Freibadkiosk: schnelle Lösung als Ziel

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Freibad Schechingen
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Schechinger Gremium hört die Ergebnisse der Expertenanalyse und wünscht sich einen Arbeitskreis, der die Umsetzung der genannten Optionen prüft

Schechingen. Er hat als Koch und Betreiber schon in fünf Freibädern die Gastronomie geleitet. Insofern ist Jürgen Wernscheid, heute Berater im Umfeld des Hotel- und Gaststättenverbands, höchst geeignet, um für die Diskussion über den Kiosk im beliebten Schechinger Freibad ein sachliches Fundament zu liefern. Wolfgang Barth bedankt sich denn auch im Namen seiner Gemeinderatskollegen für die fundierte Meinung von außen und dafür, dass nun Optionen auf dem Tisch liegen.

"Von einer Verpachtung rate ich ab.“

Jürgen Wernscheid,, Dehoga-Berater

Was der Experte dem Gremium klar gemacht hat:

Als erstes, dass Radu Schuster „pragmatisch und mit Leidenschaft aus den Gegebenheiten das Beste gemacht hat. Ohne ihn hätte das schon lange nicht mehr funktioniert“, betont Wernscheid. Denn das zeigt seine Analyse überdeutlich: Die räumliche Aufteilung des Kiosk und die Trennung von der Eintrittskasse führen zu einem hohen Personalaufwand - auch an Tagen mit wenigen Besuchern; die Wege sind weit, die Technik höchstens semiprofessionell - selbst, wenn man sich Mühe gebe, sei das Ergebnis nicht mehr zeitgemäß.

Was also tun? Seine erste Option - eine Schließung des Kiosk - verwirft der Berater im gleichen Atemzug selbst. Die Nachteile wären zu groß, denn wenn es nur noch eine Automatenversorgung gäbe, sinke die Attraktivität des Bades und damit langfristig die Besucherzahl.

Die Option zwei - eine Anpassung der Preise auf das Niveau, das in Freibädern allgemein üblich ist - schlägt Jürgen Wernscheid nur als Übergangslösung für das Jahr 2022 vor. Denn damit lasse sich der Verlust allerhöchstens um 4000 Euro abmildern, alle weiteren Nachteile und Probleme gäbe es weiterhin.

Option drei ist eine kleine Lösung: Für geschätzt 10 bis 12 000 Euro würde die Kioskkasse in den Küchenbereich verlegt. Damit käme man deutlich länger ohne zusätzliches Personal aus, weil deutlich mehr Freibadgäste im Ein-Mann/Frau-Betrieb verköstigt werden könnten.

Als Ideallösung sieht Jürgen Wernscheid die Option vier. Der Kiosk wird umgebaut zu einem Ausgabekiosk und mit der Eintrittskasse zusammengelegt. Damit erreiche man eine maximale Verbesserung im Bereich der Personalkosten, dazu optimale Arbeitsabläufe und bleibe auf Dauer marktfähig.

Von einer Verpachtung des Kiosk - das ist später auch noch mal eine Frage aus dem Zuhörerraum - rät der Experte ab. Ein Freibad dieser Größe könne höchstens im Nebenerwerb geführt werden und müsse einem Interessenten vermutlich dann auch pachtfrei überlassen werden. Investieren müsse die Gemeinde trotzdem, um überhaupt jemanden zu finden.

„Wenn die Kasse geöffnet ist, ist auch der Kiosk auf“, bestätigte Wernscheid auf Rückfragen von Dr. Thomas Maier und Wolfgang Sachsenmaier. Und zeigte auch Lösungen auf, wie das Bedientempo zu Stoßzeiten erhöht werden kann. Marco Schwind, der sich wie Wolfgang Sachsenmaier für eine schnelle Umsetzung stark machte, forderte einen Arbeitskreis, der sich sehr zeitnah mit dem Thema beschäftigt. „Das hat hohe Priorität, weil eine deutliche Kostenersparnis erkennbar ist.“ Bürgermeister Stefan Jenninger nahm das als Prüfauftrag mit.

Einstimmig genehmigt wurde der Zuschussantrag des FC für den Vereinsheimumbau. Weitere Berichterstattung folgt.

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