Baubeschluss mit Micro-Leerrohren

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Wie das Mutlanger Gremium mit drei weiteren grundsätzlichen Entscheidungen das Sanierungsgebiet Blumen-, Garten- und Wiesenstraße auf den Weg gebracht hat.

Mutlangen

Drei grundsätzliche Entscheidungen hatte der Gemeinderat für das Sanierungsgebiet Blumen-, Garten- und Wiesenstraße Ost“ gemeinsam mit dem offiziellen Baubeschluss in seiner virtuellen Sitzung zu treffen. Zeitlich ist bei dieser Maßnahme vor allem deshalb „Druck im Kessel“, weil es Fördergelder gibt, wenn der Bauabschnitt über das Sanierungsgebiet „Ortsmitte III“ bis April 2023 abgerechnet ist. Um den sportlichen Fahrplan einhalten zu können, riet Ingenieur Stefan Kalmus vom Büro LK&P, ein strittiges Detail mit einem Vorbehalt in die Ausschreibung aufzunehmen.

Doch zunächst von vorn: Allgemein bekannt und mehrfach präsentiert, zuletzt im technischen Ausschuss: Im Sanierungsgebiet sind die Straßen in extrem schlechtem Zustand, die Kanäle im Untergrund ebenso. In der Blumen- und Wiesenstraße stehe deshalb ein kompletter Vollausbau an, inklusive Auswechslung der Kanäle, die einen zu kleinen Durchmesser haben. Anders in der Gartenstraße, erklärte Kalmus. Hier könnten die hydraulisch ausreichend großen Kanalrohre mit Partlinern im Innern stabilisiert und im Inlinerverfahren saniert werden, nachdem zuvor die instandgesetzten Hausanschlüsse über Sanierungsstutzen mit dem Kanal verbunden sind. Damit würde man rund 300 000 Euro weniger ausgeben müssen und gehe im Vergleich zur kompletten Kanalauswechslung ein höchstens geringes Restrisiko ein.

Des Weiteren schlug das Ingenieurbüro vor, bei vier Hausanschlüssen im Sanierungsgebiet, bei denen die EnBW Erdkabel verlegt, sich an die Maßnahme anzuschließen und gleich neue Hausanschlüsse mit zu verlegen. Die Mehrkosten von rund 20 000 Euro seien verschwindend gering im Vergleich zu den Kosten, die anfielen, wenn die Gemeinde im Schadensfall die Hausanschlüsse komplett alleine sanieren müsste.

Beide Vorschläge wurden vom Gremium gut geheißen und ernteten keinerlei Widerspruch.

Anders der Dritte: Mit Blick in die Zukunft schlug Bürgermeisterin Stephanie Eßwein vor, im Sanierungsgebiet gleichzeitig Micro-Leerrohre für künftig noch schnellere Internetverbindungen zu verlegen. Da derzeit aus keinem der Breitbandförderprogramme dafür Geld zu erwarten sei, müsste die Gemeinde die notwendigen 75 000 Euro allerdings alleine schultern. Man habe das verwaltungsintern lange diskutiert - „aber wenn jetzt schon alles aufgerissen ist, bin ich der Meinung: Wir setzen das Geld ein. Dass die Rohre in absehbarer Zeit nicht benötigt werden, halte ich für relativ unrealistisch.“

Melanie Kaim widersprach. Das sei ein Haufen Geld, meinte sie und vermisste ausführlichere Informationen wie etwa eine Kostenübersicht zu den Micro-Leerrohren in den Sitzungsunterlagen. Wenn andererseits bei den Kanälen gespart werde, finde sie es „ein bisschen seltsam“, wenn für leere Rohre Geld ausgegeben werde.

Rose Gaiser hielt es dagegen für eine gute Idee, dass Leerrohre mit verlegt werden sollen. „Ich bräuchte für diese Entscheidung weder mehr Unterlagen, noch eine weitere Sitzung“, sagte sie und warnte: „Wenn wir das jetzt ohne Leerrohre machen und dann in wenigen Jahren Glasfaser verlegt werden muss, wären wir das Gespött der Leute.“

Ortsbaumeister Volker Grahn stellte klar, dass niemand aus finanziellen Gründen einen maroden Kanal im Boden belasse - „aber wo man sanieren kann, muss man die Rohre nicht rausreißen“. Ingenieur Stefan Kalmus verwies darauf, dass die gesamte Maßnahme im Oktober 2022 fertiggestellt sein müsse, damit sie bis April 2023 abgerechnet werden kann. Dazu müsse die Ausschreibung bis Ende Mai veröffentlicht und im Juli die Vergabe sein. Mit einer Gegenstimme befürwortete der Gemeinderat die Lösung, die Micro-Leerrohre deshalb in die Ausschreibung aufzunehmen, aber mit einem Vorbehalt versehen.

Wir müssen im Oktober 2022 fertig sein.“

Stefan Kalmus,, Ingenieur

Konzept für die „Distelfinken“ vorgestellt

Die Distelfinken - das sind die Mädchen und Jungs, die ab September den Waldnaturkindergarten in Mutlangen besuchen dürfen, werden täglich von 7.30 bis 13.15 Uhr betreut und im Prinzip den ganzen Tag draußen sein. Das Konzept der Einrichtung stellte Geschäftsführer Stephan Spiegel im Gemeinderat vor. „Übergabe“ der Kinder sei jeweils am Parkplatz des Tennisvereins, wobei Rose Gaiser erfuhr, dass Pünktlichkeit einer der Werte ist, der bei diesem Konzept wichtig ist. Ebenso Verlässlichkeit - „drei Regentage sind kein Extremwetter“, beantwortete Spiegel die Frage von Martin Schurr. Für die morgendliche Dunkelheit im Winter, auf die Elias Hinderberger verwies, werde man ebenso Lösungen finden, wie für die gesunde Verpflegung und die Getränkeversorgung, nach der Sebastian Weiler und Julia Windschüttl sich erkundigten. „Ich vertraue, dass Sie auf einem guten Weg sind“, lobte Inge März das Projekt. Auswärtige Kinder können aber nur im Einzelfall einen Platz bekommen, beschloss das Gremium. aks

Der Straßenraum soll später mit Bäumen gegliedert sein. Über deren definitiven Standort wird im Bauablauf gemeinsam mit den Anwohnern entschieden. Foto: Gemeinde Mutlangen; Collage: ca

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