Ein Sack Linsen soll im Ahrtal helfen

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Ein perfekt eingespieltes Team: Kurt Barthle und Thomas Wiedmann (r.) haben auch diesmal in der Küche den Hut auf.
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Was sich die Delegation und die Akteure vom Leinzeller Planungsteam ausgedacht haben, um den Kreuzberger Flutopfern in ihrer verheerenden Situation zu helfen.

Leinzell

Die Lage ist immer noch verheerend.“ So fasst Bürgermeister Ralph Leischner zusammen, was ihm derzeit aus dem Ahrtal rückgemeldet ist. Zwar gebe es in Kreuzberg, dessen Bewohner von Leinzell besonders unterstützt werden, mittlerweile in fast allen Haushalten wieder Strom und Gas. Aber die Menschen seien noch nicht wieder auf die Füße gekommen. Die nachhaltige Unterstützung, für die Bruno Fuchs über seine Kontakte zu den Kreuzberger Floriansjüngern den Grundstock gelegt hat, ist also weiterhin dringend notwendig.

Weshalb dem tollen Konzert mit Toni Marshall und den vielen Spenden, die aus der Bevölkerung sowie von Vereinen, Gruppen und Institutionen eingegangen sind - immerhin konnte eine kleine Delegation Baumaterialien und einen Scheck über 13 570 Euro ins Ahrtal bringen - jetzt eine weitere Aktion folgen soll: Am Sonntag, 12. Dezember, werden vor der Gemeindehalle 325 Portionen Linsen mit Spätzle und Saitawürstla verkauft. 5,80 Euro kostet die Portion - und alles, was über die „Materialkosten“ hinausgeht, ist für die Menschen in Kreuzberg bestimmt.

Wie diese Idee zustande kam? Wieder mal hat auch Pfarrer Franz Pitzal seine Finger im Spiel. Er kennt die Not im Ahrtal von inzwischen mehreren Besuchen, bei denen er gemeinsam mit Bruno Fuchs den Menschen Unterstützung zukommen ließ. Seine Renninger Pfarrei liegt in einem Linsenanbaugebiet und so habe der rührige Senior einmal in einem Gespräch angekündigt, 50 Kilogramm Linsen nach Leinzell zu schicken, erzählt Bürgermeister Ralph Leischner. Tatsächlich brachte dann Manfred Schramm, Franz Pitzals Helfer beim Krippenprojekt in Lorch, die dann im Leinzeller Rathaus vorbei: ein Sack mit 25 Kilogramm und fünf kleinere mit jeweils fünf Kilogramm.

Also hat der Bürgermeister sein Planungsteam, das sich vor dem Gemeindejubiläum 2009 gegründet und seitdem viele Vorhaben im Dorf gestemmt oder gefördert hat, zusammengerufen und man hat quasi Kriegsrat gehalten. Der Taschenrechner und die grandiosen Kochkenntnisse von Thomas Wiedmann haben schließlich folgende Gleichung ausgespuckt: 25 Kilogramm Linsen plus 40 Kilogramm Spätzle plus 25 Kilogramm Bauchspeck ergeben 325 schmackhafte Portionen - vor allem, wenn Thomas Wiedmann eines seiner Geheimrezepte hervorzaubert, die er hütet, seit er als kleiner Bub seinem Onkel im Hirsch in Oberbettringen zur Hand gehen durfte. Folglich werden nun 325 Pärla Saitawürstla geordert und am Sonntag unterm Dach außen vor der Kulturhalle ein langer Ausgabetisch aufgestellt. Dort werden dann alle für den guten Zweck verköstigt, die zwischen 11 und 14 Uhr vorbeikommen und sich coronakonform mit Abstand anstellen.

Vorher aber schuften Bruno Fuchs, Kurt Barthle, Judith Fehlinger, Markus Weiland sowie Angelika und Ralph Leischner unter der Leitung des Chef de Cuisine, damit das Mitnahmemahl auch allen mundet. Und wer aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht vorbeikommen kann, darf das im Rathaus anmelden und bekommt seine Portion von Thomas Max ins Haus geliefert. Spenden für den guten Zweck sind natürlich auch willkommen. Übergeben werden soll das eingenommene Geld im Ahrtal „am liebsten persönlich“, sagt Ralph Leischner. Coronabedingt könnte das aber Frühjahr werden.

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