Die gute Kultur des gemeinsamen Machens

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Beim Start der "Quartiersimpulse" im Januar: Magdalene Rupp (4. v. l.) und Sandra Holzherr (r.) mit weiteren Beteiligten.
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Sandra Holzherr und Magdalene Rupp unterstützen die Wißgoldinger im Projekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“. Und stoßen dabei auf beste Voraussetzungen.

Waldstetten-Wißgoldingen

Es läuft in den sieben Aktionsgruppen zum Bürgerprojekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“ in Wißgoldingen, das sagen einhellig Quartiersmanagerin Magdalene Rupp und Sandra Holzherr, die den Prozess im Förderprogramm „Quartiersimpulse“ des Landes Baden-Württemberg seit seinem Start Ende Januar begleitet. Die Prozessbegleiterin sieht, dass alle Aktiven im Projekt ein großes Interesse haben, „dass Wißgoldingen liebens- und lebenswert bleibt“. Sie unterstützt aktuell drei Kommunen, für die Wißgoldinger ist sie voll des Lobes. „Das Engagement ist unglaublich.“ Quartiersmanagerin Magdalene Rupp hat eine Begründung dafür: Das liege an den Menschen, die traditionell durch langjähriges Engagement in den Vereinen geprägt seien. Auf diese „gute Kultur des gemeinsamen Machens“ bauen Rupp und Holzherr auf bei der Arbeit mit den sieben Aktionsgruppen zu den Themen Löwen-Areal, Treffpunkt, Nahversorgung, Jugend, Kinder, Kultur und Natur.

Für Rupp sind die „Quartiersimpulse“ nur ein Teil ihrer Arbeit, die sich auf Wißgoldingen und Waldstetten erstreckt. Als Quartiersmanagerin organisiert sie außerdem Beratungen und treibt Themenfelder wie die Weiterentwicklung des Dorfmärktles voran. Für Holzherr als Prozessbegleiterin stellt sich zudem die Frage, wie sich die „Quartiersimpulse“ mit anderen von Rupps Aktivitäten verzahnen lassen.  

Steuern und machen lassen

Steuern und machen lassen, heißt dabei die Devise. Die Taktung in der die einzelnen Aktionsgruppen vorangehen, sei individuell, sagt Holzherr. „Und sie lassen dabei nie was anbrennen“ und organisieren schnell, lobt sie. Etwa, wenn’s beim demnächst fertiggestellten Dorfgemeinschaftsraum um einen Tag der offenen Tür geht, nennt Rupp ein Beispiel. „Die Ideen kommen immer von den Beteiligten“, sagt die Quartiersmanagerin, „wir sorgen nur dafür, dass sie gut umgesetzt werden“. Manchmal kann das sogar bedeuten, zu bremsen. Eine Aktionsgruppe habe so viele Themen gehabt, dass es für zehn Jahre gereicht hätte.  Dann muss geschaut werden, was möglich ist, „es muss immer gut machbar sein“. Und es soll „so viele Menschen wie möglich mitnehmen“, sagt Rupp und nennt eine wichtige Überlegung im Prozess: „Wie kommt man an die Unsichtbaren?“ Durch langfristige Arbeit, Multiplikatoren und aufmerksames Zuhören, lauten ihre Antworten.  

In regelmäßigen Projektteambesprechungen werden die einzelnen Themen betrachtet, in einer Steuerungsgruppe kommen auch  die Kümmerer der Aktions-Gruppen zusammen, dazu gibt’s intensiven Austausch per E-Mail und Telefon, sagt Rupp zur Vernetzung der  Gruppen. Holzherr steuert ein Beispiel aus der Praxis bei: Zur Eröffnung des Dorftreffs Ende Juli, die die Aktionsgruppe Treffpunkt betreut, kümmert sich die AG Kultur um die Musik.  Im Vordergrund stehe also jeweils das Projekt, nicht die Gruppe.

Damit die Aktionsgruppen bei der Planung ihrer Vorhaben stets das Notwendigste beisammen haben, haben Rupp und Holzherr in Zusammenarbeit mit dem Dorfverein als Kooperationspartner des Projekts „Wir leben Dorfgemeinschaft“  einen Veranstaltungskoffer zusammengestellt. Darin befinden sich neben so praktischen Dingen wie Panzertape und Schnur unter anderem jederzeit greifbar die Datenschutzrichtlinien. Für die Treffen der Gruppen hat Rupp ein Moderationspaket mit Dokumentationsvorlagen, Karten und Reißzwecken gepackt. Was ebenso zum Gelingen beiträgt, nennt Holzherr: Dass „in Wißgoldingen  ein wunderbares Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Ehrenamt“ herrsche.

Dabei könne es durchaus vorkommen, dass eine Aktionsgruppe auch mal eine Weile brachliegt, meint die Prozessbegleiterin. „Es kann ja immer nur da was gehen, wo Energie reinfließt“. Und wenn sich für das Projekt „Wohnen und Pflege“, bei dem Jüngere mit Älteren zusammenwohnen könnten, gerade keine interessierten Eigentümer und Mieter finden, dann ruht es eben, ergänzt Rupp.

„Ich sehe mich nicht als Treiber“ sagt Holzherr. Vielmehr sei es ein Wesenszug der Prozessbegleitung, innerhalb einer bestimmten Laufzeit Prozesse und Aktivitäten so zu verankern, „dass sie Bestand haben“. In diesem Fall die Aktionsgruppen zu Institutionen zu machen, die sich dauerhaft um ihre Themen kümmern.   Denn, sagt Holzherr, auch wenn der Projektzeitraum offiziell im Herbst 2023 endet:  Eine Kommune weiterzuentwickeln, dieser Prozess „ist nie fertig“.

Die Gmünder Tagespost stellt in lockerer Folge die Arbeit der sieben Aktionsgruppen im Wißgoldinger Projekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“ vor. Wer an diesem Bürgerprojekt mitwirken möchte, kann sich für weitere Auskünfte bei Quartiersmanagerin Magdalene Rupp unter der Telefonnummer (07171) 40357 oder per E-Mail an: magdalene.rupp@haus-lindenhof.de melden.

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