Mutlanger haben viele offene Fragen zur Klinikdebatte

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Stauferklinik
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Mutlanger Gremium sorgt sich um die Zukunft des Standorts und fordert alsbaldige Regionalkonferenzen, um die Bürger in diesem Prozess mit ins Boot zu nehmen.

Mutlangen

Das Thema beschäftigt die Bürger: Was passiert mit dem Stauferklinikum? Wie geht es weiter mit der Pflegeschule? Bleibt der DRK-Stützpunkt erhalten? „Wir wünschen uns dringend eine Bürgerversammlung, in der alle diese Fragen beantwortet werden“, sagte ein Mutlanger in der Bürgerfragestunde. Und hatte den Gemeinderat und die Verwaltung sofort auf seiner Seite. Nach dem jetzt von Landrat Dr. Joachim Bläse in die Diskussion gebrachten Vorschlag mit nur noch einem Regionalversorger, sei viel unklar und vieles offen, gestand Bürgermeisterin Stephanie Eßwein. Wie werde ein solcher Gesundheitscampus ausgestattet sein, zu dem das Stauferklinikum ebenso wie das Ostalbklinikum und die Virngrundklinik umgebaut werden sollen? „Es wird unsere Aufgabe sein, das alles mit zu gestalten. Deshalb ist es höchste Zeit für die versprochenen Regionalkonferenzen, bei denen die Standortgemeinden und die Bürger Mitspracherecht haben“, sagte die Bürgermeisterin.

Sofort machte sich das Gremium an eine Fragensammlung: Wo soll operiert werden, wenn das offenbar ziemlich marode Ostalbklinikum saniert wird, wollte ein Bürger mit Blick auf die Fruchtfliegenattacke auf den Aalener Zentral-OP. Wie sieht die Finanzierung des Konzepts aus, das der Landrat vorgeschlagen hat, fragt Gemeinderätin Rose Gaiser. Und wo sollen Grundstücke gekauft werden? Warum hat man die Nachbarkreise bei der Betrachtung nicht mit in den Fokus genommen? Warum ist die Personalfrage kein Thema mehr, ergänzt Inge März. Und warum investiert man zuerst in Gebäude und nicht in die Menschen?

Während Rose Gaiser sich wünscht, die Entscheidung im Kreistag würde verschoben, bis all diese Fragen beantwortet sind, widerspricht Gemeinderat Dr. Jens Mayer. „Warum wird ignoriert, was die Fachleute sagen“, fragt er. Wenn man die gute medizinische Versorgung im Ostalbkreis aufrecht erhalten wolle, seien Maßnahmen in kürzester Zeit notwendig. Jetzt lege man die Richtung für die nächsten 50 Jahre fest und diesen Prozess solle auch Mutlangen als Standortgemeinde „vorwärts begleiten“, bittet er.

Das sei aber schwierig, wenn nicht offen kommuniziert wird, gab Melanie Kaim zu bedenken. Wenn keine Transparenz herrsche, entstünden Gerüchte, weshalb bei jedem Vorschlag nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile kommuniziert werden müssten.

„Deshalb sammeln wir jetzt die Fragen, die wir mitnehmen, damit wir Antworten bekommen“, stellte die Bürgermeisterin klar. „Denn nur, wenn wir eine Entscheidung verstehen, können wir sie auch mittragen.“

Zu Beginn der Sitzung war Gemeinderat Elias Hinderberger aus dem Gremium verabschiedet worden. Er ist aus Mutlangen weggezogen und kann deshalb nicht mehr Mitglied im Gemeinderat sein. Nachrückerin ist Nele Hinderer, die von Bürgermeisterin Stephanie Eßwein verpflichtet und von der Fraktionsvorsitzenden Rose Gaiser in der SPD-Fraktion begrüßt wurde.

Zudem hob das Gremium die Ausschreibung für die Gewerke „Badewassertechnik“ und Sanitärinstallation“ für die Mutlantis-Sanierung auf. Nach zwei Anläufen, die zu keinem Ergebnis geführt haben, soll die Maßnahme nun noch einmal beschränkt ausgeschrieben werden. Einen anderen Weg, um doch noch die erforderlichen Angebote zu bekommen, gebe es aufgrund der komplexen Verfahrensvorschriften der EU nicht. Auch weil die Firma Ospa die Gemeinde bei der Akquise massiv unterstützt habe, rechne sie fest damit, dass es bei der erneuten Submission am 29. November ein bis zwei Angebote gebe, sagte die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin Stephanie Eßwein begrüßt Nele Hinderer (l.) als neue Gemeinderätin.

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