Jetzt haben die Imker endlich eine „Heimat“

+
Das Grundstück am Hang in Richtung Sportgelände in Frickenhofen hat die Gemeinde dem Verein zur Verfügung gestellt.
  • schließen

Wie die Bienenzüchter auf der Frickenhofer Höhe es geschafft haben, einen langen gehegten Traum Wirklichkeit werden zu lassen, und was jetzt noch an Herausforderungen ansteht.

Gschwend-Frickenhofen

Noch braucht es ein bisschen Fantasie, aber die Idylle lässt sich bereits ahnen. Oder auch ablesen an der Freude, die die Vorstandsmitglieder ausstrahlen. Trotz all der Arbeit die hinter, und noch vor ihnen liegt. Immerhin ist das Gröbste geschafft. Die Wände stehen, das Dach ist dicht. Der Lehrbienenstand des Imkervereins Frickenhofer Höhe ist nicht länger ein Traum, sondern Wirklichkeit.

2023 wird damit ein besonderes Jahr für den Zusammenschluss der Bienenfreunde. Zum ersten Mal in ihrer 140 Jahre währenden Vereinsgeschichte haben die Imker in der weiten Region eine eigene „Heimat“, einen Treffpunkt, an dem die über 200 Mitglieder aus Gschwend oder Eschach, Schechingen oder Leinzell, Rupperthofen oder Spraitbach ihre regelmäßigen Schulungen abhalten und die Geselligkeit pflegen können. Das aktuelle Vorstandsteam mit Roland Behringer an der Spitze, Uwe Wendt als Vize und Hilda Kielwein als Kassier ist sicher, dass das dem ohnehin rührigen Vereinsleben nochmals einen Kick geben kann.

Denn jetzt gibt es für die Neuimkerkurse einen großzügigen Versammlungsraum mit einer Kammer daneben, in der gezeigt werden kann, wie man den Honig schleudert. Und in der zu diesem Zweck sogar eine vereinseigene Schleuder aufgestellt werden soll. „Das ist nämlich das kostspieligste Gerät, das man zur Imkerei braucht“, erklärt Roland Behringer.

Zwar sei, räumen er und sein Stellvertreter Uwe Wendt ein, der Lehrbienenstand etwas größer ausgefallen, als man sich das anfangs vorgestellt hatte. Doch sei schon nach den ersten Besprechungen klar gewesen, dass im Neubau auch eine Toilettenanlage untergebracht werden müsse.

Dankbar sind die Bienenzüchter, dass die Gemeinde Gschwend ihnen das Grundstück zu guten Konditionen langfristig vermietet und dass es von Seiten der Verwaltung Unterstützung gab für einen Förderantrag im Leader-Programm. 15 400 Euro, das sind 80 Prozent der Gesamtkosten, gab es aus diesem EU-Fördertopf. Mit viel Eigeninitiative haben die Mitglieder dafür gesorgt, dass das Budget vergleichsweise klein gehalten werden konnte. „Alles Holz haben unsere Mitglieder gespendet, haben es in ihren Wäldern selbst geschlagen und zum Sägewerk gebracht“, erzählt das Vorstandsteam stolz.

Die Inbetriebnahme des Lehrbienenstands erfolgt nun Schritt für Schritt. Das erste Monatstreffen wurde bereits dort abgehalten - quasi auf der Baustelle. Auch für den jährlichen Neuimkerkurs kann der Neubau schon genutzt werden. Das Tempo für den Innenausbau richtet sich jetzt nach dem zur Verfügung stehenden Geld und der Zeit, die die Aktiven aufbringen können. Der Öffentlichkeit präsentieren werden sie ihren Lehrbienenstand vermutlich erst im Jahr 2024 - vorher werde man sicher nicht fertig, vermuten die Verantwortlichen lachend.

Zumal da auch noch die spannende Aufgabe mit den Außenanlagen bevorstehe, erinnert Roland Behringer. Denn auf dem fast 4000 Quadratmeter großen Grundstück wollen die Imker insektenfreundliche Flora anpflanzen - eine Wiese, auf der unterschiedliche Blumen ausreichend Zeit zum Blühen haben, und landschaftstypische Stauden. Langfristig sollen dann Kindergartenkinder, Schulklassen oder Vereine eingeladen werden und Spannendes über die Natur als solche und Bienen im Besonderen erfahren können. Die Imker wollen zum Beispiel einen Insektenlehrpfad aufbauen. Und Tipps geben, wie jeder seinen Hausgarten sinnvoller gestalten kann als mit Steinen oder einem englischen Rasen.

Was den Vereinsverantwortlichen Mut macht, ist das zunehmende Interesse an der Natur und den damit verbundenen Themen. Auch dass manch junger Familienvater als Ausgleich zum Beruf die Imkerei zum Hobby macht. Und dass es immer mehr Frauen und Kinder im Verein gibt. All das sei eine schöne Entwicklung, meinen Roland Behringer und Uwe Wendt.

Weitere Interessenten - aber auch Spenden für die großen Aufgaben - sind willkommen. Die aktuellen Termine finden sich auf der Homepage.

Das Vorstandsteam (v.l.) Roland Behringer, Hilda Kielwein und Uwe Wendt am Eingang zum Lehrbienenstand.
Auch einige Bienenvölker sind schon auf dem Gelände "eingezogen".

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald

Kommentare