Unerlässlicher Dienst für Kranke

Viele Hände schüttelte die Geschäftsführerin der Sozialstation Abtsgmünd, Andrea Apprich, am Mittwoch. Viele Gäste kamen zum Festakt anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Sozialstation in der Kochertalmetropole. Eine Überraschung gab's für den "Mann der ersten Stunde", Hans Seibold. Er erhielt die Ehrennadel des Landes für sein jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement.

Als eine der größten und ältesten Sozialstationen im Land feiert die Sozialstation Abtsgmünd in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Als Geschäftsführerin begrüßte Andrea Apprich beim Festakt im Ausaal viele Vertreter aus den Gemeinden, in denen die Mitarbeiter den sozialen Dienst verrichten. Sie erinnerte an die Entstehung der Einrichtung, die im Januar 1974 mit acht Ordensschwestern und zwei Krankenschwestern ihren Dienst aufnahmen. Wie stark sich die Sozialstation Abtsgmünd in den vier Jahrzehnten entwickelt hat, verdeutlichte der Abtsgmünder Bürgermeister Armin Kiemel. Er informierte darüber, dass aktuell 65 Mitarbeiter und 30 Ehrenamtliche aus 14 Berufen mit 24 Fahrzeugen täglich im Einsatz sind. In einem Einsatzgebiet mit 36 000 Einwohnern. Durch diesen Dienst müssten die Menschen nicht aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen werden, stellte er dankbar fest. Die Sozialstation leiste einen starken, wertvollen und herausragenden Balanceakt zwischen Nähe und Distanz. Als "konsequent professionell", beschrieb Günther Traub vom Landratsamt das Wirken der Sozialstation Abtsgmünd. Er hob den Weitblick hervor, den die Gründer vor 40 Jahren bewiesen hätten. Die Sozialstation sei "für Angehörige eine unerlässliche Hilfe". Pfarrer Jens Brodbeck dankte, dass die Sozialstation vor Ort pflegebedürftigen Menschen eine Perspektive gebe und niemanden entwurzele. Ihre Mitarbeiter gäben der Hilfe am Nächsten ein Gesicht, beschrieb er. "In einer Gesellschaft, in der immer mehr weggesehen wird." Pfarrer Dr. Werner Kugler brachte die Segenswünsche der evangelischen Kirchengemeinden: "Wir sind dankbar, dass es Sie gibt." Er erinnerte, dass die Gemeindekrankenpflege die Wurzel der Sozialstationen sei. Er bemerkte, wie sich die Einrichtung in 40 Jahren vergrößert und "ganz breit aufgestellt" habe. Von der Alzheimerberatungsstelle über "Vergissmeinnicht-Angebote" für Demenzkranke, Gesprächskreise für Angehörige und vieles mehr. Ein Part ist der Hospizdienst, für den die Vorsitzenden der Abtsgmünder Bank, Werner Bett und Eugen Bernlöhr, einen 1000-Euro-Scheck überreichten. Hans Seibold, der seit 40 Jahren ehrenamtlich engagiert und seit 2000 auch ehrenamtlicher Handlungsbevollmächtigter ist, erhielt für sein Wirken die Ehrennadel des Landes. "Er ist der Fels in der Brandung und hat seinen Stempel bei der Sozialstation aufgebracht", beschrieb Kiemel in seiner Laudatio. Wiederum das Silberne Ehrenzeichen des Caritasverbands bekam er für sein Engagement von Regionalleiter Harald Faber von der Caritas Ost-Württemberg. Den musikalischen Part des Festakts übernahm ein Klarinettentrio mit Lukas Bäuerle, Jenna Bertele und Marwin Bayer.

Anja Jantschik

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