das Publikum. „Hier geben wir seit ersten Juli nun unser 22. Konzert. Wir kommen gerade aus der Nähe von Rothenburg ob der Tauber“, verriet Phillip Thomann. Dort war das Wetter allerdings nicht so gut wie ihn Gschwend, denn seit Sonntagmorgen strahlte die Sonne und ließ die Regenfälle der vergangenen tage schnell vergessen.

„Glück gehabt“, bemerkte dazu Bürgermeister Hald mit Blick auf den Boden. Dort zeigten sich zwar die Reifenabdrücke, doch es wurde keine Schlammschlacht. Die Wiese, die sich in Gemeindebesitz befindet, wird von den zwei Familien Lang und Schöneck bewirtschaftet. Und die sagten sofort zu, für dieses außergewöhnliche Konzert den Boden herzugeben. Wofür es ein besonderes Dankeschön, auch von den Veranstaltern Anja und Rainer Bohn, gab. Und immer wieder hörte man im Publikum: „Endlich wieder was los.“

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