Mit Krippen das Miteinander gestalten

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Der Krippenweg in Gschwend im vergangenen Winter gab Beate Kornau den Impuls, ein solches Projekt in Waldstetten anzuregen.
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In Waldstetten und Wißgoldingen sollen in der Weihnachtszeit Krippenwege entstehen. Wer mitmachen möchte, ist frei in der Gestaltung.

Waldstetten/Wißgoldingen

Das wäre doch was für den Bronnforst", hat sich Beate Kornau gedacht, als sie in der vergangenen Weihnachtszeit auf dem Krippenweg in Gschwend unterwegs war. Denn auf der beliebten Waldstetter Spazierstrecke hatte sie sowieso bereits einzelne, in Eigeninitiative gebastelte Krippen entdeckt gehabt. Also hat sich die Gemeinderätin bereits im Frühsommer mit ihrer weihnachtlichen Idee an die Gemeindeverwaltung gewandt und ist auf offene Ohren gestoßen. Nicht zum ersten Mal, denn die Familie Kornau hat bereits eine Geocaching-Tour im Waldstetter Ortskern angeregt und dafür sowohl die Karte erstellte als auch die Schatzboxen versteckt und die Koordinaten auf der Geocaching-Homepage eingepflegt - als Zeitvertreib für den Sommer. "So kommt man rein", sagt Beate Kornau. Und jetzt also Weihnachten.

"15 Leute haben wir schon mit Krippen", freut sich Beate Kornau. Es haben sich bereits Gruppierungen, Vereine und Privatleute gemeldet, die eine Krippe beitragen möchten. beim Bronnforst in Waldstetten soll's dabei nicht bleiben. In Wißgoldingen soll die Runde um den Stuifen ebenfalls zum Krippenweg werden. "Wir haben schon einige Teilnehmer beisammen", meldet Ortsvorsteherin Monika Schneider. Sie gehe dafür auf Vereine und Institutionen zu. Beispielsweise Schule und Kindergarten seien "auf jeden Fall" dabei, ebenso Ortschaftsräte. Ob die Zahl der Krippen ausreichen wird, um ganz herumzukommen um den Stuifen, "das wissen wir nicht". Aber ein Stück des Weges, beginnend am Abzweig von der Fahrstraße aus Richtung Tannweiler, werde auf jeden Fall gestaltet.

Einzige Bedingung: wetterfest

Für den Bronnforst wie für den Stuifen-Rundweg gilt: Zur Gestaltung der Krippen gibt es fast keine Vorgaben, was Material und Größe anbelangt. "Der Wald ist groß", sagt Beate Kornau, die insbesondere die verschiedensten Ideen und Materialien in Gschwend "so schön" fand. Die einzige Bedingung: "Es muss wetterfest sein." Erste Teilnehmer hätten bereits Wünsche für den Standort ihrer Krippe genannt. Wie letztendlich aufgebaut werden darf, werde noch mit Revierförster Johannes Gugel geklärt. Wer aufbaut, ist dafür schon klar: Die fertigen Krippen werden nicht etwa am Bauhof abgestellt, damit dessen Mitarbeiter die Verteilung übernehmen, stellt Quartiersmanagerin Magdalene Rupp klar, sondern "das wird wirklich eine bürgerschaftliche Sache". Sie hat die Organisation des Projekts zusammengestellt und nennt weitere wichtige Fragen, die beantwortet sein müssen:
"Wie kommen die Krippen auf die Waldwege?" Dafür werde es Zeitpläne geben, die zeigen, wann welche Krippe ankommt und von wem sie aufgebaut wird.
"Wie eröffnen wir?" Sowohl in Waldstetten als auch Wißgoldingen soll es eine kleine Eröffnungsfeier geben. Ob mit Musik und Imbiss unter Beteiligung von Vereinen, das muss sich noch finden, sagen sowohl Monika Schneider als auch Magdalene Rupp. Sicher ist, dass sich die örtlichen Pfarrer beteiligen werden, erzählt die Quartiersmanagerin. Schließlich sollen die Krippenwege eine Bewusstmachung der Bedeutung von Weihnachten ermöglichen, "auch außerhalb der Kirche". Das Gute daran: "Alles, was man draußen machen kann, macht einen von Corona unabhängig", sagt Magdalene Rupp. Es gehe bei dem Projekt darum, das Miteinander und die Adventszeit gemeinsam zu gestalten. Eventuell auch in der Form, dass an einem bestimmten Tag eine Gruppe von Schule oder Kindergarten Flötenmusik oder ein Gedicht vorträgt, nennt sie weiterführende Ideen. Eine Konkurrenz oder gar eine Ablösung für den lebendigen Adventskalender sollen solche Aktionen allerdings nicht sein. Denn dieses Angebot ist für die Bewohner des Pflegeheims St. Johannes gedacht, und "da wollen wir schon die Senioren erfreuen", betont Magdalene Rupp. Auch wenn noch einige Punkte zu klären sind, ist sie sich sicher: "Wenn's mit der Organisation eng wird, werden wir nicht allein dastehen." Beate Kornau hat sich zur Annahme der Anmeldungen schon mal der Hilfe ihrer Nachbarin Anja Barth versichert. und während die beiden sich um jene kümmern, die sich mit einer Krippe anmelden möchten, denken ihre beiden Töchter bereits über die praktische Umsetzung nach. Die beiden planen ihre Krippe und überlegen, welche Materialien zum Einsatz kommen sollen, freut sich Beate Kornau. Dazu passt Magdalene Rupps Einschätzung des gesamten Vorhabens: "Traditionen fangen immer mit Ausprobieren an."

Wer sich an den Krippenwegen mit einer Krippe beteiligen möchte, kann sich bis 1. November anmelden bei Beate Kornau, Telefon (07171) 945912, E-Mail: beate_frei@web.de; oder Anja Barth, Telefon (07171) 498392, E-Mail: anja.d.barth@web.de. Die Krippenwege werden eröffnet am Samstag, 18. Dezember, im Bronnforst und am Sonntag, 19. Dezember, am Stuifen. Krippen werden dort bis 2. Februar zu betrachten sein.

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