Igginger Otto Müller ist jetzt ein 70er

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Otto Müller mit einem seiner jüngsten Werke. Dem nun 70-Jährigen gehen die Ideen nicht aus.
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Warum die Gemeinde und viele Gesellschaften im weiten Umfeld ohne ihn um einiges ärmer wären.

Iggingen. Wo gibt es das denn? Eine Wanderkarte, die über 40 Standorte mit dem Symbol „Ruhebank“ präsentiert? Dazu weit über 100 „Bildstöcke“ und „Feldkreuze“? Ganz klar, da steckt System dahinter – und Otto Müller. Bänklesbauer, Bildstöcklebastler und Musiker. Vor allem Letzteres mit großer Leidenschaft. Und heute, am 16. September, wird der Mann, der selbst unzählige Geburtstagsfeste bereichert hat, 70 Jahre alt.

Otto Müller – seit Jahrzehnten ist dieser Name in der Region ein Synonym für „Stimmung, Tanz, Unterhaltung mit Witz und Humor“. So hat es der leidenschaftliche Musiker selbst einmal in einem Werbeflyer formuliert. Längst aber hat Otto Müller Werbung nicht mehr nötig. Irgendwie erfährt der außergewöhnliche Musikant, der mit zwölf Jahren im Elternhaus in der Pfalzgasse das Akkordeonspielen begann, von jeder Feier im nahen und weiteren Umfeld. Sehr oft ist er es, der dann das Geburtstagsständchen gekonnt intoniert.

Erfahrung hat er, dessen musikalische Ausbildung einst der Ortspfarrer Josef Albinger angestoßen hatte, in unterschiedlichen Bandformationen gesammelt. Mit den „smart boys„ – das waren Bernd Haldenwanger, Anton Kaiser und Gerald Weber – zum Beispiel; später mit der Band Sanserai; oder im Igginger Musikverein; mit den „Schirmsteiner Musikanten“; oder den „Ados“.

Als Musiker hat Otto Müller die Region in Brüssel repräsentiert und in Stuttgart oder auch in Südtirol, auf Ibiza oder Mallorca.

Große Verdienste hat er sich erworben mit seinem Engagement für die Schwächeren in der Gesellschaft. Mithilfe seiner „Schnupfmaschine“, die jedem gegen einen entsprechenden Obolus einen original bayerischen Schmalzler in die Nase katapultiert, sammelte er stattliche Spendenbeträge, die unter anderem Projekten in Äthiopien zugute kamen oder Menschen mit Downsyndrom.

Und eben auch für die Menschen in und um Iggingen. Als sich eine Seniorin vor fast 20 Jahren eine Sitzgelegenheit wünschte, weil sie ihren Spazierweg ohne Pause nicht mehr bewältige, hat Otto Müller angefangen. Mittlerweile sind es 204 Bänke, die er gefertigt und aufgestellt oder restauriert hat. Nicht nur im Ostalbkreis, sondern auch weit darüber hinaus. Dazu hat er Feldkreuze und Bildstöckle restauriert oder angefertigt – gemeinsam mit einem Helferteam, zu dem treue Freunde wie Siggi Edelmann, Adolf Parg, Josef Großmann, Wolfram Schuster, Alfred Beirle oder Josef Stütz gehören. Dazu seine Gattin Erika, die die Schaffensfreude von Otto Müller liebevoll und aufmerksam mitträgt.

Sie alle werden Otto Müller an diesem Ehrentag sicher irgendwie ins neue, 70. Lebensjahrzehnt begleiten. Es wird damit wohl wieder eines der legendären Igginger Feste werden – mit Musik. Anke Schwörer-Haag

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