12 384 Solarmodule nahe am Biotop?

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Mit dieser Planung hat eine Erbengemeinschaft den Aufstellungsbeschluss für eine Photovoltaikanlage auf ihrem Grundstück im Gröninger Feld zwischen Biotop und Landesstraße nach Hohenstadt beantragt. Grafik: suntec/Gemeinde Schechingen/ca
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Schechinger Gremium fasst den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan und hat viele Fragen, die im Zuge dieses Verfahrens geklärt werden sollen.

Schechingen

So schnell könne er gar nicht mitschreiben, sagt Bürgermeister Stefan Jenninger und versichert dem Gemeinderat gleichzeitig, dass im Verfahren all diese Fragen aufgearbeitet und geprüft werden. Weshalb das Gremium die Aufstellung eines Bebauungsplanes am Ende auch beschließt - bei einer Enthaltung von Dr. Thomas Maier, der sich besonders am Zeitdruck stört, mit dem dieser Beschluss gefasst werden soll.

Um was es geht? Auf einem rund vier Hektar großen Grundstück im Gröninger Feld - zwischen dem Biotop und der Kreisstraße nach Hohenstadt - möchte eine Erbengemeinschaft auf einer privaten Fläche eine Freilandsolaranlage bauen. 12 384 Module zur Stromgewinnung. Eingespeist werden soll diese Energie - rund 4500 kWp, was „grünem Strom“ für 1500 Haushalte entspreche - am 20-kV-Kabel auf der Markung Leinzell. Bis dorthin müssen rund sechs Kilometer Stromkabel verlegt werden. Komplett auf Kosten der Investoren und ausschließlich über öffentliche Wege und in Straßengräben, beantwortet einer der Investoren die diesbezügliche Nachfrage direkt in der Sitzung.

Grundsätzlich stehe er der Energiewende positiv gegenüber, ergreift Dr. Thomas Maier das Wort - ehe er diesem Vorhaben zustimmen könne, müsse mit dem Landwirtschaftsamt und dem Naturschutz aber dessen Sinnhaftigkeit geprüft werden. Die Fläche werde genutzt zur Lebensmittelgewinnung und liege unmittelbar neben einem Biotop, für das vor Jahren viel investiert und extra eine Freilandleitung verlegt worden sei. Macht das Vorhaben dies zunichte, fragt Maier mit Rücksicht auf Brut-, Rast- und Nahrungsverhalten der Vögel, die dort Zuflucht gefunden haben. Ist der Platz direkt neben der Idylle, die viele Menschen aus der Gemeinde und weiter her zur Naherholung nutzen, der richtige für Freilandsolar? Und im Blick auf die Stromgewinnung möchte Maier wissen, ob das Vorhaben nicht konkurriere mit Bauherren, die in den neu ausgewiesenen Gewerbe- und Baugebieten in Solar investieren? Zudem: Gibt es Rücklagen für eine mögliche Insolvenz? Ab wann und in welcher Größenordnung fällt die versprochene Gewerbesteuer an?

Antworten könne es erst geben, wenn im Bebauungsplanverfahren alle Behörden gehört werden, sagt der Bürgermeister. Der Aufstellungsbeschluss bedeute nicht, dass auch gebaut werden darf. Aber er sichert der Erbengemeinschaft nun zunächst eine Verlängerung der Zusage der EnBW. Einspeisepunkte sind begehrt und werden nur kurzfristig vergeben.

Ist dieser Platz der Richtige?“

Dr. Thomas Maier,, Gemeinderat
  • Gemeinde erhöht die Zahl der nötigen Stellplätze
  • Schechingen. Hier weicht die Gemeinde von den Vorgaben des Landes ab, das vor Jahren die Zahl der pro Wohnung notwendigen Stellplätze auf einen gesenkt habe. Weil, wie Bürgermeister Jenninger erklärt, seitdem die öffentlichen Straßen mehr zugeparkt werden, werden in Schechingen und Leinweiler für eine Wohnung ab 60 Quadratmeter nun 1,5 Stellplätze vorgeschrieben, ab 100 Quadratmeter müssen zwei ausgewiesen sein. aks

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