Tempo 30 in Leinzell: ein zorniger Appell

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Für Hauptstraße (Gmünder Straße, Gögginger Straße) forder Leinzell Tempo 30. Foto: Anja Jantschik
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Warum sich das Leinzeller Gremium erhofft, dass im September wenigstens für eine Probezeit der erneute Antrag auf Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt bei den Behörden Gehör findet.

Leinzell

Am Anfang steht der zornige Appell der Anwohner: Ob sich in Sachen Lärmgutachten etwas getan habe, will der Sprecher der Gruppe wissen. Er habe sich beim Regierungspräsidium und beim Landratsamt erkundigt, antwortet Bürgermeister Marc Schäffler, für den es die zweite Sitzung im neuen Amt ist. Und er habe die Auskunft erhalten, dass die Behörde das Thema nach der Sommerpause mit Hochdruck weiter bearbeiten werde.

„Das haben wir schon letztes und vorletztes Jahr gehört“, empört sich der Anwohner. Für ihn ist das ein Zeichen, dass dieses für die Leinzeller so wichtige Thema stiefmütterlich behandelt werde, obwohl die Zustände unerträglich seien. Andernorts, etwa in Röhlingen, gebe es längst Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt, macht er deutlich und fordert Gemeinderäte und Gemeindeverwaltung auf, eine Aufsichtsbeschwerde gegen die zuständigen Behörden in die Wege zu leiten. Vor allen Dingen aber weiter am Ball zu bleiben.

Am Ball bleiben wolle man - mit jetzt noch besseren Argumenten, unterstreichen Marc Schäffler und die Gemeinderäte. Ab dem 19. September wird nämlich die B 298 zwischen Mutlangen und Gschwend saniert und die meiste Zeit führt die Umleitungsstrecke für den Schwerlastverkehr durch Leinzell.

Bürgermeister und Gemeinderat fordern nun einstimmig, dass für diese Zeit Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt eingerichtet wird. Denn schon jetzt sei die Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt angespannt. Die Schule und der dazugehörige Busbahnhof liegen direkt an der Ortsdurchfahrt. Am Wochenende komme ein erhöhtes Fahrradaufkommen dazu, weil der Radweg am Kreisverkehr direkt über die Hauptstraße führt. Ein Einfahren aus der Mulfinger Straße, der Bergstraße, dem Igginger Weg und der Brauhaldestraße ist zu Stoßzeiten schon jetzt fast unmöglich, was zu langen Rückstaus führt. Darüber hinaus fordern die Leinzeller, dass noch vor der Einrichtung der Umleitung die sehr stark abgesenkten Schächte angehoben werden. Schon jetzt seien die Erschütterungen in den Häusern entlang der Straße spürbar, wenn Lastwagen über die „Schlagloch“-Fallen donnern.

„Eine Tempo-30-Testphase wäre jetzt genau richtig. Wir sollten das mit Nachdruck fordern“, formuliert es Oliver Barth für alle. „Außerdem sollten wir alles genau dokumentieren“, ergänzt Johannes Binder.

Was das Landratsamt zu den Vorwürfen sagt: Eine entsprechende Anfrage der GT beantwortet die Behörde schriftlich: „Die Gemeinde Leinzell hat am 30.08.2019 förmlich und schriftlich einen Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bzw. 40 km/h für die Ortsdurchfahrt (Gmünder Straße (L 1075), Gögginger Straße (L 1157) und Mulfinger Straße (L 1075)) bei uns gestellt. Am 06.09.2019 haben wir um Vorlage weiterer Unterlagen für die Bearbeitung des Antrags und der dazu vorgelegten Verkehrs- und Lärmuntersuchung des Ingenieurbüros Brenner-Bernard gebeten. Am 01.02.2021 hat die Gemeinde Leinzell die angeforderten Unterlagen an uns übersandt.

Wegen Personalengpässen und den bekannten coronabedingten internen Personalverschiebungen bei der Landkreisverwaltung zur Bewältigung der Pandemie hat sich die weitere Bearbeitung des Antrags verzögert. Die Bearbeitung selbst erfordert umfangreiches Datenmaterial und eine vertiefte sachliche und rechtliche Prüfung. Herrn Bürgermeister Schäffler war im Vorfeld der Sitzung der aktuelle Verfahrensstand mitgeteilt worden. Aktuell kann noch keine verbindliche Aussage über das Ergebnis der Prüfung getroffen werden, da die Voraussetzungen für die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung hoch und komplex sind.

Unser zuständiger Geschäftsbereich wird den Antrag nach der Sommerpause priorisiert weiterbearbeiten.“

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