Das „Kukaff“ in der Dorfmitte

+
Karl Fiedler, der „Motor“, der Aktionsgruppe, wurde für seinen Einsatz von einer der Helferinnen mit einem Stück gespendeten Kuchens bedacht. ⋌Foto: HOJ
  • schließen

Mit der Eröffnung des Wißgoldinger Dorfcafés geht der Wunsch der Bürger in Erfüllung. Nun sind Aktivitäten gefragt.

Waldstetten-Wißgoldingen

Den Besuchern, die am Freitag das erste Mal das „KuKaff“ das Kultur-Kaffee im Wißgoldinger Bezirksamt betraten, entlockte der Anblick der Räumlichkeiten Sätze wie „Mein Gott ist das schön geworden“. Detailverliebt bis ins letzte Deko-Stück präsentiert sich das ehemalige „Malstüble“, ein Raum der früheren Lehrerwohnung. Restaurierte Tische, zum Teil noch aus dem ehemaligen „Löwen“, warteten auf Gäste, die weißen Wände zieren Vier-Jahreszeiten-Ansichten von Wißgoldingen, ein ausgefeilten Beleuchtungssystem sorgt fürs nötige Licht.

Zum Eröffnungsfest hatten die Mitglieder des Dorfvereins ein Zelt auf dem alten Schulhof errichtet, in dem die liebevolle Dekoration fortgeführt wurde: Kleine Bügelflaschen als Zuckerbehälter und Milchkannen aus Blech warteten auf Spenden für den Verein. Einer der „Kümmerer“ ist Karl Fiedler, der erzählt wie es von der Idee zur Umsetzung des neuen Treffpunkts in Wißgoldingen gekommen ist. Nach der Gründung des Dorfvereins im März 2020 wurden die Wünsche und Anregungen der Bürgerschaft abgefragt, von allen befragte Haushalten hätten 87 Prozent den Wunsch nach einem regelmäßigen Treffpunkt geäußert, erklärt Ortsvorsteherin Monika Schneider. Die alte „Molke“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite hätte den erforderlichen „Charme“ besessen, sagt Fiedler, die Umbauarbeiten seien aber zu teuer für den kleinen Verein gewesen. Das von der Gemeinde Waldstetten angebotene Malzimmer im Bezirksamt sei hingegen ein echter „Hauptgewinn“ gewesen.

700 Arbeitsstunden

Seit vergangenem Herbst waren die Ehrenamtlichen damit beschäftigt, den Raum mit neuem Glanz zu versehen. In 700 Arbeitsstunden wurde die Akustik verbessert, wurden Stromleitungen verlegt und die Aufputzleitungen „kaschiert“. Die größten Sorgen machte sich der Verein um eine neue Küche, günstig sollte sie sein und in den Raum passen. Erwin Heilig habe die Idee gehabt, nach einer „Testküche“ eines großen Küchenherstellers zu suchen. Für unter 2000 Euro habe man aus zwei dieser Küchen eine passende „zusammen geschnitzt“ lacht der Restaurator Fiedler. Von der Gemeindeverwaltung sei noch ein Zuschuss für die Elektrogeräte gekommen, die restlichen Gelder konnten durch Veranstaltungen und Aktivitäten generiert werden. Und die Küche füllte sich am Freitag beständig mit Kuchenspenden. Die Vorfreude auf das neue Café habe sie vorzeitig an den Ort des Geschehens gelockt, lachen drei ältere Damen. Quartiersmanagerin Magdalene Rupp zeigt sich „überwältigt von dem Ergebnis“ und lobt Fiedler als „den Motor“ der Aktionsgruppe Treffpunkt. Mit dem neuen Café sei das „Herzstück von und in der Dorfmitte“ entstanden. „Motor“ Fiedler durfte das rote Band zum Raum zu durchtrennen.

Ortsvorsteherin Schneider ist begeistert von der „unglaublichen Eigenleistung“ der Macher, das Café sei eine Bereicherung für den Ort. Gemeinsam mit der Bücherei und dem Wochenmarkt sei hier ein schönes „Dreieck“ entstanden, jetzt gelte es den Raum mit Leben zu füllen. Zwei Öffnungszeiten stehen bereits fest, der Dienstagnachmittag zur Marktzeit sowie ein Abendtermin. Die Wißgoldinger Bürgerschaft könne jetzt mit ihren Ideen den Raum bespielen, meint Fiedler, ob mit kulturellen Veranstaltungen oder Spieleabenden, die Möglichkeiten sind vielfältig. Mit dem Vocal-Ensemble Oxalis konnte am Abend der neue Treffpunkt mit Musik erfüllt werden.

Zurück zur Übersicht: Stuifen

Kommentare