Kommt der Bus in Ruppertshofen bald jede Stunde?

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Ruppertshofen aus der Luft.
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Der Landkreis visiert Busfahrten im Stundentakt an. Ruppertshofener Gremium informiert sich.

Ruppertshofen. Wie kann das Busfahren attraktiver gestaltet werden, um mehr Nutzer zu gewinnen? Dieser Frage geht Benedikt Gehlhaus vom Landratsamt seit einiger Zeit nach. Fakt ist: In der Abteilung „Nachhaltige Mobilität“ in der Kreisverwaltung haben die Mitarbeiter ein großes Ziel. Leiter Gehlhaus erläuterte den Gemeinderäten aus Ruppertshofen und Bürgermeister Peter Kühnl nun das ehrgeizige Unterfangen.

Vor allem soll es einen stündlichen Bus geben, der zwischen fünf Uhr morgens und 24 Uhr in der Nacht zur Verfügung steht. Bislang gibt es da Lücken. Etwa an den Wochenenden oder in den späten Morgenstunden. Bislang liegt daher der Schülerverkehr im Fokus. Aktuell nutzen 138 Schülerinnen und Schüler den Bus in Ruppertshofen. Dazu gesellen sich acht Auszubildende mit den Zielen Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen sowie acht weitere Erwachsene. Auf der anderen Seite sind in Ruppertshofen 1345 Autos angemeldet.

Ein komplexes Thema

Dass das Thema Nahverkehr komplex ist, zeigte Gehlhaus auf. Denn es gilt, bezogen auf den Ostalbkreis, 17 Busunternehmen, 150 Linien und 1521 Bushaltestellen zu integrieren. Im Jahr gibt der Kreis insgesamt 14 Millionen Euro an Zuschuss für den Schülerverkehr und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Jetzt will der Kreis erreichen, dass auch mancher Erwachsene das Auto in der Garage lässt und auf Bus und Zug umstellt. Doch hierfür müsse das Angebot im ländlichen Raum verbessert werden, so Gehlhaus. „Die Struktur in Ruppertshofen ist herausfordernd“, sagt er mit Blick auf die Teilorte. Auf der anderen Seite gelte das Auto nach wie vor als Statussymbol, und die Busnutzer seien erfahrungsgemäß nicht bereit, mehr als 200 Meter zur nächsten Bushaltestelle zurückzulegen.

Kommt ein „Mobilitätspass“?

Und dann, so Gehlhaus weiter, sei da noch die Frage der Kosten. Wie man die Finanzierbarkeit des Nahverkehrs schultern kann – dafür gibt es unterschiedliche Ansätze. Über eine höhere Kreisumlage? Über einen sogenannten „Mobilitätspass“, also eine allgemeine ÖPNV-Abgabe? Über den Fahrpreis? Bei letzterem rechnete Gehlhaus vor, dass sich der Fahrpreis dann verdreifachen würde, was kontraproduktiv wäre. „Und das Personal fällt auch nicht vom Himmel“, machte er deutlich.

Im Virngrund läuft mittlerweile der „StadtLandBus“, ein Rufbus, denn man bestellen kann, damit er zur nächsten Bushaltestelle kommt. Hierbei handelt es sich um einen Kleinbus, der gut angenommen werde. Hier sieht Gehlhaus die Zukunft. Aber bis dahin müsse noch am Nahverkehr und seiner allgemeinen Verbesserung auf dem Land getüftelt werden. Das Landratsamt sei auf jeden Fall dran – bereits die stündliche Taktung wäre ein großer Gewinn für die Ruppertshofener.

Mehreinnahmen verzeichnet

Gute Nachrichten hielt Kämmerer Andreas Steidle bereit. Die Maisteuerschätzung zeigt auf, dass es Mehreinnahmen gibt. Heruntergebrochen auf Ruppertshofen bedeutet dies ein Plus im Säckel von rund 83 640 Euro. Allein beim Einkommenssteueranteil gibt es statt der erwarteten 1,145 Millionen Euro nun 1,184 Millionen. Also unterm Strich ein Plus von knapp 40 000 Euro.

Mehere Kanalsanierungen

Eine Zuschussablehnung flatterte in Ruppertshofener Rathaus bezüglich der Kanalsanierungen im Bereich Käppelesweg, Erlenstraße, Am Jägergarten, Poststraße und weiteren Straßen. Zusammengefasst geht es um den nördlichen Teil der Gemeinde. 260 000 Euro an Kosten wollte man investieren. Im kommenden Jahr will die Gemeinde erneut einen Zuschussantrag stellen. Angesichts der aktuellen Preissteigerungen auf dem Bausektor werden sich dann die Kosten allerdings auf 313 000 Euro hochschrauben, da ein 20-Prozent-Aufschlag einkalkuliert werden muss, wie Kämmerer Steidle erklärt.

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