Lust auf Sport und Soziales erhalten

  • Weitere
    schließen
+
Timo Bressmer möchte coronaverträgliche Regeln für ein Jugendtraining erarbeiten, damit die Kinder sich auspowern können und die Bindung zum Vereinssport nicht verloren geht.
  • schließen

Vereinsleben Warum Jugendwart Timo Bressmer jetzt eine Kreativkonferenz gestartet hat, die nicht nur das Amateurtraining des FC Spraitbach wieder aufleben lassen soll.

Spraitbach

Nichts tun und einfach zusehen, wie alles „einschläft“ oder womöglich sogar zugrunde geht? Das wollte Timo Bressmer auf keinen Fall. Deshalb hat der vor einem Jahr, just mit dem Aufkommen von Corona, neu gewählte Jugendleiter des FC Spraitbach jetzt eine Kreativkonferenz ins Leben gerufen. Er will Ideen sammeln, Konzepte entwickeln, sozusagen Blaupausen schaffen für alle Vereine, die ihren Kindern und Jugendlichen mindestens einmal in der Woche die Möglichkeit bieten wollen, ihr Hobby auszuleben und sich auszupowern. „Viele Eltern sagen mir, dass so etwas dringend nötig wäre“, sagt er.

Erster Baustein der kreativen Offensive war eine Zoomkonferenz an diesem Sonntag. Auf „viele“ Eltern oder Vereinsinteressierte hat Timo Bressmer bei diesem Angebot vergeblich gewartet. Wofür er sogar ein gewisses Verständnis zeigt: „mitten am Sonntagnachmittag, traumhaftes Wetter zum Spazierengehen oder Radfahren und dann spielt auch noch der VfB“, zählt der Konferenzgastgeber selbst die Hinderungsgründe auf. Bei seinem Vorhaben will er sich trotzdem nicht beirren lassen.

Zumal er bestärkt wird von einer weiteren Macherin aus der Gemeinde: Jessica Friedel. Ebenso wie Timo Bressmer will sie Corona nicht kleinreden, aber sich vom Virus eben auch nicht unterkriegen lassen. Das Karate-Dojo und der Schachverein hätten bereits entsprechend reagiert, erzählt Friedel. Hinterm Volleyballplatz und beim Seniorenheim gebe es Schachspielfelder im Freien. Dort verabreden sich die die Spieler, um zu zweit an der frischen Luft ihrem Sport nachzugehen. In gebührendem Abstand selbstverständlich und mit vorheriger Absprache, so dass beim Training alle Regeln eingehalten werden.

Ebenso die Karateka. Sie haben im Bereich der Hagenbuche ein Wald-Dojo aufgebaut. Mit einzelnen Tafeln, auf denen gezeichnete „Männle“ vormachen, was die jugendlichen Sportler einüben können, um den Körper für den Kampfsport fit zu machen. Auch das sei möglich, ohne die Vorgaben zur Pandemiebekämpfung zu untergraben, erklärt Friedel.

Dass Mannschaftssportarten wie Fußball oder Eishockey oder Handball da mit anderen Herausforderungen umgehen müssen, ist für Zoom-Gastgeber Timo Bressmer ein Grund zu mehr Kreativität, aber längst kein Hindernis. Fünf Kinder unter 14 Jahren dürften nach den Bestimmungen zusammenkommen, erklärt er. Und stellt sich zum Beispiel vor, dass auf dem Sportplatz im Vorfeld ein Parcours aufgebaut werde, mit dem das Dribbling, das Passspiel oder der Torschuss speziell trainiert werden kann. Dann müsste jedes Kind seinen eigenen Ball mitbringen und während des Trainings die rund zwei Meter Abstand zu den anderen einhalten. Problemlos könnten - und sollten - der Trainer oder Betreuer ebenso wie die Teilnehmer vor dem Training in der Gemeinde-Teststation in der nahe gelegenen Halle vorher einen Coronatest machen, damit man auf der sicheren Seite ist. „Ich denke, das könnte gehen - wenn man es möchte“, sagt der FC Jugendwart.

Notwendig wäre es aus seiner Sicht auf jeden Fall - im Interesse der Kinder und ihrer Familien, aber auch im Interesse der Vereine. Denn deren Zukunft sei nur gewährleistet, wenn langfristig genügend Aktive „nachwachsen“ und diese nicht während der Pandemiezeit andere Hobbys entdeckten oder gar keine Lust mehr haben, sich sozial zu engagieren. Vom dünn besuchten Auftakt will sich Timo Bressmer nicht entmutigen lassen und plant für 6. Mai eine Fortsetzung der Kreativkonferenz.

Die Jugend darf uns nicht verloren gehen.“

Timo Bressmer, FC-Jugendwart

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL