Mutlanger Marktcafé: Alle sind glücklich in der guten Stube

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„Ich wurde so nett aufgenommen“, freut sich Petra Lux (l.), die neu ist im Team und mit Sigrid Müller hier Kuchen verkauft. Beim Abbau helfen Gertraud und Georg Kohr, Rose Gaiser und Egon Widmann.
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Wie das engagierte Team vom traditionsreichen Mutlanger Marktcafé für seine Verkaufsaktionen eine neue, maßgeschneiderte Heimat gefunden hat.

Mutlangen

Das hätte auch schief gehen können: Mit der Neueröffnung des DiSam-Pavillon auf dem Lammplatz musste der Wochenmarkt neu geordnet werden - und prompt gibt es für die Holzhütte der Marktcafé-Frauen keinen passenden Platz mehr.

Schief gegangen ist es aber nicht. Denn Tanja und Alexander Disam hatten „eine richtig tolle Idee, die uns nun alle glücklich macht“, sagen Gertraud Kohr und Rose Gaiser mit einem fröhlichen Lachen. Und so hat das traditionsreiche Marktcafé offensichtlich eine neue, maßgeschneiderte Heimat gefunden.

Der Blick zurück: Im 21. Jahr gibt es die ehrenamtlich getragene Einrichtung, die zuallererst das Kinderheim Emerald Hill in Harare in Simbabwe unterstützt. Das Heim wird von Dominikanerinnen geführt. Sie bieten Therapie und Fürsorge für unterernährte und traumatisierte Waisenkinder, die infolge von Armut und Aids ihre Eltern verloren haben. Bis zu 100 Kinder und Jugendliche leben in dem Heim - das Marktcafé-Team unterstütze mit seinen Spenden die Schul- und Berufsausbildung sowie den Kauf von Lebensmitteln, Strom, Gas und die Instandhaltung, erzählt Gertraud Kohr, die zusammen mit Marianne Schnelle die Hauptansprechpartnerin für das Marktcaféteam in Mutlangen ist. Über 20 Frauen und Männer wirken mit für den guten Zweck, backen Woche für Woche zwischen fünf und zehn Kuchen sowie saisonal bedingt auch andere Leckereien. Verkauft wird in der Regel donnerstags - Stück für Stück, Tütchen für Tütchen. Jeder Cent fließt für den guten Zweck sowie manchmal in Sonderaktionen, etwa für die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal, aber auch für die örtlichen Kindergärten, die Gmünder Obdachlosenunterkünfte, die Weihnachtsaktion dieser Zeitung, die Ukraine-Hilfe und vieles mehr.

Natürlich brachte Corona einen großen Einschnitt für die Marktcafé-Aktiven. Nicht nur, dass sie Jubiläum zum 20jährigen Bestehen sang- und klanglos vorbeiging. Auch das Gemeindehaus St. Stephanus war plötzlich als Versammlungsort nicht mehr möglich. Zunächst war sogar alles zum Stillstand verdonnert. Doch mit der Zeit fand sich eine Lösung: Die Gemeinde stellte eines der Holzhäuschen zur Verfügung, die im Bauhof für andere Anlässe vorgehalten werden. Sommers wie winters gab es den Kuchen für den guten Zweck nun zur Marktzeit auf dem Lammplatz. Ob Hitze oder Kälte herrschte, jeden Donnerstag waren die Verkaufsteams zwischen 8.30 und 11.30 Uhr im Einsatz. Weiter ging der Erlös an die Waisenkinder in Simbabwe oder ausgesuchte Projekte in der Region.

Selbst jetzt, da sich Wesentliches getan hat in der „guten Stube“ der Gemeinde, geht es weiter. „Von sich aus haben Tanja und Alexander Disam angeboten, dass wir an jedem Markt-Donnerstag zur bekannten Zeit unseren Verkaufstisch unter dem Vordach des Pavillon aufstellen dürfen“, erzählt Gertraud Kohr glücklich. Bei Regen kann das Marktcafé-Team zudem so weit ins Pavilloninnere, dass die Leckereien nicht nass werden. Die Bäckerinnen können außerdem die Kühltheke des Restaurants benutzen. Und wer die gekaufte Köstlichkeit gleich vor Ort verspeisen möchte, kann das im Pavillon oder unter den großen Sonnenschirmen tun. „Das klappt prima“, lobt auch das DiSam-Personal, das gerne einen Kaffee oder Cappuccino dazu serviert. 

Von diesem Miteinander profitieren also wirklich alle. Und neue Marktcafé-Helferinnen sorgen dafür, dass das gelungene Projekt auch eine Zukunft hat.

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