Die kleinen kulturellen Lücken füllen

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Ein Muttertagskonzert mit "Swabian Brass" gehörte zu den ersten Veranstaltungen, die die Aktionengruppe Kultur im Quartiersprojekt "Wir leben Dorfgemeinschaft" in Wißgoldingen auf die Beine gestellt hat.
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Die Aktionsgruppe Kultur im Projekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“ möchte das kulturelle Angebot in Wißgoldingen ausbauen, ohne mit Vorhandenem zu konkurrieren.

 

Waldstetten-Wißgoldingen

Eine Konkurrenz zum Angebot der Vereine – das soll die Aktionsgruppe Kultur im Projekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“ auf keinen Fall sein, das ist Volker Pitzal als Kümmerer der Gruppe wichtig. Dass es neben sechs anderen auch diese Aktionsgruppe in dem Quartiersprojekt für Wißgoldingen gibt, ist auf die Umfrage des Dorfvereins nach den Bedürfnissen der Wißgoldinger für verschiedene Lebensbereiche zurückzuführen, die der junge Verein rasch nach seiner Gründung auf den Weg gebracht hatte. Ein Punkt ging der Frage nach, wie das kulturelle Angebot zu verbessern sei. Bei den Teilnehmenden an der Umfrage landete der Punkt unter den top Fünf, „das hat mich getriggert“, sagt Pitzal. So habe er das Thema schon im Dorfverein begleitet.

Weil die Vereine bereits vieles zum kulturellen Leben im Ort beitragen, gehe es der Aktionsgruppe darum, das Angebot um bisher unterrepräsentierte Aspekte zu erweitern, etwa Kleinkunst, Lesungen, Puppentheater oder Open-Air-Kino. Die Aktionsgruppe „will auf keinen Fall irgendjemandem auf die Füße treten“, betont Pitzal. Sehr schnell sei auch klar gewesen: Es geht ums „Gestalten, nicht Verwalten“. Darum seien die wesentlichen Fragen, die die Aktionsgruppe zu einer Idee bewegen, erstens: Stellt sie  eine Konkurrenz zum vorhandenen kulturellen Angebot dar? Und zweitens: Ist sie realisierbar? Dazu gehöre auch, die ehrenamtlichen Helfer nicht zu überlasten. Was gerade bei der Wißgoldinger Dorfgemeinschaft alles läuft, lässt Pitzal aus seiner Perspektive als Ortschafts- und Gemeinderats zum Superlativ greifen: Es ist „gigantisch“. Und er sieht bereits ein Ziel verwirklicht, das Quartiersmangerin Magdalene Rupp mit dem Projekt verbindet: Personen, die bisher nicht in den Vereinen aufgetreten sind, bringen sich nun in die Dorfgemeinschaft ein, stellt Pitzal fest und findet das „was ganz arg Schönes“.   

Bereits in die Tat umgesetzt hat die Aktionsgruppe ein Muttertagskonzert mit „Swabian Brass“ und das Open-Air-Kino. Als nächstes steht die Eröffnung des Dorfcafés an, dafür hat die Aktionsgruppe Kultur den Auftritt der Gruppe „Oxalis“ organisiert und sich dafür mit der Aktionsgruppe Treffpunkt zusammengetan. Auch deshalb, dass es nicht zu viele Veranstaltungen werden und dass „ein bisschen Kultur dabei ist“, wenn das „KuKaff“ – der neue Dorftreff – am 29. Juli Tag der offenen Tür feiert. Maximal vier Veranstaltungen  pro Jahr umzusetzen,  haben sich die fünf bis zehn Aktiven in der Atkionsgruppe Kultur zum Ziel gesetzt. „Es geht um kleine Akzente“ in Kunst, Kultur und Musik, „wo die Leute einfach zusammenkommen“. Insbesondere in den Bereichen Kunst und Literartur „müssen wir was tun“, findet Pitzal, und denkt dabei etwa an Kunstausstellungen, wie sie die frühere Ortsvorsteherin Ingrid Banzhaf ins Bezirksamt geholt hat.

Raum geben fürs Zusammmenkommen

Grundsätzlich gilt: „Alles Geplante dient der Kommunikation“, sagt Pitzal. Darum sollen es kleinere Sachen sein, bei denen sich die Leute hinterher treffen können. Darum sei er auch im Austausch mit Karl Fiedler, dem Kümmerer der Aktionsgruppe Treffpunkt und stellvertretenden Vorsitzenden des Dorfvereins. Grundsätzlich trete der Dorfverein als Veranstalter auf, womit auch der zwingend notwendige  Versicherungsschutz geregelt sei. Ganz abgesehen davon, dass die Aktionen auch finanziell machbar sein sollen: Es werde „keine Helene Fischer in Wißgoldingen“ geben, nennt Pitzal als Beispiel für ein Großevent. Auch ein Musical auf einer Naturbühne am Stuifen sei wohl eher nicht drin, auch wenn es die Idee gibt und man ihm gesagt habe, er könne doch die Musik dazu schreiben. „Das ist einfach nicht realistisch“, sagt Pitzal, wobei, ausschließen will er’s auch nicht ganz – „vielleicht macht’s ja mal jemand“.

Jetzt gehe es zunächst einmal darum, den Wißgoldingern zu zeigen, dass die Aktionsgruppe kulturelle Veranstaltungen auf die Beine stellt. Außerdem darum, die Leute motiviert zu halten. Und es dürfe sich gern jeder melden, wenn es um die Umsetzung einer Veranstaltung geht, sagt Pitzal. Denn trotz aller anderen Aufgaben gilt: „Das Meiste ist Netzwerken.“

Wer sich mit der Idee einer Veranstaltung trägt oder bei der Aktionsgruppe Kultur mitwirken möchte, kann sich per E-Mail an die Aktionsgruppe Kultur wenden per E-Mail an: volker.pitzal@web.de     

Die Gmünder Tagespost stellt in lockerer Folge die Arbeit der sieben Aktionsgruppen im Wißgoldinger Projekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“ vor. Wer an diesem Bürgerprojekt mitwirken möchte, kann sich für weitere Auskünfte bei Quartiersmanagerin Magdalene Rupp unter der Telefonnummer (07171) 40357 oder per E-Mail an: magdalene.rupp@haus-lindenhof.de melden.

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