Hopfenzupfen im Garten der Lammbrauerei

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Andreas Kunz und Annette Hafner freuen sich über viele Helfer beim Hopfenzupfen im Brauereigarten.

Mit großem Eifer sorgen rund 30 Freiwillige beim Hopfenzupfen im Garten der Lammbrauerei in Untergröningen für die Basis des "Grünhopf".

Abtsgmünd-Untergröningen

Behutsam bricht Andreas Kunz die Dolde des Aroma-Hopfen in der Mitte auf. Zum Vorschein kommt eine gelbliche, feste Substanz. "Das ist das Lupulin, das wir für unser Bier brauchen", erklärt der Brauereichef. Dann blickt er hoch und begrüßt weitere Gäste, die sich am Tisch niederlassen. Der Tisch ist einer von vielen, die verstreut im Garten unterhalb der Lamm-Brauerei aufgestellt sind.

Fürs Hopfenzupfen wurde eigens ein Hygienekonzept erstellt. Wer mithelfen möchte, trägt sich in den bereitgelegten Listen ein. "Zudem haben wir in diesem Jahr nicht so vielen Bescheid gegeben, dass heute gezupft wird", schildert Annette Hafner. Schließlich will man die Corona-Vorgaben einhalten.

Mit festem Griff umfasst derweil Walter Maier das untere Ende der Hopfenpflanze. Noch einmal atmet er tief durch, dann befördert er mit einem festen Ruck die Hopfenpflanze zu Boden. Nebenan tut es ihm Jürgen Bichler gleich. Auch er weiß, wie man anpacken muss. Es ist bereits das fünfte Jahr, in dem eine Hopfenernte im Brauereigarten eingebracht werden kann. Während des Wachstums gepflegt und gegossen von Walter Maier, der am Montag seinen 70. Geburtstag feiern kann. "Ohne ihn würden wir das nicht schaffen", ist Andreas Kunz dankbar, dass sich der rüstige Senior um den Garten und den Hopfen kümmert.

Die Stahl-Aluminium Seile in sieben Metern Höhe, zu denen der Hopfen hochrankt, hat wiederum Franz Mai aus Eggenrot gespannt. Das war vor sechs Jahren, als die Idee des eigenen Hopfenanbaus in die Tat umgesetzt worden war.

Vom Boden bis zu diesem gespannten Draht wird ein 1,6 Millimeter starkes Drahtseil gespannt, an dem sich die Hopfenpflanze hochhangeln kann. "Dieser Draht darf natürlich nicht so dick sein wie der oben, sonst könnte man ja die Pflanze nicht ohne weiteres herabreißen", erklärt Maier.

Christine und Norbert Pienek sind seit der ersten Hopfenernte mit von der Partie. "Weil es Spaß macht", ist sich das Paar aus Schwäbisch Gmünd einig. Sie schätzen die Saisonbiere. Und so eben auch den Grünhopf, der vom eigenen Aromahopfen gebraut wird. Bereits um 13 Uhr setzte Braumeister Jens Fröhlich die Würze im Brauhaus an. Dort hinein wird der geerntete Hopfen befördert, wenn alles fertig gezupft ist. "Im vergangenen Jahr hatten wir drei dieser Zuber voll", deutet Andreas Kunz auf ein längliches, großes Holzbehältnis. "das sind schätzungsweise 20 Kilogramm", rechnet er vor. Vier Wochen dauert der Brauvorgang, bis das Saisonbier "Grünhopf" angeboten wird. Auch im Schwäbisch Gmünder "Hinz und Kunz", das coronabedingt geschlossen hatte, aber laut Andreas Kunz am 9. September wieder seine Pforten öffnen wird.

Zum ersten Mal beim Hopfenzupfen wird Anneliese Fasora begrüßt. "Meine Nachbarin hat mich mitgenommen", lächelt sie, während sie die Dolden von der Pflanze zupft. "Das macht wirklich Spaß", bestätigt sie. Ihre Nachbarin, Gabriele Finkbeiner, nickt und erzählt: "Während des Corona-Lockdowns haben wir uns gegenseitig geholfen. Und jetzt ist sie hier dabei." "In dieser Zeit muss man einfach alles mitmachen", fügt sie an. Warum? "Weil hier gezupft und geschwätzt wird", grinst sie. Und so hat das Hopfenzupfen neben der Arbeit noch eine wichtige Komponente.

Mittendrin auch Ursula Kunz, die Mutter von Andreas Kunz und Annette Hafner. Sie lächelt verschmitzt. "Zusammensitzen und reden ist schön. Und wichtig für die Gemeinschaft", bestätigt sie.

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