Mutlangen: Viel Verkehr mit „einer erstaunlichen Spitze“

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In mehreren Grafiken präsentierte SSW die Zählergebnisse - die Beispiele: alle KfZ (rot), Busverkehr (blau), Radverkehr (grün). Grafik: ca
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Andreas Weber von der Planungsgruppe SSW präsentiert erste Untersuchungsergebnisse.

Mutlangen. Es ist offensichtlich, das Thema brennt den Bürgern auf den Nägeln: Die Zuhörer plätze sind rasch besetzt im Mutlanger Forum, sogar Stühle werden noch geholt. Coronabedingt bleiben aber die Masken auf und ebenso die Glastüren ins Freie. Die einströmende Kaltluft dürfte aber wenig abgelenkt haben vom heißen Thema: dem seit langem geforderten Verkehrskonzept - hauptsächlich für das Quartier zwischen Hauptstraße/Gmünder Straße und Mutlanger Heide.

Andreas Weber, Geschäftsführer der Planungsgruppe SSW aus Ludwigsburg, die sich seit Juli mit dem Thema beschäftigt, präsentierte erste Zwischenergebnisse. Und vor allem Zahlen. Denn an mehreren Wochentagen im September hatten die Ingenieure Videokameras an Straßen und neuralgischen Punkten platziert. Vorgenommen wurden 24-Stunden-Tageszählungen - zum Beispiel an der Kreuzung Rosensteinstraße/Feldstraße/Hornbergstraße ebenso wie Knotenpunktszählungen per Video zwischen 6 und 10 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr sowie Querschnittszählungen zwischen 6 und 19 Uhr - zum Beispiel in der Haldenstraße.

Insgesamt belegen diese Zählungen zum Beispiel, dass 6300 Kraftfahrzeuge von der Hornbergstraße in die Gmünder Straße oder umgekehrt abbiegen; 7650 Kfz fahren an derselben Kreuzung Richtung Norden in die Hauptstraße oder umgekehrt. Mit „einer erstaunlichen Spitze, die es sonst eher nicht so gibt, zwischen 7.30 und 8 Uhr“, verweist Andreas Weber auf den Einfluss von „Elterntaxis“. Per Video kann er aber auch belegen, dass der Lkw-Verkehr im Vergleich zum Busverkehr eine eher untergeordnete Rolle spiele. Und dass es ungewöhnlich viel Radverkehr gibt - besonders auch in der Goethestraße und der Mörikestraße. In etwa zwei Monaten, in denen das Gebiet mehrfach „erlaufen“ wird, „um ein Gefühl für die Situation zu bekommen“, werde das Büro das konkrete Konzept präsentieren, beantwortet der Ingenieur die Frage von Dr. Jens Mayer nach der weiteren Vorgehensweise. Im Frühjahr, wenn Corona derartige Zusammenkünfte wieder zulasse, werde es eine Bürgerversammlung mit Workshops geben, ergänzt Bürgermeisterin Stephanie Eßwein. Sie geht davon aus, dass das Verkehrskonzept im Mai fertig sein könnte.

Inge März legt besonderen Wert auf die Lenkung der Radfahrer - die intensive Nutzung der Mörike- und Goethestraße weise in Richtung „äußerer Ring“, so wie sie ihn schon lange im Kopf habe und wie das noch ausbaufähig sei zwischen Heide und Einkaufszentrum.

Die Geschwindigkeit am „katastrophalen Knoten“ von Hornberg-, Feld- und Rosensteinstraße zu reduzieren, sei das Wichtigste, findet Rose Gaiser. Und sie hofft, ebenso wie Bettina Mayer, dass ein professionell erstelltes Verkehrskonzept die Verhandlungsposition gegenüber dem Landratsamt in dieser Richtung stärkt. Wesentlich sei ein ganzheitliches Konzept auch, damit keine unerwünschte Verkehrsverlagerung erzeugt wird, merkt Andreas Maier abschließend an. Anke Schwörer-Haag

  • Neue Friedhofssatzung verabschiedet
  • Ab 1. Januar gibt es für den Friedhof neue Regeln - die entsprechende Satzung dazu hat der Gemeinderat am Dienstag verabschiedet. Wolfgang Siedle, der Leiter des Ordnungsamts, nannte als wichtigste Neuerungen etwa die definierte Öffnungszeit „Nach Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgengrauen ist ein Verweilen auf dem Friedhof künftig verboten“ - Durchlaufen sei aber weiterhin möglich.
  • Erlaubt sind künftig zudem nur noch Urnen aus biologisch abbaubarem Material. Verwendet werden dürfen nur einheitliche Abdeckungen.
  • Als neue Bestattungsform bietet die Gemeinde unter anderem Wiesengräber für Urnenbestattungen an. Diese dürfen aber, ebenso wie die Urnengemeinschaftsgräber, nur unmittelbar zur Beisetzung mit Grabschmuck versehen werden. Später ist ein Schmuck nicht mehr zulässig. aks
Verkehrsauslastung Mutlangen

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