Letzte Schüsse oder Mord für ein Brot?

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Die vorletzte Station am Sühnekreuz

Das Spraitbacher Sühnekreuz ist die vorletzte Station.

Spraitbach. Langsam neigt sich das Jubiläumsjahr zum 725-jährigen Bestehen Spraitbachs seinem Ende entgegen. Hoffnungen auf ein schönes, gemeinsames Dorffest zerschlugen sich pandemiebedingt. Mit ihrem Geschichtspfad hat die Gemeinde dennoch einen Weg gefunden, in vielen kleinen „gemeinsamen Treffen“ übers Jahr an das Jubiläum zu erinnern.

Zwölf Infotafeln erinnern derzeit in der Gemeinde an Vergangenes, Umgenutztes oder seit vielen Jahren Bestehendes. Der Countdown zum Ende der Jubiläumsaktionen wurde mit der Enthüllung einer weiteren Tafel eingeläutet, die Erläuterungen zu dem steinernen Sühnekreuz in der Höniger Straße bereithält. Bei Nacht und Kälte begrüßte Bürgermeister Johannes Schurr einige geschichtsinteressierte Bürger an der Einmündung zum Baugebiet „Trögle“ am „wahrscheinlich ältesten und vorletzten Punkt der Geschichtspfad-Etappe“.

Ohne Kampf nach Spraitbach

Das zwölfte Schild beleuchtet zwei Geschichten. Über das Steinkreuz ist bekannt, dass es früher auf der anderen Seite der Straße nach Hönig stand. Zum Anlass seiner Errichtung sind verschiedene Deutungen überliefert. Eine Geschichte handelt von einem Mord während einer Hungersnot im Dreißigjährigen Krieg. Ein armer Bauer soll an der Stelle des Kreuzes „um eines halben Laibes Brot willen“ von einem Unbekannten mit einer Axt erschlagen worden sein. Das Tatwerkzeug soll unter dem Kreuz vergraben worden sein, das am Tatort errichtet wurde. Anderen Überlieferungen zufolge könnten an der Stelle des Steinkreuzes in napoleonischer Zeit in einem Gefecht die letzten Schüsse gefallen sein, die Sieger seien anschließend ohne weiteren Kampf in Spraitbach eingezogen.

Heute steht das Sühnekreuz im Kreuzungsbereich der Hönigerstraße zum Baugebiet „Trögle“. Ob das Tatwerkzeug bei der Versetzung des Kreuzes gefunden werden konnte, sei nicht überliefert, erklärt Erich Pommerenke auf Nachfrage eines Bürgers.

Auch das Wohngebiet Trögle wird beleuchtet. In den 1970er-Jahren zeichnete sich in Spraitbach eine zunehmende Bauplatznachfrage ab. Da die Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft waren, entschloss sich die Gemeinde, das Gewann „Trögle“ zu erschließen. In verschiedenen Abschnitten wurden dort über 150 Bauplätze geschaffen. Wenn im „Trögle“ alle baulichen Möglichkeiten erschöpft sind, wird dieses Gebiet zum größten zusammenhängenden Siedlungsgebiet der Gemeinde werden.aro

Die letzte Enthüllung einer Tafel ist am Dienstag, 7. Dezember, vorgesehen.

Das große Jubiläums-Highlight soll am Samstag, 25. Dezember, stattfinden. Was dann passieren soll, möchte die Gemeindeverwaltung nicht verraten. Nur so viel sagt Bürgermeister Schurr: „Es wird hochspannend und interessant.“

Die vorletzte Station am Sühnekreuz

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