Kommentar von Anke Schwörer-Haag zur Wasserkraft

Nachhaltige Botschaft

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Anke Schwörer-Haag

So nicht!“ Das haben Leinzeller Bürgerinnen und Bürger und mit ihnen die Gemeindeverwaltung an jenem 1. März 2017 empört formuliert, als ohne Vorwarnung die Bagger anrückten und an der idyllischen Wildnis um die Brücke am Leinwehr ihr zerstörerisches Werk taten. Büsche und Gestrüpp wurden wahllos und unfachmännisch beseitigt - was ärgerlich war, man aber noch hätte verkraften können.

Anders war und ist das bei der herrlichen Eiche, die über 300 Jahre auf einer der Leininseln zu einem stattlichen Baum gewachsen war. Auch sie war gnadenlos umgemacht worden.

Entstehen sollte in der Lein, was umweltbewusste Menschen ja grundsätzlich erst mal nicht schlecht finden: Eine Wasserkraftschnecke, verbunden mit einer Fischtreppe, die den Fluss an dieser Stelle für seine Bewohner durchlässiger gemacht hätte. Der Haken an dieser Planung: Von Anfang an haben die Kenner der Örtlichkeit bezweifelt, dass eine Anlage sich hier rentabel würde betreiben lassen. Dass nur auf Fördergelder geschielt werde, macht für sie den Umweltfrevel noch ärgerlicher.

Die Genehmigung hatte das Unternehmen trotzdem in der Tasche. Rentabel oder nicht - mit einem Bau der Anlage mussten die Leinzeller ständig rechnen. Insgeheim aber hegten sie - je länger, je mehr - die Hoffnung, dass das Projekt scheitert. Besonders als die staatlichen Förderkonzepte umgestellt wurden.

Dass Gemeinde und Kreisverwaltung jetzt aufgepasst haben und das Unternehmen verpflichten, drei ordentliche Eichen zu pflanzen, ist gut und richtig. So nicht!, heißt die klare, hoffentlich nachhaltige Botschaft.

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