Bremst der Radstreifen den Verkehr?

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Der Radschutzstreifen, der seit Oktober durch Wißgoldingen führt, sorgte für Diskussionen im Ortschaftsrat, unter anderem zum Parken entlang der nun verengten Durchgangsstraße.
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Das Wißgoldinger Gremium diskutiert über den neuen Schutzstreifen und seine Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer. Außerdem: verschärfte Kontaktregeln beim Weihnachtsmarkt.

Waldstetten-Wißgoldingen. Einige Punkte standen bei den Verkehrsschauen in Wißgoldingen auf der Agenda. Jetzt ist zumindest einer umgesetzt: Im Oktober wurde der Radschutzstreifen in der Ortsdurchfahrt aufgebracht. Bereits in der Bürgerfragestunde war dieser Thema in der Sitzung des Ortschaftsrats am Dienstagabend. Ein Bürger erkundigte sich, wer die Kosten für die Aufbringung des Radschutzstreifen trage? Bürgermeister Michael Rembold informierte, dass es sich um eine Landesstraße handle und das Straßenbauamt des Kreises die Arbeiten im Auftrag des Landes durchgeführt habe. Folglich kommen auf Waldstetten keine Kosten zu.

„Da wurde was für Radfahrer gemacht, aber die Gefahr für Fußgänger ist immer noch da“, bemängelte der Bürger. Hier hakte Elisabeth Heilig ein und berichtete als direkte Anliegerin, dass sie das „Gefühl“ habe, dass langsamer gefahren werde. Dies sei ihre persönliche Wahrnehmung. Dies bestätigte auch Markus Kaller: „Es ist erstaunlich, der Radschutzstreifen wird tatsächlich von den Autofahrern freigehalten. Und es wird langsamer gefahren.“ Er schlug vor, anhand von Messungen festzustellen, mit welcher Geschwindigkeit die Ortsdurchfahrt nun befahren werde.

Nicole Schaible berichtete von mehreren „frustrierenden“ Verkehrsschauen, bei denen nicht die Belange der Bürgerschaft aufgenommen worden seien. „Zumindest ist nun der Verkehrsraum optisch eingeengt durch den Schutzstreifen. Die Verkehrsschau hat sich auf nichts anderes eingelassen“, stellte sie fest. Elisabeth Heilig nannte „die Parkerei“ in der Ortsdurchfahrt ärgerlich. „Da stehen die Autos in einer Linie“, schilderte sie gegenüber der Tankstelle Gesehenes. „Und wenn dann der Tanklaster kommt, ist es ein Unding.“ Sie hatte auch Sorge, wie der Winterdienst mit dieser Situation klarkommen wird.

Ortsvorsteherin Monika Schneider berichtete von positiven Rückmeldungen zum Schutzstreifen. „Insgesamt empfinde ich es auch als besser.“ Angesprochen auf das abrupte Ende des Radwegs in Richtung Winzingen, sagte sie, dass es dort noch eine Beschilderung geben wird. Bürgermeister Rembold meinte, dass die Erfahrung in anderen Orten zeige, dass Radschutzstreifen zur Temporeduzierung bei den Kraftfahrzeugen führe. Und: „Es wird Abstand gehalten. Ich sehe das schon als Verbesserung für die Fußgänger.“ Zum Parken an der Ortsdurchfahrt will man in Dialog mit den Anliegern kommen.

Parken auf dem Löwen-Areal?

Cornelia Dangelmaier überlegte, ob nicht auf dem Löwenareal, bis dieses bebaut wird, Parkfläche geschaffen werden könnte. „Dann könnte man die Lage etwas entzerren.“ Heilig bemängelte, dass manche Autos „immer dastehen“. Besitzer seien Monteure, die wohl mit Geschäftswagen unterwegs sind. „Jeder Häuslebauer muss 1,5 Stellplätze pro Wohnung vorhalten“, erinnerte sie. Schneider sagte: „Mal sehen, was für eine Lösung wir finden.“ Allgemein war sich das Gremium einig, dass man sich an die neue Verkehrssituation gewöhnen müsse.

In Waldstetten und in Wißgoldingen wird es wieder Krippenwege geben. Eröffnung ist am 18., beziehungsweise am 19. Dezember. Am 6. Februar 2022 wird in Wißgoldingen die Eingemeindung vor 50 Jahren mit Gottesdienst, Festakt und Familiennachmittag gefeiert.

Rembold informierte, dass nun die Corona-Alarmstufe und damit die 2G-Regelung gelte. Auch für den Weihnachtsmarkt am Wochenende. Heilig kündigte an, dass es Getränke und Kuchen wohl nur „to Go“ gebe - nicht, wie geplant, im Pavillon.

Der Radschutzstreifen wird tatsächlich von den Autofahrern freigehalten.“

Markus Kaller

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